Donnerstag, 25. April 2024
Leila erzählt vom magischen Imam Zaman.
© Sony Pictures Classics
Leila ist eine iranisch-amerikanische junge Frau, die versucht, ihre beiden so gegensätzlichen und verfeindeten Kulturen in Einklang zu bringen – was nicht immer ganz einfach ist. Dabei stellt sie auch die Etiketten in Frage, die Familie und die Gesellschaft ihr kurzerhand verpassen.
Als die ganze Familie wegen einer Herztransplantation ihres Vaters in New York City zusammenkommt, bemüht sich Leila, ihr Beziehungsleben unterm Radar zu halten und ihr „richtiges“ Leben von ihrem Familienleben zu trennen. Als ihr Geheimnis jedoch kurzerhand gelüftet wird, treten auch die deutlichen Parallelen zwischen Leila und ihrer Mutter Shireen zu Tage…
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Der Film beginnt mit einer schwungvollen Einleitung und allem, was man für einen Film mit Kulturkonflikt braucht. Dabei spricht Leila immer wieder in die Kamera und erklärt uns diverse (familien-)kulturelle Eigenheiten und offenbart uns ihre Denkweise, erzählt die Geschichte.
Doch der Film erzählt nicht nur vom Kulturkonflikt, sondern auch über den Konflikt von Leila zu ihrer Mutter Shireen. Nachdem die Konflikte aufgewühlt werden, fällt der Film dann ab etwa der Hälfte in ein schwungloses Dramaloch, in dem die junge Shireen das Erzählen ihrer Geschichte übernimmt, warum sie in die USA ausgewandert ist.
Dann kommt der Film wieder in die Gegenwart zurück und tauscht die Erzählweise in die Kamera gegen Dialoge und Handlung und fügt die beiden voran erzählten Geschichten zusammen, die Mutter und Tochter letztlich vereint und zwischen Taschentuchschnief und bunten Tanzeinlagen den Film beendet.
Das Problem dabei ist lediglich, dass der Film die Balance zwischen Drama und Komödie nicht halten kann und die Zuschauenden mit einem lachend tanzenden und einem weinenden Auge entlässt, wobei das Drama bittersüß die Komödie verdrängt.
Wer also eine Liebeskomödie erwartet, wie man sie schon so oft bekommen hat, der wird hier enttäuscht. Was man bekommt, ist eine tragische Emigrationsgeschichte, in der sich Mutter und Tochter jeweils darüber klar werden müssen, dass sie in verschiedenen Welten aufgewachsen sind und beide gegenseitig respektiert werden müssen, um sich weiter zu entwickeln.
Die komödiantischen Passagen sind sehr schwungvoll und auch witzig, während im dramatischen Teil die Komik vollkommen flöten geht. All das wird jedoch mit hervorragender schauspielerischer Qualität gezeigt, während die Musikeinlagen zum Mittanzen einladen. Auf jeden Fall fehlt zum Kassenschlager die Konsequenz. Der Film hätte als reines Drama wie auch als reine Komödie funktionieren können, doch mit beiden Genres fährt man eher Achterbahn als zufrieden aus dem Film entlassen zu werden.

27.03.2024 | mz | Quelle: Sony Pictures
Kategorien: Kino