Donnerstag, 6. Oktober 2022
How to talk to Girls at Parties
Zan und Enn lernen sich kennen.
© EuroVideo Medien
Der Londoner Vorort Croydon, 1977: Enn (kurz für Henry) ist begeisterter Punker und zeichnet Comics über ein Anarcho-„Vyrus“, wenn er nicht gerade mit seinen Kumpels Vic und John auf seinem Rad durch die Punk-Clubs tingelt. Zum Geburtstag der Queen feiern alle Engländer überall ausgelassen. Als die Drei zu einem leerstehenden Haus kommen, in dem eine Party gefeiert wird, sind sie natürlich voll dabei! Und genau dort beginnt das skurrile Abenteuer…
Zunächst vermuten sie, es seien Deutsche – alle sind in bunten Lackkostümen gekleidet, bewegen, tanzen und artikulieren sich merkwürdig. Während Vic von einer Stella in ein Hinterzimmer geführt wird und John sich unter das Partyvolk mischt, macht Enn die Bekanntschaft mit Zan. Diese findet ihn interessant – hat sie doch noch nie mit einem Menschen näher interagiert. Und genau: Die Gruppen ausgelassener Wesen sind Außerirdische, die zu Besuch sind, um sich umzusehen.
Zan bekommt 48 Stunden Zeit, um Enn kennenzulernen, bevor sie wieder abreisen. Doch Enn steckt sie mit seinem Vyrus an – Punk! Was das mit ihr und ihren Artgenossen macht, wird zu einer Parabel über Auflehnung gegen Konformität, die zum Teil recht urkomisch ist.
John Cameron Mitchell, selbst Schauspieler, adaptierte die Kurzgeschichte von Neil Gaiman mit Neuling Alex Sharp und Elle Fanning in den Hauptrollen. Als einstige Punk-Ikone Boadicea wurde schön gegen den Strich Nicole Kidman besetzt, die der Regisseur bereits 2010 in seinem Drama Rabbit Hole inszeniert hatte.
Der Film ist oft so schräg, dass er doch eine Freigabe ab 16 Jahren rechtfertigt. Die Kapitel des Films sind zudem von einer Animation getrennt, die die verschiedenfarbigen Sphären-Symbole der Außerirdischen zeigt, die auch in diesen Farben gekleidet sind, und wie sie von Enns Vyrus beeinflusst werden. Manchmal wird der Film etwas zu schräg, oder die Dialoge wirken ein wenig stumpf. Er ist definitiv nichts für Leute, die nichts für Punk, Lack und Sexspiele übrig haben! (Oder für Elle Fannings langen nackten Hals!) Für alle anderen ist er einfach nur abgefahren und erinnert irgendwie ein wenig an Zebo, der Dritte aus der Sternenmitte.

22.08.2022 | mz | Quelle: EuroVideo
Kategorien: Feature | Filme