Samstag, 1. Oktober 2022
† Christine Laszar
Christine Laszarus (1931-2021)
Foto: OZ-Bild

IMDb


* 19. Dezember 1931 | Schauspielerin

 

Die Schauspielerin Christine Laszar ist nur einen Monat vor ihrem 90. Geburtstag in Berlin gestorben. Sie war in den 1960er Jahren in zahlreichen DEFA-Filmen zu sehen, vorrangig in politischen Abenteuerfilmen, Spionage- und Agentenstreifen. In vielen Fällen verkörperte sie kühl-distanzierte Frauen, die über eine natürliche Eleganz verfügen und in den politischen Kämpfen der Zeit (sei es als Journalistin, Ärztin, Künstlerin oder einfach Ehegattin) nicht immer auf der richtigen Seite stehen.
1931 im damaligen Ostpreußen (in Ortelsburg – heute Szczytno, Polen) geboren, absolvierte sie die Westberliner Schauspielschule und begann ihre Theaterlaufbahn am Renaissance-Theater in Berlin. Außerdem sammelte die junge Schauspielerin Erfahrungen beim Westberliner Kabarett Die Stachelschweine und in der Münchner Schaubude. Sie war ebenso in kleineren Fernsehstudios tätig. In der DDR gastierte sie an der Volksbühne in Berlin.
Nach ihrer letzten Theaterrolle am Theater der Zeit in München stand sie unter dem Namen Christel Lazarus in einer Nebenrolle des Zirkusfilms Salto mortale 1954 vor der Kamera. Ihre Filmkarriere begann, als der Brecht-Regisseur Erich Engel sie für die Hauptrolle in dem Antikriegsfilm Geschwader Fledermaus engagierte, die sie zuvor bereits am Theater gespielt hatte. Nach den Schrecken des Krieges glaubte sie, daß es eine neue bessere Gesellschaftsordnung geben müßte, die sie in der DDR zu finden hoffte. Die weibliche Hauptrolle brachte ihr eine Festanstellung bei der DEFA ein.
So siedelte sie 1958, nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann, dem Schauspieler Rudolf Schündler, mit ihrer vierjährigen Tochter Katrin nach Berlin über. Zunächst wohnte sie mehrere Monate im Gästehaus der DEFA. Hier lernte sie Karl-Eduard von Schnitzler kennen, der damals beim Rundfunk arbeitete, ebenfalls aus dem Westen gekommen und geschieden war. Sie heirateten bald, doch die Ehe hielt nur vier Jahre. In der Folge gehörte die Darstellerin Anfang der 1960er Jahre zu den Spitzenschauspielern der DEFA, spielte zahlreiche Hauptrollen und stieg damit in der Gunst des Publikums ganz nach oben.
Christine Laszar war eine schöne, damenhafte Frau, was ihr gelegentlich im Wege stand. Sie spielte Ärztinnen, Journalistinnen, Edelprostituierte, Agentinnen, und manchmal verbarg sich auch eine Mörderin hinter der bürgerlichen Fassade. Mehrfach agierte sie in internationalen Produktionen, etwa 1965 in der deutsch-tunesischen Koproduktion Hamida. In polnischen und jugoslawischen Filmen wirkte sie mit, nicht zuletzt in dem sowjetischen Vierteiler aus dem Kundschaftermilieu Schild und Schwert von 1968.
Als für sie mit 40 Jahren ein Wechsel des Fachs anstand, versuchte sie sich im Fernsehschwank. Ihr Damenimage gereichte ihr dabei aber nicht zum Vorteil. Sie machte eine zusätzliche Ausbildung, engagierte sich auch als Stadtverordnete in Teltow. Die Schauspielerei, die sie ohnehin nicht bis zur Rente betreiben wollte, gab sie in den 1970er Jahren auf und begann als Redakteurin beim Fernsehen. Filmfeuilletons und Künstlerporträts waren ihr Metier. Mit ihrem Wechsel ins Ostseestudio erfolgte der Umzug nach Rostock. Leider war es um ihre Gesundheit nicht gut bestellt, was schließlich zur Invalidität führte.
Für die Filmkomödie Alma schafft alle trat sie 1979 letztmalig in einer Nebenrolle als Rezeptionsdame vor die Kamera. Nach einem Urlaub in Dänemark siedelte sie 1993, spontan mit Sack und Pack, samt ihrem Trabbi, ins dänische Nyköbing, wo sie, wie sie sagte, »einige sehr schöne Jahre« verlebt hat. Doch die häufiger erforderlichen Arztbesuche waren der Anlaß, wieder nach Rostock zurückzukehren. Ihr Handicap war vor allem der Verlust der Sehkraft. Doch trotz aller Probleme ließ sich Christine Laszar ihren Optimismus nicht nehmen. Nun ist sie im Alter von 89 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.

 

† 17. November 2021 | Herzversagen, Krankheit

17.11.1921 | mz | Quelle: junge welt, rotfuchs.de, Wikipedia
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