»Between the ribs…«

Ercell (Priyanka Chopra Jonas) und Kapitän Connor (Karl Urban)
📷 Paul Abell - © Amazon Content Services LLC
📷 Paul Abell - © Amazon Content Services LLC
Im Mittelpunkt der Handlung steht Ercell, eine ehemalige Piratin, die versucht, ihrer gewalttätigen Vergangenheit zu entkommen. Auf den Cayman Islands lebt sie mit ihrem Ehemann T.H., ihrem Sohn Isaac und ihrer Schwägerin Elizabeth ein ruhiges Leben.
Als jedoch ihr früherer Kapitän Francisco Connor auftaucht, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Connor ist auf Rache aus und zwingt sie, sich einem Konflikt zu stellen, der ihre Familie in Gefahr bringt.
Um ihre Angehörigen zu schützen, greift Ercell erneut zu den Fähigkeiten, die sie hinter sich lassen wollte. Mit Schwertkampf, taktischem Geschick und Entschlossenheit stellt sie sich Connor und seiner Mannschaft.
Fast zehn Jahre ist es her, dass Johnny Depp als Pirat Jack Sparrow sein Unwesen trieb, und gut 30 Jahre, als Piratenbraut Geena Davis die Leinwände unsicher machte. Da kommt einem schon de Gedanke: Och jah, ein Piratenfilm könnte mal wieder gehen!
Doch The Bluff ist nicht nur verblüffend einfach gestrickt, er wirkt auch genauso billig – von den Studiokulissen bis hin zum banalen Drehbuch. Gedreht wurde offenbar in Helensvale, im australischen Queensland, was den Außenaufnahmen zugute kommt, doch ein Großteil wirkt zumindest so, als hätte man im Studio mit unrealistischer Ausleuchtung und plumpen Hintergründen gedreht. Das passt zu dem Namen des Filmemachers, der das verzapft hat: Frank E. Flowers – das klingt schon so nach Italo-Western.
Und, na klar, es dauert nicht lange, bis das Blut spritzt. Piraten metzeln, töten, vergewaltigen und eignen sich alles mögliche an — so auch ein kleines Mädchen, das Connor erzieht und aus ihr die gefürchtete „Bloody Mary“ macht, die mit ihm und für ihn erbeutet und metzelt. Das alles wird spärlich in Rückblenden preisgegeben, obwohl wir uns das alles bereits denken können, zumal es bereits in der Handlungsbeschreibung verraten wird, dass sie eine Piratin war.
☠️
Und so geht es hauptsächlich um die Animositäten der Hauptfiguren, die von Bollywood-Export Priyanka Chopra (seit einigen Jahren mit dem Anhängsel Jonas geführt, benannt nach ihrem Ehemann, dem Disney-Kinderstar Nick Jonas) und dem passenderweise den ewigen Griesgram spielenden Karl Urban gespielt werden – allerdings auf Sparflamme, wahrscheinlich weil das Drehbuch nicht mehr hergab und sie auch nicht wirklich etwas mit dem Stoff anfangen konnten — so kommt es jedenfalls rüber.
Es wird weder aufgeklärt, wie sie zu ihrem Mann und ihrer Familie gekommen ist, warum ihr Sohn eine Gehbehinderung hat und wer jetzt genau Elizabeth ist. Sie wird zwar als Tante zu Isaac bezeichnet, besitzt jedoch allein visuell keine Ähnlichkeiten mit ihrem vermeintlichen Bruder. Dadurch wirkt das Ganze ein wenig halbherzig und (wie schon erwähnt) billig.
Hinzu kommen immer wieder die klassischen wackeligen Handkamerabilder, damit auch ja keine Kulissenfehler aufgezeigt werden können. Einzige Schauwerte sind die Hauptakteure und die Insel von außen — kein Wunder, denn der Filmemacher stammt selbst von den Cayman-Inseln und hat bislang hauptsächlich Musikvideos u.a. für Ziggy und Damian Marley gedreht. Auch hatte er bei Bob Marley | One Love am Drehbuch mitgeschrieben.
Der Filmtitel übrigens bezieht sich nicht allein auf ein Täuschungsmanöver (sei es Ercells Verwandlung zur Mutter oder die falsche Goldkiste), denn das Finale spielt zudem in und auf einer Klippe! Und auch wenn Bloody Marys clevere Fallen und Kampfkünste praktisch herausstechen, so bleibt der Film und die Handlung recht oberflächlich und insgesamt enttäuschend.
05.03.2026 |
mz | Quelle: amazon prime video
Kategorien: prime video
Genres: Abenteuer | Action | Drama
Kategorien: prime video
Genres: Abenteuer | Action | Drama
