Mittwoch, 17. Juli 2024
Sound of Freedom
Miguel (Lucás Ávila) mit Tim Ballard (Jim Caviezel)
Katy | Giselle (Yessica Borroto)
Pablo (Eduardo Verástegui)
Tim Ballard (Jim Caviezel) mit Jorge (Javier Godino)
Miguel (Lucás Ávila) mit Tim Ballard (Jim Caviezel)
Roberto (José Zúñiga) mit seinem Sohn Miguel (Lucás Ávila) wiedervereint
Tim Ballard (Jim Caviezel)
Tim Ballard (Jim Caviezel)
Rocío (Cristal Aparicio)
Rocío (Cristal Aparicio)
Regisseur Alejandro Monteverde mit Cristal Aparicio und Lucás Ávila bei den Dreharbeiten
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Als Spezialagent der Homeland Security führt Tim Ballard einen geradezu aussichtslosen Kampf gegen den internationalen Kinder- und Menschenhandel. Als er eines Tages den kleinen Miguel aus Honduras aus den Händen skrupelloser Kinderhändler befreit, erfährt er, dass sich dessen Schwester Rocío immer noch in der Gewalt der Verbrecher befindet.
Ballard läuft die Zeit davon, um das kleine Mädchen zu befreien. Kurzerhand kündigt er seinen Job und reist tief in den kolumbianischen Dschungel, wo ihn ein lebensgefährlicher Einsatz erwartet: Rocíos Entführer sind Rebellen und bis an die Zähne bewaffnet, die nicht daran denken, ihre „Beute“ kampflos zu übergeben…

»God’s children are not for sale.«

Tim Ballard

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte, welche die erschütternde Realität des weltweiten Kampfs gegen den Menschenhandel zeigt. Der packende, hochemotionelle Krimi avancierte im Sommer 2023 zum Überraschungshit in den US-Kinos. Dank seines aufrüttelnden Themas und einer ungewöhnlichen Marketingkampagne hielt sich der Film acht Wochen in den Top Ten der US-Kinocharts und konnte bislang über 180 Millionen Dollar einspielen.
Inwieweit sich die Filmhandlung mit den wahren Begebenheiten Tim Ballards deckt, ist unklar. Fakt ist jedoch, dass Verschwörungstheoretiker der QAnon-Bewegung bei der Entführung von Kindern an eine weltweit agierende, satanistische Elite glauben, die aus deren Blut ein Verjüngungsserum gewinnen will. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump bekämpfe diese Elite und einen vorgeblichen „Schattenstaat“. Der echte Tim Ballard und sein Darsteller verbreiten zudem diese wirren Theorien.
Zudem bewarb sich der rechtsextreme Mexikaner Eduardo Verástegui, der neben seiner Funktion als Produzent des Films auch in einer Nebenrolle zu sehen ist, als unabhängiger Kandidat für die mexikanischen Präsidentschaftswahlen 2024. Seine Bewegung Viva México poltert gegen LGBTQ, die Legalisierung der Abtreibung, „Wokeness“ sowie »kommunistische Konspirationen« und verteidigt »die Familie und das Leben ab der Zeugung sowie religiöse Werte und Identität auf der Grundlage der Bibel«.
Der Regisseur und Drehbuchautor Alejandro Monteverde hat sich von den Äußerungen klar distanziert: »Der Film wurde auch zu Unrecht mit bestimmten Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht. Wir haben den Film 2015 geschrieben und 2018 gedreht, lange bevor alle Beteiligten jemals von solchen Theorien gehört hatten. Es ist daher buchstäblich unmöglich, dass der Film auf diese Theorien Bezug nimmt…
Jeder, der Sound of Freedom gesehen hat, weiß, dass der Film selbst nicht im Geringsten politisch ist. Er basiert auf der Geschichte einer realen Person, Tim Ballard, der seine Tätigkeit bei der Homeland Security aufgab, um verschleppte Kinder zu retten. Während der Entwicklung, Recherche und dem Schreiben der Geschichte gab es keine einzige Diskussion über Politik. Und warum? Weil die Politik in den Hintergrund treten sollte, wenn es darum geht, Kinder aus den Fängen des Menschenhandels zu befreien.
Wir verstehen, dass jeder, auch wir, die wir den Film gemacht haben, unterschiedliche Ansichten zu vielen Themen hat. Wir haben Sound of Freedom in dem aufrichtigen Bemühen gemacht, die Menschen in Bezug auf eine grundlegende Menschenrechtsfrage zu vereinen. Keine einzelne Interessengruppe ist für das Problem namens Menschenhandel verantwortlich. Wir alle sind es, weil es in der Welt geschieht, die wir alle teilen.«
Wie skrupellos die Entführer agieren, kann man in der Eröffnungssequenz und im Vorspann sehen. Man will es einfach nicht glauben, was da abgeht! Und wenn Jim Caviezel als Tim Ballard sich auf die Jagd nach Pädophilen macht, fühlt man seine innere Zerrissenheit, wenn er einen Fall abschließt, sich dann aber wie ein kleines Zahnrad in einem übergroßen Getriebe fühlt, aber eigentlich viel mehr erreichen will.
Der Film ist unbequem, und man fiebert mit Tim Ballard mit, wenn er die Drahtzieher schnappt und am Einzelbeispiel die Aguilar-Kinder rettet. Auch wenn am Ende behauptet wird, dass es heute mehr Menschen in Sklaverei gäbe als zu der Zeit, in der Sklaverei legal war, geht das Thema an sich ans Herz und man wünscht sich eine ganze Gruppe von Tim Ballards, damit das Thema Menschenhandel und Sklaverei endgültig zu den Akten gelegt werden kann.

10.05.2024 | mz
Kategorien: Feature | Filme