Samstag, 23. Oktober 2021
Das Ibiza-Video
Ein journalistischer Krimi
Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, Süddeutsche Zeitung
📷 Insa Rauscher - © i&u TV | Sky Studios
Am 17. Mai 2019 löste ein heimlich aufgenommenes Video den größten österreichischen Politikskandal der Nachkriegsgeschichte aus: die Ibiza-Affäre. Schon am nächsten Tag trat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von seinem Amt als Vizekanzler zurück. Der Dokumentarfilm rekapituliert die Geschehnisse bis zur Veröffentlichung des brisanten Materials durch die beiden Investigativjournalisten der Süddeutschen Zeitung.
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, deren journalistische Arbeit einem Krimi gleicht: Bis die beiden Investigativjournalisten der Süddeutschen Zeitung das heimlich aufgenommene Video in voller Länge in den Händen halten, sind mehrere konspirative Treffen mit den Machern des Videos und unter Hochdruck die minutiöse Prüfung aller Fakten notwendig, denn das Video zeigt ein Treffen zwischen dem FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache und einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Finca auf Ibiza. Ihr siebenstündiges Gespräch dreht sich immer wieder um politische Gegenleistungen für eine finanzielle Unterstützung der FPÖ – ein korruptes Verhalten, das die Journalisten und ihr Team gemeinsam mit Redakteuren des Magazins Der Spiegel nur der Öffentlichkeit zugänglich machen dürfen, wenn sie auch die Echtheit des Videos beweisen können.
Anhand von zahlreichen Interviews mit einigen der beteiligten Personen sowie mit österreichischen Journalisten und Kennern der österreichischen Politszene rekonstruiert Drehbuchautor und Regisseur Jörg Falbe den langen Weg zur Veröffentlichung des Skandalvideos. Dabei zeichnet die Dokumentation von i&u TV nicht nur den Aufstieg und Fall des Populisten Heinz-Christian Strache nach, sondern fokussiert auch die zentrale Bedeutung des Journalismus für die Kontrolle der Machthabenden.
Das politische Erdbeben der Ibiza-Affäre erschüttert bis heute die österreichische Politik. Zu Wort kommen neben den beiden Journalisten auch ihre Kollegin Leila Al-Serori, gebürtige Wienerin, die unter anderem Heinz-Christian Straches Vergangenheit journalistisch aufgearbeitet und analysiert hat. Der ehemalige Personenschützer Straches, Oliver Ribarich, nimmt erstmals und exklusiv zum Fall Stellung. Immobilienmaklerin Irena Markovic, die unwissentlich den ersten Kontakt zwischen den Machern des Ibiza-Videos, der vermeintlichen Oligarchen-Nichte aus Russland und Straches rechter Hand Johann Gudenus herstellte, berichtet ebenso wie Hans Mahr, Ex-Politikchef der Kronen-Zeitung und intimer Kenner der österreichischen Politik. Weitere Interviewpartner in der Dokumentation sind Florian Klenk, Chefredakteur „Der Falter“, Corinna Milborn, Chefredakteurin PULS 4, der Politikprofessor Peter Filzmaier, Politikberater Stefan Petzner, ein ehemaliger Politiker und Wahlkampfberater von Jörg Haider, sowie der Videoforensiker George A. Rauscher.
»In Zeiten permanenter Nachrichtenflut über das Internet, alternativer Fakten aus zweifelhaften Quellen und nicht immer ehrbarer Motive selbsternannter Aufklärer auf YouTube und Co. stellt sich vielen Menschen die Frage: Was sollen sie noch glauben, wem können sie noch trauen? Das Ibiza-Video ist ein Plädoyer für den unbestechlichen Qualitätsjournalismus und die Suche nach der Wahrheit«, sagt der Regisseur über sein Werk, das ab 21. Oktober über sky TICKET und sky Q abrufbar sein wird und am 26. Oktober um 20:15 Uhr auf sky Documentaries zu sehen sein wird.

18.09.2021 | mz | Quelle: sky
Kategorien: Filme