Freitag, 30. Oktober 2020
† Michel Piccoli
Jacques Daniel Michel Piccoli (1925-2020)
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IMDb


* 27. Dezember 1925 | Schauspieler

 

Nathalie

Die Spur führt nach Caracas

Die Verachtung

Die Beute

Belle de Jour – Schöne des Tages

Benjamin – Aus dem Tagebuch einer männlichen Jungfrau

Herzklopfen

Dillinger ist tot

Topas

Das Mädchen und der Kommissar

Themroc

Das große Fressen

Der dritte Grad

Der Ankläger

Zucker, Zucker!

Atlantic City, USA

Der Maulwurf

Die Spaziergängerin von Sans-Souci

Viva la Vie – Es lebe das Leben

Der Tölpel

Eine Komödie im Mai

Martha und ich

Die schöne Querulantin

Ein Affenzirkus

Die Reisegefährtin

Tykho Moon

Genealogien eines Verbrechens

Belle toujours

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Holy Motors

Le Goût des Myrtilles

 

† 12. Mai 2020 | Schlaganfall


Eine der letzten großen französischen Schauspielgrößen ist von uns gegangen: Michel Piccoli starb bereits am 12. Mai an den Folgen eines Schlaganfalls, wie seine Familie mitteilte. Ob Charmeur, Liebhaber, Spaßvogel oder Freaks und Mörder – er ließ sich bei seinen Rollen nicht festlegen, spielte je sechsmal für Luis Buñuel und mit Romy Schneider.
Der in Paris geborene Sohn einer Pianistin und eines schweizerischen Geigers sprach in der Kindheit kaum, sein Bruder starb mit sechs Jahren an einer Hirnhautentzündung. Erst mit Neun artikulierte er sich wieder mehr, als er den Wunsch fasste, Schauspieler zu werden. »Eines Tages bekam ich in der Schulaufführung eines Theaterstücks sogar eine Hauptrolle«, sagte er in einem Interview.
Ab 1948 spielte er erfolgreich auf Pariser Theaterbühnen und kam in den 50er Jahren zum Film, wo er zum vielbeschäftigten Nebendarsteller wurde. Nebenbei engagierte er sich aktiv linkspolitisch im sozialen Umfeld des Stadtviertels Saint-Germain-des-Prés, traf dort im Club Tabou auf Größen wie Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre sowie auf seine spätere zweite Ehefrau, die Sängerin Juliette Gréco.
Groß raus kam Monsieur Piccoli 1963 an der Seite von Brigitte Bardot in Jean-Luc Godards Die Verachtung. Luis Buñuel erkannte sein Potenzial und setzte dessen zerebrale Beredsamkeit in Schlüsselszenen seiner Filme ein. Um mehr Freiheiten in der Rollenauswahl zu bekommen, gründete Michel Piccoli 1973 seine eigene Produktionsfirma Films 66, mit der er in der restlichen Dekade nicht nur sich selbst in Szene setzte, sondern auch jungen Filmemachern eine Plattform bot.
Für seine Rolle in der Arthur-Schnitzler-Verfilmung Das weite Land wurde er 1988 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. 1982 erhielt er auf der Berlinale den Silbernen Bären für seine Rolle in dem Drama Eine merkwürdige Karriere und war viermal für den César® nominiert. Auch bei den anderen namhaften Filmfestspielen in Cannes und Locarno erhielt er Preise.
Michel Piccoli war dreimal verheiratet, hat eine Tochter mit Eléonore Hirt († 2017), Anne-Cordélia, und zwei Adoptivkinder mit Ehefrau Nummer drei, Ludivine Clerc – Inord und Missia. 

12.05.2020 | mz
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