Mittwoch, 8. Dezember 2021
Natasha Romanoff alias Black Widow
© Marvel Studios
Lange mussten die Fans darauf warten, dass Black Widow endlich auch einen eigenen Film bekommt. Bittersüß dabei ist jedoch die Tatsache, dass sich die Figur im letzten Avengers-Film aufopferte. Daher spielt Black Widow auch kurz nach The first Avenger | Civil War. Nach dem Zwist mit ihren Superheldenkollegen[m/w/d] wegen des Sokovia-Abkommens, versucht sie nun, unter dem Radar zu bleiben, um nicht von Außenminister Ross und dessen Gefolgsleuten aufgeschnappt zu werden. Ihr Verbündeter dabei ist Mason, ein ehemaliger Soldat, den Natasha einst aus einem kambodschanischen Gefängnis befreit hat, und der sich nun bei ihr als Schmuggler von Ausrüstungsgegenständen bedankt.
  • Black Widow – 01
    »Remember when I told you, we're going to have a big adventure? Well, today is the day.«
    Alexej Schostakow
Doch beginnen tut der Film mit einer Rückblende. Wir schreiben das Jahr 1995. Im US-Bundesstaat Ohio lebt eine Familie – zwei Kinder, Mutter und Vater. Allerdings muss das traute Heim schon bald aufgegeben werden, denn die Familie gehört nicht zusammen. Mutter und Vater sind verdeckte russische Schläferagenten und die beiden Kinder ihre heranwachsenden Top-Tötungsmaschinen. Wer jetzt denkt, dass der Film Natashas Vergangenheit aufzeigt, irrt sich, denn wie sonst sollte Scarlett Johansson die Hauptrolle spielen?
Dafür erleben wir ein spannendes Abenteuer der beliebten Figur im Stil von Iron Man. Wir sehen nach dem Prolog zwar nicht Natashas Vergangenheit, doch selbige holt sie ein, denn ihre Ziehschwester Jelena, selbst eine der „Witwen“ aus dem „Roten Zimmer“, deckt das dunkle Geheimnis des Chefs der „Witwen“ auf. Um den totgeglaubten Drejkow zur Strecke zu bringen, sucht sie Natashas Hilfe, und schon bald ist Drejkows größtes Werk, der Taskmaster, eine Tötungsmaschine, die den Kampfstil des Gegners adoptiert und ihn dadurch theoretisch unbesiegbar macht, auf ihrer Fährte. Doch niemand hatte mit einem Avenger gerechnet…

Ohne zuviel vorweg zu nehmen: Wie schon bei Hulk, Iron Man, Captain America oder Thor erleben wir nun einen weiteren Avenger in einem eigenen Film. Der Film ist spannend, besitzt teilweise schnippischen Humor und für einen Avenger natürlich überbordende Action. Allerdings verabeitet der Film hier so einige Versatzstücke, die wir so schon irgendwie irgendwo gesehen haben, weshalb dort auch die größten Abstriche zu machen sind.
Gewinnen tut der Film bei den Interaktionen der Hauptfiguren. Ob der Film bei der Action in 3D dazugewinnt, muss man sich im Kino (oder später auf Blu-ray, wenn man sich die Corona-Spirenzien ersparen möchte) von überzeugen. Außerdem ist es auch der erste Film, der die Marvel-Serien mit aufnimmt, denn in der Zusatzszene nach dem Abspann ist nicht nur eine Figur zu sehen, die in einer Serie ihren ersten Auftritt hatte, sondern verbindet sich zugleich auch noch mit einer kommenden Serie.
Black Widow ist das Marvel-Äquivalent zu Rogue One bei Star Wars – man weiß praktisch, wie es ausgehen muss, doch trotzdem wird man gut unterhalten. Das liegt aber auch nicht zuletzt an den Darstellern[m/w/d] und deren Rollen und den vielen Details, mit denen sie ausgestattet wurden. (Ich sage nur: Karl Marx!) Aber auch visuell hat man sich da an mittlerweile Disneys Star Wars angenähert. Ich weiß jetzt nicht, ob man auch nach der Mickey-Mouse-Silhouette Ausschau halten muss, aber die weißen Kampfanzüge der Mädels und das Kostüm von Red Guardian erinnern schon recht stark an Sturmtruppen und Rebellen.
Was bleibt, ist ein kurzweiliges Abenteuer, das auch irgendwie ein James-Bond-Film sein könnte. Aber auf jeden Fall werden wir künftig die Posen von Black Widow vermissen…

24.07.2021 | mz
Kategorien: Feature | Filme