Montag, 21. Juni 2021
Studieren geht über Probieren
Nach Vorbildern wie L’Auberge Espagnole oder Sideways, die auf intelligente Art Entwicklungsgeschichten leicht und amüsant erzählen, erzählen Oliver Ziegenbalg und Frieder Wittich hier eine amüsante Studentenkomödie, ohne zu sehr ins Komödiantische abzudriften.
Filme über das Studentenleben sind eher selten. Leicht, mit humoristischem Ton, aber nicht ohne emotionale Fallstricke zeigt der Film anhand des Studiums von Momo, wie so ein Studentenleben aussehen kann. Der Film wird komödiantisch erzählt, soll aber, laut Frieder Wittich»immer realistisch bleiben, damit die Studenten sich mit unserer Handlung identifizieren können. Ganz nach dem Motto: Hab ich auch erlebt, zum Glück kam’s bei mir nicht ganz so dicke. Aus diesem Grund möchte ich die Schauspieler so authentisch wie möglich inszenieren.«
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Von der Provinz in die Freiheit: Der Studienplatz für Wirtschaftmathematik führt die beiden Freunde Momo und Dirk aus Brandenburg an die TU in Darmstadt und damit mitten hinein ins Studentenleben. Während Dirk auf der Überholspur Gas gibt und in Vorlesungen, Hausarbeiten und Tutorien aufgeht, fliegt Momo fünf Wochen vor dem Vordiplom als Bremsklotz aus der Lerngruppe.
Der frühe Vogel kann ihn mal. Er legt lieber mit seinem Kumpel und Frauenschwarm Bernd sein eigenes Tempo ein: beim Abfeiern mit Wodka Apfelsaft, Blaumachen am Baggersee und Schwärmen für Traumfrau Kerstin. Nur mit Hilfe seines neuen Freundes Aswin und dessen „Käffche“ kriegt Momo überhaupt die Lernkurve, um dann festzustellen, dass er im Stau steht und keinen Plan hat. Erst nach einigen Umwegen, einem unvorhergesehenen Wiedersehen im Waschsalon, einem Depriloch und anderen Zwischenfällen startet Momo richtig durch und erkennt an der Seite seiner Freunde, was im Leben wirklich zählt.
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Wer an der TU Darmstadt studiert hat, wird viel wiedererkennen, denn dort wurde der Film auch gedreht. Zahlreiche Studenten ließen es sich nicht nehmen, als Komparsen mitzuwirken, z.B. bei der Massenszene im Audimax der TU Darmstadt. Mit einer Riege talentierter Jungschauspieler, angeführt von Max Riemelt und Claudia Eisinger, die vom Aussehen her ein wenig an Heike Makatsch erinnert, und dem coolen Soundtrack u.a. mit dem schmissigen Titelsong „Anti Anti“ von Bonaparte, die auch einen Auftritt im Film absolvieren, greift Frieder Wittich in seinem Spielfilmdebüt in die Vollen und lässt den Zuschauer mitfiebern und schmunzeln. Wer allerdings nichts mit dem Studentensein am Hut hat, wird hier aber wahrscheinlich nicht so seinen Spaß haben wie die Zielgruppe des Films.

28.12.2020 | mz
Kategorien: Feature | Filme