Sonntag, 16. Juni 2024
† Betty White
Betty Marion White (1922-2021)
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IMDb


* 17. Januar 1922 | Schauspielerin, Komikerin

 

Fast jede Generation kennt sie, ob als Sue Ann Nivens aus Oh Mary, als Rose Nyland aus den Serien The Golden Girls und Golden Palace, als Catherine Piper aus den Serien The Practice und Boston Legal, als Elka Ostrovsky aus Hot in Cleveland oder aus Filmen wie Lake Placid, Haus über Kopf oder Selbst ist die Braut. Nun ist die „Grand Dame of Television“, Betty White, im Alter von 99 Jahren gestorben, nur wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag!
Geboren in Oak Park, Illinois, zog sie mit ihrer Familie nach Los Angeles, wo ihre schauspielerischen Ambitionen an der Beverly Hills High School begannen. Kurz nach ihrem Abschluss gab sie ihr professionelles Bühnendebüt als Teil des Bliss Hayden Little Theatre, dem sie mehrere Jahre angehörte. Sie hatte auch Gastauftritte in Radiosendungen, bevor sie sich in das frühe Fernsehen verzweigte. Ihren ersten Leinwandauftritt hatte sie 1945 in dem Bildungskurzfilm Time to Kill, der die Vorteile des G.I.-Wiedereingliederungsgesetzes förderte.‎
Es folgten zwei kurzzeitige Ehen mit Frederick Barker und Lane Allen. 1953 landete sie ihre erste Sitcom, doch Life with Elizabeth war ebenso von kurzer Dauer wie die Tagestalkshow und der Komödie-Varieté-Strang mit ihrem Namen – The Betty White Show. Sie driftete dann in Spielshows wie I’ve got a Secret, Match Game oder What’s my Line? ab.
Bei der Show Password lernte sie Moderator Allen Ludden kennen und lieben, den sie 1963 heiratete und bis zu dessen Tod im Jahr 1981 zusammen war. Schauspielerin Vicky Lawrence, die seit ihrer Zusammenarbeit in der Sitcom Mama’s Family (1983) mit ihr befreundet war, erzählte gegenüber dem Magazin People, dass sie von Bettys Assistentin, die anwesend war, als Betty White in ihren eignen vier Wänden friedlich eingeschlafen war, erfahren hatte, dass das letzte Wort aus ihrem Mund „Allen“ war.
Zusammen mit Allen spielte Betty in der Showpause in den Sommern in Produktionen wie „Brigadoon“, „Any Wednesday“ und „Guys and Dolls“. 1971 hatte die Tierliebhaberin eine Talkshow namens The Pet Set über Prominente und ihre Haustiere. Später schrieb sie auch ein Buch mit dem Titel „Betty White’s Pet Love“.
Betty war auch mit der Schauspielerin und Produzentin Mary Tyler Moore befreundet, die nach einem Stammgast für ihre Sitcom suchte. Die Rolle der Sue Ann wurde mit Betty White im Hinterkopf geschaffen, jedoch mehreren Schauspielerinnen angeboten, bevor sie die Rolle bekam. Immerhin war Betty mittlerweile so sehr in der Spielshowwelt verwurzelt, dass sie praktisch für andere Schaupielengagements ignoriert wurde. Die Figur der „Happy Homemaker“, die immer Sex im Kopf hatte, war ein sofortiger Erfolg und brachte ihr 1974 und 1975 Emmys® als beste Nebendarstellerin ein.
Danach kehrte sie zu Spielshows zurück und war in Miniserien und Fernsehfilmen zu sehen. 1983 moderierte sie eine weitere Spielshow, die zwar eingestellt wurde, ihr jedoch einen weiteren Emmy® einbrachte. Sie hatte eine wiederkehrende Rolle in Mama’s Family, einem Ableger eines regelmäßigen Sketches in The Carol Burnett Show, in der auch Rue McClanahan mitspielte, mit der sie 1985 zu den Golden Girls stieß.‎
Obwohl sie ursprünglich für die Rolle der promiskuitiven Südstaaten-Belle vorgesehen war, entschied sie sich stattdessen, Rose zu spielen, die etwas wirre, aber gutherzige Figur in der Serie, die auf ein älteres Publikum abzielte. Die Sitcom wurde ein großer Hit, der über 7 Jahre lief und zwei weitere Emmys® Betty Whites Regal hinzufügte. Nach dem Ende machten die „Golden Girls“ im „Golden Palace“ weiter, schafften es jedoch nur auf eine Staffel. Rose Nyland war dermaßen beliebt, dass sie auch in anderen Serien auftrat, so in Harrys Nest oder Hallo Schwester!.
Don Cheadle, der mit ihr in Golden Palace agierte, erinnert sich auf Twitter: »Betty war die Beste der Besten. Als wir Szenen zusammen drehten, war es für den Kamerachef schwierig, die Beleuchtung zwischen meiner Schokolade und Bettys Weiß richtig hinzubekommen. Entweder war sie ein Geist oder ich nur ein Schatten. Eines Tages kam ich ans Set, und Betty hatte ihr Maskenbild ein wenig abgedunkelt, um es auszugleichen. Niemand hatte sie darum gebeten, das zu tun. Und das ist nur ein kleines Beispiel für ihre überbordende Großzügigkeit. Meine Hunde danken ihr auch. Sie machte uns mit dem Tierarzt Reco bekannt, zu dem wir noch heute gehen. Sie war die Goldigste von allen und wird für immer vermisst werden.«
Es folgten einige Serienauftritte und Fernsehfilmproduktionen. 1999 machte ein Auftritt in David E. Kelleys Monsterkrokodil-Film Lake Placid erneut auf sie aufmerksam: Sie machte sich über ihre Tierliebe lustig, indem sie eine lächelnde, aber schlecht gelaunte Frau spielte, die das Raubtier beschützt, das Menschen tötet.
In den 2000er Jahren war sie ein Fernsehphänomen, gastierte als sie selbst in Alles Betty! sowie in animierter Form in Die Simpsons und Family Guy und lieferte Stimmen für viele Animationsfilme und Serien. Im Jahr 2010 wurde sie die älteste Person, die jemals Saturday Night Live moderierte. Im Januar 2012 war das NBC-Special Betty White’s 90th Birthday – A Tribute to America’s Golden Girl die meistgesehene Sendung des Abends.
Zudem moderierte und produzierte sie 2012 die Hidden-Camera-Reality-Show Off their Rockers und erhielt zwei weitere Emmy®-Nominierungen. Ihr jüngstes Buch, „If you ask me (and of course you won’t)“ wurde 2011 veröffentlicht. Mit der Dokumentation Betty White – 100 Years young, die in zahlreichen Kinos in den USA nur am 17. Januar zu sehen sein wird, soll der Schauspielerin wie geplant Tribut gezollt werden. Ob der 31. Dezember von nun an als Trauertag in St. Olaf deklariert wird, ist jedoch nicht bekannt.

 

† 31. Dezember 2021 | Herzversagen

28.03.2024 | mz
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