Dienstag, 15. Juni 2021
Malcolm & Marie
Die Filmemacher unter sich
📷 Dominic Miller | © Netflix, Inc.
In diesem schmerzlich romantischen Filmdrama kommen ein Filmemacher und seine Partnerin nach einer Filmpremiere nach Hause, die seiner Ansicht nach sicher nur ein absoluter Erfolg werden kann – bei den Kritikern wie auch finanziell. Der Abend nimmt eine plötzliche Wende, als Offenbarungen über die Beziehung der beiden ans Tageslicht kommen, die deren Liebe auf eine harte Probe stellen.
Gemeinsam mit dem Team seiner Serie Euphoria, die wegen der Pandemie in die Fertigstellungszwangspause gehen musste, hat Sam Levinson einen Film von seltener Originalität geschaffen, der nicht nur die großen Hollywood-Romanzen feiert, sondern auch ein inniger Ausdruck des Glaubens an die Zukunft des Mediums selbst ist.
Die Idee zu diesem Kammerspiel kam ihm, als er ein ähnliches Szenario mit seiner Frau Ashley, der Produzentin seiner Filme, nach der Premiere seines letzten Films Assassination Nation durchlebte. Zendaya, deren bürgerlicher Mittelname übrigens Maree ist, erweitert in dem Film ihre Bandbreite und hat sich gefreut, endlich mal eine Frau und nicht mehr einen Teenager zu spielen. John David Washington, der vor kurzem erst in Tenet zu sehen war, kam über seine Schwester Katia zu dieser Rolle, die bereits Assassination Nation mitproduziert hatte.
Schon als er begann, das Drehbuch zu schreiben, entschied sich Sam Levinson dazu, den Film in Schwarzweiß zu drehen – eine Herausforderung für den ungarischen Kameramann Marcell Rév, denn schwarze Schauspieler im Halbdunkel zu zeigen, benötigte eine Menge Licht: »Wir waren nicht auf einen grauen Film aus. Wir wollten einen richtigen Schwarzweißfilm im Stil der 50er und 60er Jahre machen, wie Wer hat Angst vor Virginia Woolf?. Es sollte jedoch keine formell klassische Herangehensweise sein, denn wir wollten nicht, dass sich der Film anfühlt, als wäre er in den 50ern gedreht worden. Wir wollten, dass es sich wie heute anfühlt.«
Abgerundet wird das Zwei-Personen-Stück mit jazzigen Tönen von Duke Ellington oder Dionne Warwick, aber auch flotteren Tönen von James Brown oder auch Outkast mit Cee-Lo Green. Mit nur 22 Leuten drehte Sam Levinson dieses Stück, das nicht nur Einblicke hinter die Kulissen des Filmgeschäfts bringt, sondern auch als Konfliktstück in Pandemiezeiten unser aller Alltag in Quarantäne widerspiegelt.

11.02.2021 | mz | Quelle: Netflix
Kategorien: Filme