Donnerstag, 19. September 2019
† Artur Brauner
Abraham Brauner (1918 - 2019)

 

Wikipedia | IMDb


Artur „Atze“ Brauner, einer der erfolgreichsten Filmproduzenten im Nachkriegsdeutschland, ist am Sonntagabend im Alter von 100 Jahren friedlich eingeschlafen.
Der 1918 im polnischen Lódz geborene Abraham Brauner arbeitete mit Stars wie Romy Schneider, Curd Jürgens, Caterina Valente, Maria Schell, O.W. Fischer und Heinz Rühmann zusammen und verhalf dem deutschen Film nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu Ansehen. In seinen Berliner Studios der Central Cinema Company (CCC) entstanden über 700 Kinofilme und TV-Produktionen. Er brachte Filme wie Der brave Soldat Schwejk, Der Tiger von Eschnapur, Dr. Mabuse und Mädchen in Uniform auf die Leinwand.
Er verlor 49 jüdische Verwandte in den Konzentrationslagern der Nazis und erinnerte außerdem mit zahlreichen Filmen an das Schicksal der Holocaust-Opfer. Bereits 1948 hatte er bei den Filmfestspielen in Venedig Morituri über die Flucht von Häftlingen aus einem Konzentrationslager gezeigt.
Aufsehen erregte die nach einer wahren Geschichte entstandene Produktion Hitlerjunge Salomon. Darin gibt sich ein jüdischer Junge als Hitlerjunge aus, um zu überleben. Das Drama gewann einen Golden Globe®, wurde von der deutschen Auswahlkommission überraschend aber nicht für einen Oscar® als bester fremdsprachiger Film nominiert. Im Gegensatz zu Deutschland war der Film in den USA ein großer Publikumserfolg.
Artur Brauner überlebte den Holocaust versteckt in der Sowjetunion. 1946 kam er nach Berlinund gründete seine Filmgesellschaft. In den CCC-Filmstudios war er zu Beginn gleichzeitig Produzent, Atelierchef, Dramaturg, Besetzungschef und Buchhalter. Er verfilmte auch zahlreiche Abenteuerromane wie Der Schut und Old Shatterhand mit Lex Barker und Pierre Brice. Seine Tochter Alice führt als Produzentin bereits seit einigen Jahren das Lebenswerk ihres Vaters fort.
Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, schrieb bei Facebook: »Artur Brauners Durchhaltewillen, seine Zielstrebigkeit und seine unbedingt lebensbejahende Einstellung beeindruckten jeden, der das Glück hatte, ihn kennenzulernen. Mit ihm verlässt uns ein Mensch, der Generationen geprägt und unser Land bereichert hat. Er wird uns fehlen.«

08.07.2019 | mz |
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