Montag, 22. Juli 2024
Den Menschen so fern
Loin des Hommes
Mohamed (Reda Kateb) und Daru (Viggo Mortensen) versuchen, sich vor ihren Verfolgern zu verstecken.
Daru (Viggo Mortensen) und sein totes Pferd
Daru (Viggo Mortensen) und Mohamed (Reda Kateb) werden in Darus kleiner Hütte angegriffen.
Mohamed (Reda Kateb) und Daru (Viggo Mortensen) werden gefangengenommen und abgeführt.
Daru (Viggo Mortensen) ringt mit sich.
Mohamed (Reda Kateb.) und Daru (Viggo Mortensen) verstecken sich vor ihren Verfolgern.
Lehrer Daru (Viggo Mortensen) unterrichter seine kleine Klasse.
Mohamed (Reda Kateb) und Daru (Viggo Mortensen) werden von ihren Verfolgern gestellt.
Daru (Viggo Mortensen) verteidigt seinen Gast mit allen Mitteln.
Daru (Viggo Mortensen) und Mohamed (Reda Kateb)
Mohamed (Reda Kateb)
Daru (Viggo Mortensen)
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1954: Weitab vom politischen Geschehen unterrichtet ein „Pied-noir“, ein Algerienfranzose, im Atlasgebirge algerische Kinder, bis eines Tages ein französischer Soldat ihn auffordert, einen des Mordes angeklagten arabischen Bauern zur Polizeistation in die nächste Stadt zu bringen. Auf der beschwerlichen und gefährlichen Reise durch Berge und Wüste nähern sich die beiden Männer an. Der Lehrer muss sich entscheiden, auf welcher Seite er für welche Freiheit kämpfen will.
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Viggo Mortensen spielt einen Lehrer in der französischen Kolonie Algerien anno 1954. Er ist überhaupt nicht froh, als ihm ein französischer Soldat befiehlt, einen arabischen Bauern zur Verurteilung nach Tinguit zu bringen, wo der Tod auf ihn wartet. Beide geraten zwischen die Fronten der einheimischen Rebellen und der französischen Armee. Und beide müssen sich letztlich für etwas entscheiden – Mohammed für Leben oder Tod und Daru für die Nationalität, denn Daru ist ein Franzose, der in Algerien geboren wurde.
Der Film zeichnet einmal mehr den französisch-algerischen Konflikt in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Karg-steinige Berglandschaften, Sonne und Regen, Hoffnung und Schicksal, Leben und Überleben – all das inszenierte David Oelhoffen in seiner zweiten Spielfilmregie mit wortkargen Hauptakteuren, einer schonungslos agierenden Kamera und einer zurückhaltenden Filmmusik von Nick Cave und Warren Ellis. Es ist ein sehr ruhiger, langgezogener Film, was bei einer Kurzgeschichte kein Wunder ist.
Das Thema wurde einfach schon viel zu oft in verschiedenen Genres aufgezeigt, dass man hier nur noch langweilig im Kinosessel sitzt und auf das Ende wartet. Und wenn es denn da ist, weiß man, dass dieser Film inhaltlich auch in der Hälfte (oder zumindest zwei Drittel) der Zeit hätte gezeigt werden können. Vielleicht wollte David Oelhoffen auch nur die Ödnis aufzeigen und das aussichtslose Dilemma der beiden Männer unterstreichen. Abgesehen von der Langatmigkeit ist der Film jedoch souverän inszeniert.

22.06.2024 | mz
Kategorien: Kino