Donnerstag, 9. Dezember 2021
Ghostbusters | Afterlife
Phoebe ist bereit.
📷 Kimberley French - © Sony Pictures
Nachdem 2016 der weibliche Neustart nicht so ganz überzeugen konnte, hat sich der Sohn des Regisseurs des Originalfilms von 1984, Jason Reitman, ans Werk gemacht, die Originalgeschichte weiterzuerzählen. Nach seinem erfolgreichen Start mit Thank you for Smoking, Juno und Up in the Air wurde er immer wieder gefragt, ob er jemals einen Ghostbuster-Film machen würde.
Nun also kommt der lang erwartete dritte Reitman-Ghostbuster endlich in die Kinos. Die alleinerziehende Mutter Callie zieht mit ihren Kindern, dem 15-jährigen Trevor und der 12-jährigen Phoebe, von Chicago nach Oklahoma. Da sie mit der Miete im Rückstand ist und der Rausschmiss droht, kommt ihr das Erbe ihres Vaters ganz recht – allerdings ein baufälliges Gehöft, eine echte Drecksfarm, wie sie auch in der Ortschaft Summerville bekannt und berüchtigt ist.
Zunächst heißt es, sich in der Gemeinschaft einzugliedern. Gleich am ersten Schultag trifft Mutter Carrie auf Gary Grooberson, einen der beliebten Lehrer, der zur Befriedigung der Jugend gern Horrorfilme im Klassenraum zeigt – was so gar nicht für die intelligente Phoebe ist. Sie sieht sich währenddessen lieber im Lehrerzimmer um, wo jede Menge alte Karten und Relikte herumliegen.
Mr. Grooberson ist es auch, der sofort erkennt, was Phoebe in die Schule mitschleppt, was sie in ihrem Haus gefunden hat – eine Geisterfalle. Zusammen mit Podcast, einem Schüler asiatischer Abstammung, dessen Name Programm macht, entdecken sie über’s Internet, wer ihr Opa einst war. Dass diese Entdeckung mit Komplikationen verbunden ist, die die in Vergessenheit geratenen Geisterjäger noch einmal vereint, liegt nicht nur daran, dass die Geisterfalle geöffnet wird, sondern auch an einer altbekannten dunklen Macht, die die Jugendclique um Trevor in einem alten Minenschacht freisetzt.
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Erste Liebe, neue Liebe und alte Liebe entwickeln sich in dieser überraschend stimmigen Fantasykomödie, die mit ihren treffsicheren Dialogen und Einzeilern punktet und jede Menge Spaß bereitet – nicht zuletzt durch die agilen Mini-Pufts-Marshmallows, die für den nötigen Minion-Klamauk sorgen. Darüber hinaus gibt es jede Menge Reminiszenzen des ersten Films von 1984, natürlich auch durch die inzwischen gealterten Figuren.
Als Ersatz für Schleimer (Slimer) hat man den Mampfer (Muncher) entwickelt, einen faulen, lethargischen, grummeligen kleinen Kobold-Geist, der gerne Metall frisst. Bei den visuellen Effekten richtete man sich ebenfalls nostalgisch an die Techniken von damals. Eine große Hilfe war dabei, dass Vater und Regisseur des Originalfilms, Ivan Reitman, beratend am Set zur seite stand.
Für den verstorbenen Harold Ramis hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen, das dem Film zum Schluss noch einen ordentlichen sentimentalen Pinselstrich verleiht. Auch die Optik und die Musik passen harmonisch zueinander. Einzig die Titelgebung ist ein wenig verwirrend. Während der Film im Original Ghostbusters | Afterlife betitelt ist, hat man als „deutschen“ Titel daraus Ghostbusters | Legacy gemacht. Ich meine, wenn man ihn schon nicht ins Deutsche übersetzt, hätte man schließlich auch den Originaltitel belassen können! Ansonsten ist der Film eine gelungene Fortsetzung und eine der wenigen Ausnahmen, dass der dritte Teil der schlechteste sei. Er ist sehr unterhaltsam und macht Spaß, und bei erneutem Betrachten entdeckt man vielleicht immer mehr Verbeugungen vor dem Original…

27.11.2021 | mz
Kategorien: Feature | Filme