Basierend auf Colleen Hoovers Bestseller erzählt dieser ebenso verführerische wie fesselnde Psychokrimi die Geschichte der renommierten Autorin Verity Crawford und Lowen Ashleigh, einer bislang recht erfolglosen Schriftstellerin, die auf das abgelegene Anwesen der Crawfords zieht, um für Verity als Ghostwriterin zu arbeiten.
Nachdem Lowen scheinbar Veritys erschreckende autobiografische Aufzeichnungen entdeckt, gerät sie in einen Strudel verstörender und verwirrender Geständnisse über Veritys Ehemann Jeremy und ringt damit, Fiktion von Realität, Manipulation von Anziehung und Gelegenheit von Besessenheit zu unterscheiden.
»All of her books are from the villain’s point of view.«
»That’s news to me.«
Lowen Ashleigh
Colleen Hoovers Enttäuschung über einen Horrorfilm mit unverdienten Wendungen war der Auslöser, dass sie aus dem Liebesroman-Genre, in dem sie 16 Bücher geschrieben hatte, raus wollte. »Ich besitze einen schwarzen Humor und bin definitiv nicht so romantisch oder emotionell wie die Figuren in einigen meiner Bücher«, sagt die Autorin, die „Verity“ 2018 im Selbstverlag veröffentlichte. »Ich liebe es, Figuren zu isolieren und sie an unheimliche Orte zu versetzen, oder sie von der Außenwelt abzuschneiden, sodass sie sich ganz allein den Herausforderungen stellen müssen.«
Produktionsdesignerin Amy Williams berichtet, dass Regisseur Michael Showalter den Roman, wo immer möglich, genau so umsetzen wollte. Dabei ließ er sich bei den Psychokrimis der 80er und 90er Jahre inspirieren. So ist die Tapete vor der ersten New Yorker Wohnung dieselbe wie in Brian de Palmas Dressed to Kill, und auf Veritys Schreibtisch liegt ein Eispickel als Verweis auf Basic Instinct.
Die beiden haben bereits in dem Amazon-Film Als du mich sahst mit Anne Hathaway zusammengearbeitet. Die Produktionsdesignerin erinnert sich, daran, dass der Regisseur »einen schönen, glamourösen Popcorn-Schocker« machen wollte. Und bei dem Ambiente erkennt man auch die Verwandtschaften.
Die Drehort-Managerin Elizabeth Krekel fand im Norden New Yorks das ideale Haus, entworfen vom dänischen Bildhauer und Designer Jens Quistgaard, der 30 Jahre als Chefdesigner bei Dansk gearbeitet hatte – viele Stufen, abgesenkte Wohnzimmer, Stein, der in die Wände ragt wie bei einem Haus in der Felswand, niedrige Decken, lange schmale Räume, verwirrende Flure. Eine Decke ist entweder hoch aufragend oder rückt einem auf die Pelle.
»Ich wollte, dass das Haus eine Art Kaninchenbau ist, in den sie hineingehen«, sagt Michael Showalter. »Man soll das Gefühl bekommen, dass das Haus all diese Eingänge, Gänge und Räume hat, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Man versteht nicht wirklich, wie groß das Haus genau ist oder wie viele Räume es gibt. Es ist so eine Art perfektes Fantasiehaus, das sehr ungewöhnlich ist und in vielerlei Hinsicht eine Erweiterung von Veritys Vorstellungskraft darstellt.«
Aber das ist auch das Einzige, was an dem Film spannend wirkt. Besonders das Geklimper von Volker Bertelmann wirkt eher einschläfernd, bietet nicht genug Raum für Effekte und ist auch sonst nicht sehr einträglich. Genauso plätschert die Handlung dahin. Wenn Lowen die Passagen aus Veritys Manuskript liest, bekommt man immer wieder ein Stück Wahrheit in Form einer gespielten Rückblende präsentiert – oder zumindest eine differenzierte Sicht auf die Dinge.
Man rätselt zwar bis zum Schluss, wer den nun wen überführen oder austricksen will und was denn nun die Wahrheit ist, doch das Ende kann die dröge Inszenierung nicht retten. Selbst Dakota Johnson macht im Film einen Witz über sich, sehr zur Freude ihrer Hasser – sie sagt, sie habe ein „festes Langweiler-Gesicht“.
Natürlich gibt es da auch Dinge, die man aus dem Film mitnimmt – so die roten Versace-Kleider, die die beiden Hauptdarstellerinnen im Film tragen, wie auch die Bissspuren im Bettkopfgestell. Doch man vermisst vor allem eines, das einen Schocker ausmacht – Spannung. Der einzige Schockmoment des Films kommt gleich zu Beginn, als an einer Kreuzung vor Lowen jemand überfahren wird und sie mit Blut überschüttet wird. Der Rest ist Hintergrundrauschen. Da guck ich doch lieber nochmal Basic Instinct…