Sonntag, 19. Mai 2024

Kingdom of the Planet of the Apes

Noa (Owen Teague), Nova (Freya Allan) und Raka (Peter Macon)
Noa (Owen Teague)
Koro (Neil Sandilands) und Noa (Owen Teague)
Noa (Owen Teague), Soona (Lydia Peckham) und Anaya (Travis Jeffery)
Noa (Owen Teague)
Noa (Owen Teague)
Noa (Owen Teague)
Noa (Owen Teague)
Raka (Peter Macon)
Noa (Owen Teague) und Raka (Peter Macon)
Nova (Freya Allan)
Noa (Owen Teague), Nova (Freya Allan) und Raka (Peter Macon)
Proximus Caesar (Kevin Durand)
Anaya (Travis Jeffery) und Noa (Owen Teague)
Nova (Freya Allan)
Noa (Owen Teague) und Dar (Sara Wiseman)
Regisseur Wes Ball am Set
Regisseur Wes Ball am Set
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Viele Jahrzehnte nach Caesars Herrschaft dominieren die in Harmonie lebenden Affen, während die Menschen nur noch ein Schattendasein führen. Während ein neuer, tyrannischer Affenanführer sein Imperium aufbaut, begibt sich der junge Affe Noa auf die Suche nach seinen von Proximus Caesar entführten Stammesmitgliedern und muss dabei alles in Frage stellen, was er über die Vergangenheit wusste. Dabei macht er die Bekanntschaft mit dem Orang-Utan Raka, der ihn über die Vergangenheit aufklärt, sowie der Menschenfrau Mae, die ein geheimes Ziel verfolgt.
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Nachdem die Planet der Affen-Trilogie, bestehend aus Planet der Affen | PRevolution, Planet der Affen | Revolution und Planet der Affen | Survival, mit Andy Serkis als Caesar Erfolge feierte, hat man sich bei den umformierten 20th Century Studios dazu entschlossen, die Reihe neu zu beleben. Aber in erster Linie müssen die neuen Geschichten frisch sein, völlig neue Figuren enthalten und eine neue Ära für den Planeten der Affen einleiten.
Dieser Abschnitt kann Inhalte verraten!
Als wir zunächst die Affen Noa, Anaya und Soona treffen, die uns ihre Stammeskultur und einige Nebenfiguren aufzeigen, fühlt man sich erst einmal beeindruckt, wie die Affen da herum springen und in den Bergen herumkraxeln, um Adlereier zu stehlen. Damit wollen sie die schlüpfenden Adler für sich erziehen, vermutlich damit diese für sie auf die Jagd gehen und auch sonst über die Stammesmitglieder wachen.
Noa tut sich schwer, es seinem Vater, dem Stammesoberhaupt, rechtzumachen. Als dann das Lager überfallen, ein Großteil des Stammes (Vater inklusive) getötet wird und die Überlebenden gefangengenommen werden, kommt erst einmal hervor, dass wohl Noa die Hauptfigur ist. Dieser trifft bei seiner Suche nach seinem Klan auf den Orang-Utan Raka, der ihn erst einmal über die Geschichte aufklärt.
Erst nach einer Stunde, nachdem sie auf die Menschenfrau Mae treffen, die Noa in Anlehnung an die überlieferte Geschichte Nova nennt (etwas „Neues“, wie im letzten Teil der ersten Neustart-Trilogie angedeutet), kommt die Geschichte etwas in Fahrt. Bis dahin beäugt man lediglich die Film- und Darstellungskunst der neuen Welt, wie auch das Bewegungs- und Darstellungserfassungsverfahren, das sich in den letzten sieben Jahren zu noch höherer Perfektion entwickelt hat.
Aber auch dann schleppt sich die Handlung, bis unsere Hauptfiguren in die Festung von Proximus Caesar gelangen und die Spannung steigt. Das Ende, das auf eine Fortsetzung weist, wirkt auch zu vorhersehbar und altbacken, als dass es noch das Ruder herumreißen kann.
Der „deutsche“ Titel Planet der Affen | New Kingdom reiht sich formal in die Vorgänger-Trilogie ein. Warum man da nicht gleich komplett eindeutscht, weiß der Geier – der übrigens als einziges Digital-Objekt nicht ganz so detailreich daherkommt. Dagegen hat man sich bei den nassen Fellen der Affen schon weitaus mehr Mühe gegeben.
Das Ende macht auf die Fortsetzung neugierig und ich hoffe, dass diese dann mehr Handlung, Tiefe und Spannung beinhaltet. Dieser Film hier hätte auf jeden Fall eine gute Stunde kürzer sein, oder zumindest die Figur des Noa intensiver einführen können. Man sieht einen Großteil des Films teilnahmslos zu.
Owen Teague, der Noa spielt, kennt man hauptsächlich durch seine Rolle des Patrick Hockstetter in der Neuverfilmung von Es. Der digitale Gesichtsausdruck mag ja hinkommen, doch irgendwie schafft er es hier nicht, ein „neuer Caesar“ zu sein. Vielleicht liegt es auch am simpel gestrickten Drehbuch, das sich über zweieinhalb Stunden streckt. Doch als Freya Allan als Mae immer mehr Präsenz zeigt, bekommt man mit ihr auch irgendwie endlich eine Identifikationsfigur, die Noa nicht so recht zu sein schafft.
Drehbuchautor Josh Friedman ist ein vielbeschäftigter Mann, der neben den Serien Terminator | The Sarah Connor Chronicles, Snowpiercer und Foundation auch mit James Cameron an den neuen Avatar-Filmen schreibt und vor kurzem erst das Drehbuch zum neuen Fantastic 4-Film für Marvel fertiggestellt hat. Da merkt man schon irgendwie die Bandbreite einer Strömungs-(Mini-)Serie. Es fehlt einfach an Erzähltempo!
Regisseur Wes Ball hat bereits mit den Maze Runner-Filmen bewiesen, dass er eine Trilogie stemmen kann. Bleibt zumindest zu hoffen, dass Teil 2 und 3 der neuen Trilogie mehr Tempo besitzen und Noa sich mehr in die Herzen der Zuschauenden einarbeiten kann, wie es Caesar in der letzten Trilogie geschafft hat…

12.05.2024 | mz
Kategorien: Kino