Donnerstag, 18. April 2024
Kamala Khan (Iman Vellani) beim Zeichnen ihres Comics
Captain Monica Rambeau (Teyonah Parris) untersucht eine Anomalie.
Ms. Marvel/Kamala Khan (Iman Vellani) trifft auf Goose, den Flerken.
Captain Marvel (Brie Larson)
Dar-Benn (Zawe Ashton)
Goose zu Gast bei den Khans
Kamala Khan (Iman Vellani)
Captain Marvel/Carol Danvers (Brie Larson)
Nick Fury (Samuel L. Jackson) auf der Raumstation
Ms. Marvel (Iman Vellani), Captain Marvel (Brie Larson) und Captain Monica Rambeau (Teyonah Parris)
Captain Marvel (Brie Larson) und Ms. Marvel (Iman Vellani)
Carol Danvers (Brie Larson) und Kamala Khan (Iman Vellani) kommen sich näher.
Captain Marvel (Brie Larson) findet sich plötzlich in einem fremden Zimmer wieder.
Dar-Benn (Zawe Ashton)
Captain Marvel (Brie Larson)
Prinz Yan
Nick Fury
Miss Marvel | Kamala Khan
Captain Monica Rambeau
Goose
Goose und seine Flerkätzchen
Captain Marvel | Carol Danvers
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Es ist der 33. Film in Kevin Feiges Marvel-Kinouniversum, und bei diversen Fans hat sich mittlerweile eine Übersättigung eingestellt – vermutlich ein Grund, warum so wenig Werbung für den Film gemacht wurde.
Nachdem Disney+ Marvel in dessen Strömungsdienst fest mit eingebunden hatte, dauerte es nicht mehr lange, bis es die ersten Marvel-Serien gab. Doch im Gegensatz zu den für Netflix produzierten Serien, die mittlerweile auch bei Disney+ zu sehen sind, machte sich unter den Fans Müdigkeit breit – so breit wie die Serienhandlung, denn im Gegensatz zu den Kinofilmen passiert in den einzelnen Episoden lange nichts, um dann gegen Ende der Folge die Fans mit Action aufzuwecken.
Ganz besonders die letzte Serie Secret Invasion um Nick Fury und die Skrulls schleppte sich durch sechs Folgen und schien irgendwie aus der Zeitlinie zu fallen. Erst in The Marvels sehen wir Nick Fury auf der vermeintlichen Raumstation, auf der er sich nach dem Blip verschanzt hatte. Aber auch im Kino wurde die Euphorie der Fans von dem eher langatmigen Eternals gedämpft.
Doch es gibt auch Ausnahmen, die wiederum Spaß machen und unterhalten – so wie die Serie Ms. Marvel, einer eher neueren Figur im Marvel-Universum, die mit ihrer Interpretation durch Iman Vellani für frischen Wind sorgte. The Marvels schließt nun genau an der letzten Zusatzszene jener Serie an, in der sich Captain Marvel plötzlich im Kleiderschrank ihres Nummer-Eins-Fans Kamala Khan wiederfindet…

»Annihilator!«

Dar-Benn

Obwohl The Marvels eine Fortsetzung des Straßenfegers Captain Marvel ist, weist Kevin Feige, Produzent und Präsident der Marvel Studios, darauf hin, was den neuen Film einzigartig macht: »Dieser Film wurde von Grund auf von unserer Regisseurin Nia DaCosta entwickelt, die einen lustigen, schrulligen Ton für diese Geschichte geschaffen hat, der für das MCU völlig neu ist. Und wir stellen diese drei Powerfrauen in den Mittelpunkt, die alle so unterschiedlich und verschieden sind, aber als dynamisches Heldentrio perfekt zusammenpassen.«
Carol Danvers alias Captain Marvel hat ihre Identität von den tyrannischen Kree zurückerobert und Rache an der Obersten Intelligenz genommen. Als sie auf ein anormales Wurmloch aufmerksam wird, das mit einer Kree-Revolutionärin verbunden ist, werden ihre Kräfte mit denen des Superfans Kamala Khan alias Ms. Marvel aus Jersey City und Carols entfremdeter Nichte (jetzt S.A.B.E.R.-Astronautin) Captain Monica Rambeau verwickelt.
Dieses ungleiche Trio muss nun lernen, zusammenarbeiten, um als „The Marvels“ das Universum zu retten. Dazu müssen zunächst persönliche Diskrepanzen ausgemerzt werden, bevor die drei „Engel für Fury“ die Pläne Kree-Anführerin Dar-Benn durchkreuzen können, Rache an der „Zerstörerin“ Captain Marvel zu nehmen und ihren Heimatplaneten Hala zu retten, der durch die Zerstörung der Obersten Intelligenz zu einem unwirtlichen Ort wurde, an dem kein Wesen mehr leben kann.
Es ist zunächst eine zwanghafte Verbundenheit, denn alle drei Frauen werden zufällig mit Dar-Benns künstlich geschaffenen Wurmlöchern verbunden – Carol direkt in Konfrontation mit ihr, Monica beim physischen Erkunden der Anomalie und Kamala durch die Verbindung ihres Armreifens, das, wie sich herausstellt, Teil eines Paares ist, dessen andere Hälfte Dar-Benn ausgegraben hat.
»Es dauert ein bisschen, bis wir die Quantenverflechtung begreifen«, erklärt Brie Larson. »Was uns auffällt, ist, dass wir alle anfangen, die Plätze zu tauschen, und das dauert ein bisschen. Wir merken, dass wir die Plätze tauschen, wenn wir unsere Kräfte gleichzeitig einsetzen. Es können verschiedene Galaxien und verschiedene Planeten sein – es spielt keine Rolle, die Entfernung spielt keine Rolle. Es ist nur so, dass wir aus ganz bestimmten Gründen verstrickt werden. Für Carol ist es schwer, denn sie hat beschlossen, allein zu arbeiten, weil es zu schmerzhaft für sie ist, es zu versuchen, mit Verlust umzugehen.«
Hinzu kommen noch so beiläufige Probleme wie Kamalas Familie, die in das Abenteuer mit hineingezogen wird. Flerken Goose, das nach außen als Katze wirkende Wesen, das ganze Personen oder hier auch Sessel verschlingen kann, um sie später wieder auszuspucken, macht ebenfalls Bekanntschaft mit den Khans. Zudem bekommt Furys Raumstation ein ähnliches Problem wie Star Treks Raumschiff Enterprise mit den Tribbles, und wir entdecken einen Planeten, auf dem die Bewohnenden mit Gesang kommunizieren.
Nicht nur, dass wir Brie Larson singen und tanzen sehen – ihr singender Konterpart ist kein geringerer als Südkoreas Star Seo-Jun Park, den Fans aus koreanischen Produktionen wie She was pretty, Hwarang – The Poet Warrior Youth oder auch dem Oscar®-Preisträger Parasite bekannt ist.
Allerdings sind die Hintergründe der Geschichte der Handlung und der Figuren besser zu verstehen, wenn man diverse Marvel-Produktionen gesehen hat. So entdecken wir Monicas Kräfte, die sie in der Serie WandaVision erlangt hat, Kamalas Vorgeschichte kennt man aus der Serie Ms. Marvel, Nick Furys Entwicklung speziell aus Captain Marvel und Secret Invasion, aber auch Hintergründe aus Entwicklungen anderer Filme – so z.B. die kupferne Freiheitsstatue, die in Spider-Man | Far from Home eine große Rolle spielte und nach dem Blip aus Avengers | Infinity War restauriert wurde.
Aber auch wenn man all das nicht gesehen hat, bekommt man einen Film, der Spaß macht, unterhält und vor allem eine vernünftige Laufzeit mit unter zwei Stunden besitzt! Demzufolge besitzt der Film auch keine Längen und lädt dazu ein, ihn mehrmals zu betrachten, wie auch die vorangegangenen Serien und Filme nochmal nachzugucken, um die Handlungen besser zu verstehen.
Im Gegensatz zu den bisherigen Produktionen, sei noch bemerkt, benutzt Regisseurin und Marvel-Fan Nia DaCosta hier zu Beginn eine kleine Zusammenfassung, die den Einstieg etwas leichter machen soll. Und natürlich gibt es noch eine Zusatzszene vor dem Abspann, die ein gewisses Paralleluniversum betrifft… (allerdings keine Zusatzszene nach dem Abspann!)
Produzentin Mary Livanos fasst zusammen: »Das Thema und die letztendliche Botschaft von The Marvels ist eine, die wir alle verinnerlichen können. Es geht um Selbstfindung, um das Bewusstsein, zu prüfen, was richtig ist, und um die Entdeckung eines tieferen Einfühlungsvermögens in Situationen, die komplizierter sind als man ursprünglich gedacht hat.«

13.11.2023 | mz
Kategorien: Feature | Filme