2035 hat eine Grippepandemie den Großteil der Menschheit ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden kämpfen nicht nur mit einer zerstörten Welt, sondern auch mit einer rätselhaften Blutkrankheit. Auf einem verlassenen Flugfeld in Eerie, Colorado, haben sich der Pilot Hig und der ehemalige Marine Bruce Bangley eingerichtet: Hig versorgt mit seiner Cessna eine nahe Mennoniten-Gemeinde und sucht nach weiteren Unversehrten, während Bangley das Gelände mit Waffen und militärischer Wachsamkeit verteidigt.
Als Hig eine geheimnisvolle Funkübertragung empfängt, folgt er ihr gegen Bangleyes Widerstand. Nach einer Notlandung trifft er in einem abgelegenen Canyon auf Jack, den alle nur Pops nennen, und dessen Tochter Cima. Während Pops Fremden grundsätzlich misstraut, gibt Cima Hig erstmals seit Langem wieder das Gefühl menschlicher Nähe. Gemeinsam reparieren sie seine Cessna – doch ihre fragile Zuflucht bleibt nicht unentdeckt…
»It’s like the old saying: Shoot first, inquire afterwards.«
Jack
Ridley Scott verfilmte Peter Hellers Roman „The Dog Stars“ als ungewöhnlich ruhiges Endzeitdrama. Lange dominiert nicht der Kampf ums Überleben, sondern die Einsamkeit seiner Figuren: Hig trägt den Verlust seiner Frau Melissa mit sich herum, fliegt mit seinem Hund Jasper durch die weite Landschaft und hält an der Vorstellung fest, dass irgendwo noch ein menschlicheres Leben möglich sein könnte. Jacob Elordi spielt ihn entsprechend zurückgenommen; Josh Brolin gibt seinem grimmigen Gegenpol Bangley viel trockenen Humor, Guy Pearce dem misstrauischen Pops eine raue Präsenz.
Gerade in der ersten Hälfte entwickelt Das Ende der Sterne dadurch eine melancholische, fast meditative Atmosphäre, unterstützt von Harry Gregson-Williams‚ schwermütiger, gitarrenbetonter Musik. Die weiten Berglandschaften und die Beziehung zwischen Hig und Jasper machen den Film eher zu einem Charakterstück als zu einem üblichen Endzeit-Abenteuer. Später rückt die Handlung allerdings stärker in bekannte Genre-Gefilde mit bewaffneten Bedrohungen und Verfolgungssituationen; die zuvor so eigene Ruhe verliert dabei etwas von ihrer Wirkung.
Gedreht wurde von April bis Juni 2025 in Italien. Die Dolomiten ersetzen die Rocky Mountains Colorados, während unter anderem Cinecittà in Rom für die Flughafenanlage von Grand Junction genutzt wurde. Für Higs Hund Jasper, praktisch der einzige Sympathieträger, standen gleich drei ähnlich aussehende Malinois vor der Kamera – einer für ruhige Szenen, einer fürs Spielen und einer für die Angriffssequenzen.
Ridley Scott, der die Geschichte nach Gladiator II und Napoleon als bewusst anderen Stoff begriff, reizte vor allem die Verbindung aus Endzeitkulisse und Intimität: »Es ist eine Geschichte über so vieles – Drama, Angst, Terror oder Komödie. Im Kern geht es um Selbstgenügsamkeit.« Zugleich wollte er laut eigener Aussage Klischees vermeiden. Seine bekannte Arbeitsweise mit bis zu elf gleichzeitig laufenden Kameras gab den Darstellern dabei Raum für spontane Momente. Josh Brolin erinnerte sich, dass sich der Dialog zwischen Hig und Bangley von Aufnahme zu Aufnahme verändern konnte – ein Prozess, der die eigenwillige Zweckgemeinschaft der beiden erst richtig lebendig gemacht habe.
Das Ende der Sterne besticht durch eine ruhige Atmosphäre und zieht seine doch mäßige Spannung aus den Figuren, da es hier keine Zombies oder aggressive Pilzgeflechte gibt. Doch was die Bedrohungen angeht, setzt man hier im Gegensatz zu tiefgehend studierten Gemeinschaftsstrukturen auf oberflächliche Schauwerte, die der ersten Hälfte nicht gerecht werden.
Zudem bleiben Jacob Elordi und Margaret Qualley im Gegensatz zu Hund Jasper und den alten Käuzen Josh Brolin und Guy Pearce eher blass und uninteressant. Die Schauwerte reichen gerade so für’s Kino, die Handlung kennt man jedoch zur Genüge und bietet nichts Neues. Am Ende bleibt immerhin die Hoffnung auf Gemeinschaft als emotioneller Kern.