Samstag, 19. Oktober 2019
† Johnny Clegg
Jonathan Paul Clegg (1953 - 2019)
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AllMusic | IMDb


Sein durch den Film Rain Man wohl bekanntestes Lied, „Scatterlings of Africa“, schallte sofort durchs Radio, nachdem bekannt wurde, dass der in England geborene, südafrikanische Musiker Johnny Clegg am Dienstag in Johannesburg an Krebs gestorben war.
Mit Liedern wie „Asimbonanga“ oder „Scatterlings of Africa“ und seiner mitreißenden Stilmixtur aus Rock, Folk und afrikanischen Rhythmen war Johnny Clegg einer der weltweit wichtigsten Musiker im Kampf gegen die Apartheid. Neben den US-amerikanischen und britischen Künstlern von Phil Collins bis zu Stevie Wonder, die sich 1988 bei einem Londoner Mega-Konzert für Nelson Mandelas Freilassung einsetzten, war er die authentische Proteststimme seines über Jahrzehnte rassistisch regierten Landes. »Es war ein totalitäres System, das alles für einen entschied«, sagte er über das Südafrika von damals.
»Johnny hinterlässt tiefe Spuren in den Herzen aller, die sich als Afrikaner betrachten«, hieß es nun in einer von mehreren lokalen Medien verbreiteten Reaktion seines langjährigen Managers Roddy Quin. »Mit seinem einzigartigen Musikstil überwand er kulturelle Grenzen wie kaum ein anderer.« Auf die Tanzkünste und das musikalische Erbe seiner schwarzen Freunde sei er zunächst neidisch gewesen. »Das wollte ich auch können«, erzählte Johnny Clegg später gern mit blitzenden Augen. Für diese Annäherung riskierte er, seine weißen Freunde zu verlieren – und bisweilen auch Südafrikas Zensur.
In den 80er Jahren wuchs er mit seinen Bands Juluka und Savuka zur anerkannten Leitfigur einer modernen südafrikanischen Popmusik heran. Er sei zudem »ein Katalysator des politischen Bewusstseins« geworden, würdigte der Schlagzeuger und Sänger Sipho Mabuse, der 1988 ebenfalls beim Mandela-Tribut in London mit „Jive Soweto“ vertreten war, seinen Freund und Kollegen. »Johnny begab sich in eine Sphäre, in die sich nicht viele Weiße wagten.«
Allein 1988 verkaufte der damals noch weitgehend unbekannte Musiker innerhalb weniger Monate fast zwei Millionen Alben, sein Nelson Mandela gewidmeter Song „Asimbonanga“ machte ihn zum Star. Darin beklagte er auf Zulu „Wir haben ihn noch nie gesehen“ – das Fehlen des seit 1962 im Gefängnis sitzenden, dann 1990 freigelassenen Freiheitskämpfers.
Als dieser dann Jahre später heimlich neben ihn auf die Konzertbühne tänzelte, war das »der Höhepunkt meines Lebens als Liedschreiber«, sagte Johnny Clegg in dem arte-Film Der weiße Zulu. »Ein Schock, pure Magie!« Auch als es musikalisch ruhiger um ihn wurde, blieb der Ruhm eines unermüdlichen gesellschaftlichen Engagements, beispielsweise auch im Kampf gegen AIDS.

17.07.2019 | mz
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