Sonntag, 20. September 2020
Der unbenannte Protagonist muss anhand eines Worts, Tenet, die gesamte Welt vor dem Untergang bewahren. Seine Mission führt ihn in eine zwielichtige Welt der internationalen Spionage, in der die Gesetze der Zeit nicht zu gelten scheinen. – Die Inhaltsangabe scheint, in Anbetracht der Lauflänge des Films, ein wenig dünn, doch wir haben da schon weitaus kürzere Prämissen im Kino erleben „dürfen“.
Die meisten Menschen sehen die Zeit als eine unveränderliche Dynamik unserer Existenz, aber in den Händen des Filmemachers Christopher Nolan wird sie zu einem zwingend nachvollziehbaren Faden, der gebogen, verdreht, gegenübergestellt oder umgekehrt werden kann. In TeneT nimmt er Ideen über die Zeit und wie wir sie erleben auf und vermischt eine Science-Fiction-Komponente mit den klassischen Elementen eines Agentenfilms.
»Ich denke, als Filmemacher hat man eine Reihe von Ideen, Dinge im hinteren Teil der Schublade, deren Verwirklichung Jahrzehnte dauern kann«, erzählt der Filmemacher. »Für mich war es eine Kombination aus dem Wunsch, nach Dunkirk zu einem weiteren Sinn des Filmemachens zurückzukehren, und das Publikum auf der ganzen Welt an mehr Orte zu bringen als jemals zuvor.
Ich fühlte mich auch bereit, mich dem Agentnfilmgenre zuzuwenden, was ich immer beabsichtigt hatte. Ich bin mit Agentenfilmen aufgewachsen. Es ist ein wirklich lustiger und aufregender Zweig der Fiktion. Aber ich wollte diese Art von Film nur machen, wenn ich das Gefühl hätte, etwas Frisches hinzu bringen zu können. Der einfachste Weg, unsere Herangehensweise zu erklären, besteht darin, zu sagen: Was wir mit Inception für das Gauner-Genre gemacht haben, versucht TeneT, ins Agentenfilm-Genre zu bringen.«
TeneT ist der vermutlich die Hirnwindungen der Zuschauenden bis aufs Äußerste strapazierendste Film des 50-jährigen Briten, der schon mit Memento, Inception und Interstellar mit Zeit und Raum spielte. Wahlweise in IMAX®, 70mm-Film oder ganz schnöde digital kann man den Film im Corona-Kino genießen, sofern man sich den Hygienerestriktionen und der Aufgabe der Anonymität beugt. Wer den Aufwand nicht auf sich nehmen will, muss warten, bis der Film irgendwann ins Heimkino kommt.

12.09.2020 | mz | Quelle: Warner Brothers
Kategorien: Filme