Montag, 18. November 2019
† Ginger Baker
Peter Edward Baker

 

IMDb | AllMusic


* 19. August 1939 | Musiker, Texter, Komponist

 

The Art of Drumming

Die Ninja Cops

Beat-Club

Beware of Mr. Baker

Gonks go Beat

 

„Man of constant Sorrow“

„Dust to Dust“

„Sunshine of your Love“

„White Room“

„I feel free“

„Under black Skies“

 

†  6. Oktober 2019 | Herzversagen


Nachdem er Ende September ins Krankenhaus kam, ist der Schlagzeuger der Bluesrockgruppe Cream, Ginger Baker, vergangenen Sonntag im Alter von 80 Jahren im südostenglischen Canterbury gestorben. Der 1939 in London geborene Peter Edward Baker gilt als der Erfinder des Rock-Schlagzeugsolos. Den Namen Ginger hat er seiner Haarfarbe zu verdanken.
Mit dem Trommeln begann er als 15-jähriger, um ein Ventil für seine Energie zu finden. Er lernte unter dem Jazzschlagzeuger Phil Seamen und wurde in den frühen 60ern als Schlagzeuger der Graham Bond Organisation bekannt. Hier spielte er bereits mit dem Bassisten Jack Bruce zusammen, mit dem er 1966 die Band Cream gründete, die sich irgendwo zwischen Blues, Rock und Jazz befand, und zu der auch Gitarrist Eric Clapton angehörte.
Alle Drei vertieften sich in lange Improvisationen, wie man sie bis dahin nur aus dem Jazz kannte, spielten aber mit der Dynamik und Lautstärke des Rocks und mit Pop-Appeal in den Melodien. Ihre vier Alben wurden allesamt zu Charterfolgen. Lieder wie „Sunshine of your Love“, „White Room“ oder „I feel free“ gelten bis heute als Klassiker des Genres.
Insbesondere die Konflikte zwischen Jack Bruce und Ginger Baker sorgten dafür, dass die Band schon Mitte 1968 ihre Auflösung bekannt gab. Über die Jahre wuchs der Ruhm von Cream allerdings noch weiter. Anlässlich der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 1993 sowie für Auftritte in London und New York 2005 kam es zu Wiedervereinigungen des Trios. Jack Bruce starb 2014 als erster der drei Musiker.
Zusammen mit Eric Clapton, dem Organisten und Sänger Steve Winwood sowie Bassisten Ric Grech gründete Ginger 1969 die Formation Blind Faith, die sich aber nach einem Album wieder auflöste. 1971 entschloss er sich, ein Aufnahmestudio in der nigerianischen Metropole Lagos aufzubauen. Er hatte das Potenzial der afrikanischen Musik erkannt, ließ sich in seinem eigenen Spiel davon inspirieren und nahm Sessions von afrikanischen Musikern auf, unter anderem mit dem Afrobeat-Superstar Fela Kuti. Zusammen sind sie z.B. auf Gingers Soloalbum „Stratavarious“ von 1972 zu hören. Paul McCartney nahm in dem Studio in Lagos mit seiner Band Wings Musik für das Album „Band on the Run“ auf.
Nach seiner afrikanischen Zeit lebte Ginger Baker in Italien, wo er Oliven anbaute, vom Heroin loskam und gelegentlich bei Aufnahmen gastierte, u.a. für Public Image Limited. Auf Grund seiner Pololeidenschaft zog er in den 90er Jahren nach Colorado, in den 00er-jahren nach Südafrika, wo er Polopferde kaufte und eine Tierklinik unterstützte. Dort wurde er von seiner persönlichen Assistentin um einen Teil seines Vermögens gebracht, die wegen Betrugs verurteilt wurde.
Sein Leben wurde 2012 im Film Beware of Mr. Baker dokumentiert. Zwischendurch hatte er immer wieder Auftritte in wechselnden Formationen, ehe ihn im Februar 2016 Herzprobleme dazu zwangen, alle weiteren Auftritte abzusagen. 

10.10.2019 | mz
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