Sonntag, 31. Mai 2020
† Rolf Hochhuth
Rolf Hochhuth (1931-2020)
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IMDb | Wikipedia


* 1. April 1931 | Autor

 

„Der Stellvertreter“

„Die Berliner Antigone“

„Eine Liebe in Deutschland“

„Wessis in Weimar“

„McKinsey kommt“

 

† 13. Mai 2020 | Herzversagen


Der Schriftsteller und Dramatiker Rolf Hochhuth ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 89 Jahren überraschend in seiner Berliner Wohnung, wie sein Herausgeber Gert Ueding der dpa am Donnerstag bestätigte.
Er prägte maßgeblich das sogenannte „dokumentarische Theater“, das in den 60er Jahren entstand. In seinem Debüt „Der Stellvertreter“ thematisierte er die Haltung des Vatikans zum Holocaust, damit sorgte er weltweit für Aufruhr und löst eine öffentliche Debatte aus. Der Dramatiker setzte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Nationalsozialismus auseinander.
Auch in anderen Stücken wie „Soldaten, Nekrolog auf Genf“ über den englischen Premier Winston Churchill, „Unbefleckte Empfängnis“, „Wessis in Weimar“ oder „McKinsey kommt“ über Massenentlassungen bezog Rolf Hochhuth zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. Seine Recherchen zu dem Stück „Juristen“ über die Rolle früherer Nazi-Richter in der Bundesrepublik führten 1978 zum Rücktritt des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten und früheren Marinerichters Hans Filbinger. Er veröffentlichte im Laufe seines jahrzehntelangen Schaffens auch Essays und Gedichte.
In Berlin stritt er jahrelang mit Intendant Claus Peymann um die Nutzung des Berliner Ensembles. Dabei ging es unter anderem um die Untervermietung des früheren Brecht-Theaters am Schiffbauerdamm an Dritte und um Aufführungsrechte. Rolf Hochhuth hatte 1996 über eine Stiftung die Eigentumsrechte an dem Theater übernommen.
Der Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, würdigte den Verstorbenen am Donnerstag als »überaus streitbaren, politischen Kopf«. Das Berliner Ensemble trauere um einen leidenschaftlichen Autor, der sein Leben ganz ohne Frage dem Theater verschrieben habe. Theaterdirektor Martin Woelffer von der Komödie am Kurfürstendamm erinnerte an Rolf Hochhuths Einsatz für den baulichen Erhalt der Kudamm-Bühnen. Im Theater am Kurfürstendamm (damals das Haus der Freien Volksbühne) war 1963 „Der Stellvertreter“ uraufgeführt worden.

14.05.2020 | mz | Quelle: rbb24
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