Donnerstag, 6. Oktober 2022
Danny Sharp, Will Sharp und Camille „Cam“ Thompson
© Universal Studios
Nach seinem Netflix-Ausflug mit 6 underground ist Michael Bays neuestes Werk nun wieder im Kino zu sehen. Wie der Titel es schon vermuten lässt, ist ein großer Dreh- und Angelpunkt ein Rettungswagen. Aber von Anfang an: Will Sharp ist ein dekorierter Ex-Soldat der Geld für die Operation seiner schwer erkrankten Frau benötigt. Um dies zu erreichen, hofft er auf einen neuen Job bei seinem Adoptivbruder Danny – nicht ahnend, dass dieser eben nicht nur mit Autos handelt, sondern eine große Nummer bei Banküberfällen ist. Die Polizei ist auch schon hinter ihm her und observiert, haben bisher allerdings nichts in der Hand, um ihn dingfest zu machen, denn Danny ist mit allen Wassern gewaschen. Auf frischer Tat ertappen – das wäre die Gelegenheit! Diese sollte kommen…
Danny überredet Will, ihn mit ziemlich schweren Jungs zu begleiten und mögliche 32 Millionen Dollar einzusammeln. Es geht schief, was schief gehen kann. Durch die Beschattung von Danny bekommt die Polizei mit, welche Bank in Downtown Los Angeles die nächste sein soll und hält Einheiten mit durchschlagenden Schusswaffen bereit.
Ein Streifenpolizist, der sich endlich durchringt, einer Bankangestellten ein Date anzubieten, gerät zufällig in den Banküberfall und wird kurz danach durch Will schwer verletzt. Will und Danny flüchten, die Polizei ist ihnen dicht auf den Fersen. Der Rest der Banküberfallgang kommt nicht so gut davon. Für Danny und Will kommt ein herbeieilender (titelgebender) Rettungswagen entgegen. Sie „carnappen“ den Wagen und die Rettungshelferin Camilla gleich mit, die den angeschossen Streifenpolizisten gerade notversorgt! Hier geht es um Leben und Tod, das wissen auch Danny und Will, und beide sind bereit, das Leben des jungen Streifenpolizisten mit Hilfe der Sanitäterin zu retten.
Was folgt ist eine wilde, lange Verfolgungsjagd in einem weiteren Star des Films: die Stadt Los Angeles. Wer diese ein bisschen kennt, kommt voll auf seine Kosten, denn viel wurde in Downtown gedreht und natürlich auf den verschachtelten Freeways…
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Regisseur Michael Bay wollte aufgrund der Corona-Pandemie in L.A. bleiben, um dort sein nächstes Projekt zu realisieren. Inspiriert wurde sein Drehbuchautor Chris Fedak von dem dänischen Film Ambulancen von Laurits Munch-Petersen und hat nach Übernahme der Rechte eine darauf basierende Geschichte erzählt: »Mir gefiel das Grundkonzept – zwei Bankräuber, die einen Krankenwagen entführen. Meine Idee war, daraus einen großen Actionfilm zu machen. Ich überlegte mir: Was wäre, wenn man diesen kleinen intimen Krimi nach Los Angeles veregt und daraus den größten und wildesten Actionritt macht, den man sich nur vorstellen kann…?«
Entscheidend für ihn war es, in dieser Geschichte keine rein guten oder bösen Charaktere vorkommen zu lassen. In vielerlei Hinsicht überkeuzen sich viele Wege einzelner Personen, und es ist interessant, zu sehen, was in Krisensituationen passiert, wenn diese aufeinander treffen.
Am Ende hat Michael Bay sicherlich einen teils recht abwechselungsreichen Actioner geschaffen. Ein bisschen übertreibt er es mit den Kamerafahrten, die mit Drohnen an den Häuserschluchten von Downtown L.A. entlanggleiten. Nichtsdestotrotz bleibt der Film ziemlich lange recht spannend, allerdings ist „lange“ leider auch das entscheidende Wort. Irgendwann hätte man etwas früher auf die Bremse treten und alles etwas raffen können, von kleineren Logiklöchern mal abgesehen. Die Schauspieler sind alle in ihrem Element, und Jake Gyllenhaal überzeugt auch hier in seiner führenden Rolle. Sicherlich macht es Spass, den Film im Kino zu sehen, denn es geht nichts über eine grosse Leinwand. Aber möglicherweise reicht es auch für zu Hause, um zwischenzeitlich mal die Beine lockern zu können…

22.08.2022 | mh | Quelle: Universal Pictures
Kategorien: Feature | Filme