Samstag, 14. Dezember 2019
Angel has fallen

 

Immer an vorderster Front, um sein Leben für den Präsidenten zu geben: Mike Banning ist der loyalste Mann beim Geheimdienst. Zweimal in seiner langen Karriere hat er bereits den US-Präsidenten gerettet – Zeit, einen Gang runter zu schalten und über eine Versetzung in den Innendienst nachzudenken.
Doch alles ändert sich nach einem vermeintlichen Routineeinsatz: Bei einem großangelegten Anschlag auf Präsident Trumbull, schafft er es zwar, ihn zu retten, doch von seinem Team überlebt nur er und ist plötzlich der Hauptverdächtige. Während der Präsident schwer verletzt im Koma liegt, wird Banning von seinen Kollegen und dem FBI quer durchs Land gejagt und muss beweisen, wer die wahren Drahtzieher sind. Ein gnadenlos rasantes Katz-und-Maus-Spiel beginnt…
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Mittlerweile ist der von Morgan Freeman gespielte Allan Trumbull zum Präsidenten aufgestiegen. In Olympus has fallen war dieser noch Sprecher des Weißen Hauses, wurde dann zum Vizepräsident befördert und trägt nun den Codenamen „Pfadfinder“. Der mittlerweile 82-jährige Schauspieler hat es doch glatt geschafft, zusammen mit Hauptdarsteller Gerard Butler alias Mike Banning in allen drei „…fallen“-Filmen mitzuspielen. Vielleicht half ihm dabei auch seine Position als Produzent der politischen TV-Serie Madam Secretary, die erfolgreich im US-TV läuft.
»Ich sehe Trumbull als einen ehrenhaften, mutigen Mann und einen sehr guten Politiker«, beschreibt er seine Rolle. »Er basiert jedoch nicht auf einem historischen Präsidenten, denn die Situation ist so einzigartig, und die Entscheidungen, die er zu treffen hat, mussten noch von keinem uns bekannten Präsidenten getroffen werden.«
Da hatte er Glück gehabt, denn entweder wurden die Personen der Handlung in den ersten beiden Filmen nach und nach dezimiert oder, wie in diesem Film, die Schauspielerin ausgetauscht, die Mikes Ehefrau spielt. War es in den ersten beiden Filmen noch Radha Mitchell, so ist in diesem Film Piper Perabo als Leah Banning zu sehen, welche in London has fallen noch schwanger war und nun ein Kleinkind unterhält. Die ehemalige „Kojotin“ hat es mit ihren letzten beiden Filmen nach dem Ende ihrer Agentenserie Covert Affairs in Deutschland nicht ins Kino geschafft, weshalb diese Nebenrolle wie eine Herabstufung ihrer Talente wirkt.
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War im letzten Film noch Leahs Mutter zu sehen, treffen wir diesmal auf Mikes entfremdeten Vater, der von Nick Nolte gespielt wird, der sich nach dem Til Schweiger-Flop wieder beliebt machen muss, was ihm auch gelingt, denn diese Alter-Zausel-Rolle ist ihm wie auf den Leib (oder auch ins Gesicht) geschrieben. Es scheinte auch die Chemie zwischen ihm und seinem Filmsohn gestimmt zu haben, denn sie sind im Abspann noch in einer niedlichen Zusatzszene zu sehen.
Im Großen und Ganzen ist der Film jedoch stimmig, auch wenn die Handlung so gut wie keine Überraschungen her gibt. Gleich bei der Eröffnungssequenz wird einem klar: Das kann nicht echt sein, das sieht aus wie eine Übung. Und tatsächlich: So ist es. Schon bei dem ständigen Nachhaken von Mikes Freund Wade weiß man, dass dieser hinter dem Attentat stecken muss.
Dieses Attentat jedoch ist genauso bombastisch und clever ausgedacht wie der Angriff aufs Weiße Haus oder die Kathedrale in London, was man erst gar nicht so erwartet. Auch der Rest der Action im Film verlief wohl koordiniert und mitreißend, was wohl an der Regie von Ric Roman Waugh liegt, der sich als ehemaliger Stuntman damit bestens auskennt. Angel has fallen ist mittlerweile seine fünfte Filmregiearbeit.
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Alles steht und fällt mit Gerard Butlers Darstellung des physisch gebrochenen Filmhelden, die er nach wie vor problemlos meistert. Somit ist Angel has fallen ein gelungener Abschluss der Filmreihe, die wie die John Wick-Filme für Liebhaber von Actionfilmen gemacht wurde und deren Erwartungen voll erfüllt. Wer kompliziertere Handlungen und noch tiefer schürfende Charaktere verlangt, ist hier gnadenlos falsch.

30.08.2019 | mz
Kategorien: Feature | Filme