Dienstag, 17. März 2026
28 Years laterThe Bone Temple
Dr. Kelson (Ralph Fiennes)
📷 Miya Mizuno - © CTMG, Inc.
In 28 Years later haben wir Dr. Kelson und den Knochentempel kennengelernt. In der Fortsetzung dieser epischen Geschichte findet sich Dr. Kelson in einer schockierenden neuen Beziehung wieder – und diese bringt Konsequenzen mit sich, welche die bekannte Welt nachhaltig verändern könnten.
Ein Junge namens Spike wird nach einer Herausforderung bei dem Satanisten Jimmy Crystal, dessen Vater ein Priester war, in dessen Gruppe an „Jüngern“ aufgenommen und zieht mit ihnen durch die Lande, um die Überlebenden zu „reformieren“, auszubeuten und zu töten.
Gleichzeitig versucht der von Ralph Fiennes verkörperte Dr. Ian Kelson, der im titelgebenden Knochentempel wohnt (bzw. eher in einem kleinen unterirdischen Verschlag), einen Alpha, der Samson getauft wurde, also einen besonders starken Infizierten, durch Verabreichung eines Medikaments zu stoppen, in der Hoffnung, den Verursachungsprozess zur willenlosen Tötungsmaschine umzukehren. In einer Szene sitzen diese beiden an einem Bach und Dr. Kelson philosophiert aus dem Leben. Unser Alpha hört in der Regel zu, grunzt manchmal und greift später auch nicht mehr an. Mit Sedierungspfeilen hatte Dr. Kelson ihn vormals betäubt.
Als die Satanisten-Gruppe dann auf Dr. Kelson trifft, möchte Jimmy Crystal, nach vorheriger „Absprache“ mit seinem „Vater und Oberteufel“, Dr. Kelson allein spechen. So verkauft er es zumindest erstmal seinen Anhängern. Allerdings will er explizit genaue Absprachen vereinbaren, um seine Führungsrolle in seiner Gruppe nicht zu gefährden. Nun, anfangs scheint dies zu funktionieren, bis dann doch alles aus dem Ruder läuft…
Es kommt zu einem fulminanten Endkampf, passend unterlegt mit Iron Maidens Hit „The Number of Beast“, welcher eine Symbiose mit den dargebotenen Bildern anstrebt.
🩻
Den Vorgänger muss man nicht zwingend gesehen haben, allerdings wäre es besser, da die 3 Hauptfiguren im Knochentempel bereits einiges hinter sich haben. Schauspielerisch sind alle auf der Höhe und man nimmt Ihnen die britische Apokalypse ab, die von Danny Boyle und Alex Garland entwickelt wurde. Letzterer ist hier auch für das Drehbuch verantwortlich.
Regie führte diesmal Nia DaCosta, die mit ihrer Neuverfilmung von Candyman von sich reden machte und beeindruckte. Die Regisseurin erzählt: »Als ich anfangs mit Danny und Alex über den Film diskutierte, sagte ich Ihnen, dass ich ihn auf meine Weise mache würde. Ich möchte nicht einen Danny Boyle-Film machen, weil dies unmöglich umzusetzen ist.
Alex‘ Drehbuch war sehr unterschiedlich zum Vorgänger 28 Years later, daher bot sich eine andere Herangehensweise an. Ich konnte wirklich meinen Stempel draufsetzen – meinen inneren Freak fliegen lassen – und dabei so visuell abenteuerlich unterwegs sein, dass es sich mehr ans klassischen Filmemachen orientierte und anpasste.«
Drehbuchautor Alex Garland bestätigt: »Zu Beginn sagte Nia zu Danny und mir, dass die Kamera sich nicht so auf die Art bewegen würde, wie Danny die Kamera bewegt, und dass nicht so geschnitten werden würde, wie Danny es macht. Dies war eindruckvoll und schlau. Ihr Film ist dadurch doch ziemlich anders und das ist gut so.«
»Wir haben Jimmy Crystal und sein Gefolge in deren Welt und Dr. Kelson in seiner Welt«, erklärt Nia DaCosta. »Spike bewegt sich zwischen den beiden. Daher war es interessant, für jede Figur einen anderen Filmstil zu wählen.« Nia DaCostas Stempel beinhaltet, die emotionellen Reisen von Dr. Kelson, Jimmy Crystal und Spike zu vertiefen, während man mehr über die Infizierten erfährt – und die weltveränderten Möglichkeiten, die Plage rückgängig zu machen.
Der Film kommt in sich geschlossener und kompakter daher als sein Vorgänger und steuert auf einen Höhepunkt zu, da beide Gruppen immer mit dem Feuer spielen, nicht wissend, ob die Situationen nicht jederzeit eskalieren. Hier darf man gespannt sein, wann und wie der Abschluss dieser an sich eigenständigen Trilogie zu erwarten ist und welche möglichen Wendungen es noch für den Zuschauer geben wird…

03.03.2026 | mh | Quelle: Sony Pictures
Kategorien: Kino
Genres: Endzeitfilm | Horror | Science Fiction