Mittwoch, 27. Mai 2020
† Betty Wright
Bessie Regina Norris (1953-2020)
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IMDb | AllMusic | Wikipedia


* 21. Dezember 1953 | Sängerin, Musikerin

 

„Girls can’t do what the Guys do“

„Clean up Woman“

„Tonight is the Night“

„No Pain, no Gain“

„Where is the Love“

 

† 10. Mai 2020 | Gebärmutterkrebs


Kaum jemand außerhalb der USA kennt die Soulsängerin Betty Wright oder ihre Hits, doch ihre Musik wurde später von anderen Künstlern als Teilstück derer Musik verwendet. Am bekanntesten davon ist Color me badds „I wanna sex you up“, die „Tonight is the Night“ ohne die Erlaubnis der Sängerin für ihren Erfolgshit verwendeten. Am Sonntag ist die Musikerin nun im Alter von 66 Jahren nach einer Krebserkrankung gestorben.
Bessie Regina Norris wurde 1953 als jüngstes von sieben Kindern einer Krankenschwester und eines Gartenarbeiters in Miami geboren. Mutter Rosa lehrte ihren Kindern Gospelmusik, unterstützte sie mit der Gitarre und schrieb auch ein Lied, das sie zusammen unter dem Namen Echoes of Joy publizierten. Damals war Betty gerade mal 3 Jahre alt, konnte jedoch mit starker, lauter und klarer Stimme die Töne halten, wie ihr älterer Bruder Phillip später schrieb.
Trotz Einspruchs der Mutter gelang Bettys Wechsel in nicht-kirchliche Musik, wodurch sie 1968 mit „Girls can’t do what the Guys do“ von zwei erfolgreichen lokalen Musikern, Clarence „Blowfly“ Reid und Willie Clarke, ihren ersten Hit landete, der es immerhin auf Platz 33 der Billboard Hot 100 schaffte. 1971 dann schrieben die beiden „Clean up Woman“, das sich akustisch an Sam & Daves Hit „Soul Man“ orientiert und den Funk in Richtung Disco brachte, was für Betty Wright eine Singlechartplatzierung auf Platz 6 einbrachte.
Sie war eine der ersten Popkünstlerinnen neben Minnie Riperton, Mariah Carey und Ariana Grande, die mit ihrer Stimme die Ohren der Zuhörenden in die Stratosphäre katapultieren konnte. Auch wenn sie keinen wirklich großen Hit hatte, so wirkte sie jedoch über die Jahre hinweg als Liedschreiberin, Arrangeuse und Produzentin für Größen wie Stevie Wonder, Bob Marley, Michael Jackson, Alice Cooper, Jennifer Lopez, Gloria Estefan und Erykah Badu.
Für „Where is the Love“ bekam sie sogar einen Grammy®. Anfang der 80er Jahre gründete sie ihr eigenes Plattenlabel, Ms. B Records, und wurde mit „No Pain, no Gain“ die erste Frau, die mit ihrem eigenen Label eine Goldene Schallplatte gewann. Außerdem wirkte sie als Mentorin für jüngere Künstlerinnen wie z.B. Joss Stone, die sie ihre Babies nannte. »Ich versuche, mit ihnen im Sandkasten zu sein«, sagte sie gegenüber dem Magazin New Yorker. »Ich habe den Sandkasten gebaut, aber ich sehe zu, wie sie darin spielen.«
Sie war dreimal verheiratet, u.a. mit dem Reggaemusiker Noel Williams, bekannt unter dem Namen King Sporty. Sie hinterlässt neben ihren vier Geschwistern auch vier Kinder. Ein fünftes Kind, ihr Sohn Patrick Parker jr., wurde 2005 erschossen. Im Herbst wurde ihr Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Jetzt ist sie zuhause in Miami gestorben.

11.05.2020 | mz
Kategorien: dead like...