Sonntag, 17. November 2019
† Rip Torn
Elmore Rual Torn, jr. (1931 - 2019)
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IMDb


Der US-Schauspieler und Emmy®-Gewinner Rip Torn ist am Dienstag im Beisein seiner Familie in Lakeville im Bundesstaat Connecticut friedlich eingeschlafen.
In seiner sieben Jahrzehnte umspannenden Film- und TV-Karriere deckte er als Charakterdarsteller eine breite Palette ab. In seiner Frühphase fiel er eher mit düsteren und bedrohlichen Figuren auf. In der Spätphase seiner Karriere hatte er auch Erfolg im Komödienfach – etwa mit Rollen in der Men in Black™-Filmreihe an der Seite von Will Smith und Tommy Lee Jones.
Den ungewöhnlichen Vornamen Rip legte sich der Schauspieler in seiner Kindheit zu – und folgte damit einer Tradition seines Vaters und eines Onkels. Zu Beginn seiner Laufbahn als Theaterschauspieler in New York machte er sich damit immer wieder zur Zielscheibe des Spotts, seine Schauspielkommilitonen drängten ihn zu einer Namensänderung. Doch wollte der für seine Sturheit bekannte Freigeist aus Texas davon nichts wissen.
Mit einer Reihe starker Darbietungen erspielte er sich schließlich Respekt bei Branchenkollegen. Neben Marlon Brando, Paul Newman und James Dean zählte er aus Expertensicht zu einer Nachkriegsgeneration von Darstellern, die ihre Kunst mit einem scharfen Sinn für Realismus verbanden.
Rip Torn zeigte zudem politisches Engagement. 1963 nahm er mit dem Autor James Baldwin, Harry Belafonte und anderen bekannten Bürgerrechtlern an einem Treffen mit dem damaligen Justizminister Robert F. Kennedy teil, bei dem hitzig und offen über den Umgang mit der schwarzen Bevölkerung in den USA debattiert wurde.
In den 70er-Jahren wurde es indes still um ihn, was er auf Lästereien in Hollywood zurückführte, wonach die Zusammenarbeit mit ihm schwierig sei. Zementiert wurde der Ruf durch Spannungen am Set des Klassikers Easy Rider von 1969, die dazu führten, dass er durch einen gewissen Jack Nicholson ersetzt wurde. Ihm ging damit eine Rolle in einem der bedeutendsten Kultfilme dieser Ära durch die Lappen.
Im Rückblick widersprach er dem Eindruck, dass er damals in Hollywood auf eine „schwarze Liste“ gesetzt worden sei, doch habe sich herumgesprochen, dass er kompliziert und unzuverlässig sei, sagte er im Jahr 1984. »Unzuverlässig! In all meinen Jahren am Theater habe ich nie eine Aufführung verpasst«, führte er das Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP damals aus.
Im Herbst seiner Karriere feierte Torn einen großen Erfolg mit einer Komödienrolle: Für seine Darstellung eines selbstbewussten, aber moralisch fragwürdigen TV-Produzenten in der Sitcom The Larry Sanders Show gewann er in den 90er Jahren einen Emmy®. Von seinem Publikum verabschiedete sich Rip Torn 2012 in Alienverkleidung auf einer Beerdigung in Men in Black™ III.

10.07.2019 | mz
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