Mittwoch, 22. Mai 2019

Trench (Arnold Schwarzenegger), Barney Ross (Sylvester Stallone) und Church (Bruce Willis)
© 20th Century Fox

Trailer | IMDb | Filmseite

Expendable: ex•pend•a•ble [ikˈspendǝbǝl] Adjektiv 1. Opferfähig, um ein militärisches Ziel zu erreichen, vor allem bei Söldnereinsätzen; 2. Bedeutungslos oder von geringer Bedeutung in Bezug auf den gesamten Einsatz, daher verzichtbar oder leicht vernachlässigbar.

Die „Verzichtbaren“ kommen wieder zum Einsatz. Ihr erster Auftrag ist es, einen Gefangenen aus den Händen von Terroristen zu befreien. Gleich zu Beginn des Films kracht es also erst einmal gewaltig! Zusammen mit ihrem Neuzugang Billy „The Kid“ erledigen sie ihren Auftrag mit der gewohnten Feuerkraft und Präzision.

Danach bekommen sie einen neuen Auftrag von Mr. Church, der für Barney und seine Söldnerbande alter Schule leicht verdientes Geld bedeutet. Allerdings nimmt sich Yin Yan dabei eine Auszeit. An seine Stelle geriet die Asiatin Maggie, die zunächst widerwillig von Barney und seinem Team akzeptiert wird. Als jedoch etwas schief läuft und einer der Gruppe heimtückisch umgebracht wird, beginnen die Expendables ihren Rachefeldzug auf feindlichem Territorium, obwohl die Chancen auf Erfolg denkbar schlecht stehen.

Doch ohne Vergeltung kehren die Jungs nicht nach Hause zurück. Sie pflügen einen Pfad infernalischer Vernichtung durch die gegnerischen Linien, wobei sie eine unerwartete Bedrohung gerade noch rechtzeitig unschädlich machen können: fünf Tonnen waffenfähiges Plutonium, das völlig ausreichen würde, um das Gleichgewicht der Weltmächte nachhaltig aus dem Lot zu bringen.

Bei einem Feuergefecht in einer osteuropäischen Geisterstadt, die Straßenzügen New Yorks nachempfunden ist, bekommen die Expendables auch unerwartete Hilfe von dem nicht nur im Internet gefeierten Actionstar Chuck Norris alias Booker, der die Truppe recht blass aussehen lässt. Das ist dann einer der Höhepunkte des Films, der von jedem Fan gefeiert wird. Das internationale Filmteam machte sich diesen Umstand zu eigen und kreierte für Norris einen neuen Spruch, sobald er in Sofia aus dem Flugzeug stieg: „Chuck Norris besucht nicht Bulgarien. Bulgarien besucht Chuck Norris!“

Der Name dieser Figur ist eine Verbeugung vor dem Actionfilm Black Tiger, in dem Norris 1978 eine Figur namens John T. Booker darstellte – in jenem, wie auch in diesem Film ein Militäragent im Ruhestand. Dazu Stallone: »Chuck hat sich eigentlich aus der Branche zurückgezogen, war aber dennoch bereit, in unserem Film mitzumachen. Er spielt eine geheimnisvolle Figur, die aus dem Nichts auftaucht und uns den Arsch rettet. Wir nennen ihn den „einsamen Wolf“. Wenn wir ihn brauchen, ist er da. Wenn er nicht mehr gebraucht wird, verschwindet er.«

„Du warst schon so oft wieder zurück. Jetzt bin ich mal dran.“
(Church)

The Expendables 2 befand sich bereits monatelang in Planung, als der erste Film fertiggestellt wurde und in die Kinos kam. Erfinder des mythischen Expendables-Team war Stallone, der jetzt (wie schon beim ersten Film) die Leinwand-Action-Ikonen zum gemeinsamen Auftritt vor die Kamera holte und das Drehbuch den hochkarätigen Darstellern auf den Leib schrieb, wobei er gleichzeitig die körperlich wie emotional schwierige Hauptrolle des Barney Ross übernahm. »Was wir an Darstellern zusammenbekommen haben, ist phänomenal«, sagt Stallone. »In jeder Beziehung ist The Expendables 2 das größte Actionabenteuer, an dem ich je beteiligt war.«

Zum gigantischen Welterfolg des ersten Films sagt Stallone: »Mit dem ersten Film haben wir eine Lücke geschlossen. Ich überlegte mir, dass wir all diese Helden aus Vergangenheit und Gegenwart zusammenholen und ein wenig von der Hardcoreaction und von dem traditionellen Rock’n’Roll wieder aufleben lassen sollten. So bekommt das Publikum etwas zu sehen, was es lange Zeit nicht gegeben hat. Heutzutage sind die meisten Actionfilme sehr auf die Technik fixiert. Darum geht es uns aber überhaupt nicht.«

Bruce Willis’ und Arnold Schwarzeneggers Gastauftritte neben Stallone in The Expendables erlaubten dem Publikum erstmals, die drei größten Actionstars der vergangenen drei Jahrzehnte gemeinsam auf der Leinwand zu erleben. Im neuen Abenteuer werden ihre Rollen als Church und Trench ausgebaut und deutlich erweitert.

»Meine alten Kumpel«, wie Stallone sagt. »Church wird wieder von Bruce Willis dargestellt. Ich bin wirklich froh, dass er mitmacht, weil er die Schlüsselrolle für den Anfang des Abenteuers übernimmt. Mr. Church ist undurchschaubar. Wir wissen nie genau, was er eigentlich macht, aber er hat die Fäden in der Hand, ist sehr mächtig und verschlagen.«

Eine Woche vor Beginn der Dreharbeiten zum Lionsgate-Film Last Stand, mit dem Arnold Schwarzenegger in die Arena der Actionabenteuer zurückkehrt, spielte er seine Szenen mit Bruce Willis, Sylvester Stallone und den übrigen Darstellern vor Ort auf dem zweitgrößten bulgarischen Flughafen Plowdiw, was bei Anwohnern und Bodenpersonal einhellige Begeisterung auslöste.

Über Schwarzenegger sagte Stallone: »Obwohl wir laut Skript eigentlich Erzfeinde sind, halten wir doch zusammen, wenn es ums Ganze geht. Diesmal hat Trench einen echten Auftritt! Im ersten Film war die Gastrolle nur sehr klein. Diesmal erweitern wir Arnolds Rolle deutlich, diesmal machen wir tatsächlich gemeinsame Sache – was wir in unserer Karriere noch nie getan haben.

Es lohnt sich für die Zuschauer wirklich, darauf zu warten. Unser Stil ist sehr unterschiedlich, was für starke Kontraste sorgt. Arnold geht seine Rolle ganz anders an, jedenfalls völlig anders als ich, aber wir kommen gleichzeitig am Ziel an, denn unser Ziel ist es, das Publikum zu unterhalten.«

Jedes große Actionabenteuer braucht einen ebenso skrupellosen wie unvergesslichen Bösewicht: Jean-Claude van Damme spielt (welch eine Namensgebung!) Jean Vilain. Über van Damme sagt Stallone: »So haben wir ihn noch nie gesehen. Normalerweise spielt er Helden, und die Zuschauer werden wohl sehr überrascht auf Vilain reagieren, der uns unbedingt vernichten will, auch wenn er dabei selbst draufgehen könnte. Er scheut den Tod nicht, und als Vilain und Barney sich schließlich Auge in Auge gegenüber stehen, beginnt ein höllischer Kampf bis zum bitteren Ende. Das ist eine Art Schwergewicht-Weltmeisterschaftskampf, den man nie für möglich gehalten hätte.«

Jason Statham beschreibt, wie er sich fühlte, wenn er beim Morgengrauen am Set erschien und auf die Dispo schaute, auf der die Olympier der Actionhelden aufgelistet waren: »Stallone, Bruce, Arnold: Alle waren sie da. Eine geballte Phalanx. Es ist ein echt tolles Gefühl, meinen eigenen Namen auf dieser Liste zu sehen – neben den größten Actionstars aller Zeiten. Eine wirklich außergewöhnliche Auszeichnung.«

Dazu Stallone: »Beim Drehen betrachtet man die Szene manchmal von außen und überlegt: ‚Mein Gott, da drüben ist der Terminator, daneben steht John McClane.’ Wir drehen alle zur selben Zeit. Alles wird genau choreografiert. Das ist Teamarbeit, wie wir sie schon vor Jahren hätten machen sollen. Doch vielleicht hat es etwas Gutes, dass wir so lange gewartet haben. Denn jetzt ist es die Sache auch wert!«

Beim ersten Expendables-Abenteuer gab es ja zwei Versionen – die Kinofassung und den später auf DVD und Blu-Ray erschienenen „Director’s Cut“, bei dem u.a. einige Einstellungen geändert wurden und auch das im Kinofilm so stimmige „The Boys are back in Town“ weichen musste. Dafür wurde ein Hardrock-Musikstück eingefügt (Shinedown – „Diamond Eyes“), das die Truppe abgeändert als Stimmungsmacher untereinander anstimmt, was sie im neuen Film auch fortführten.

Im Ganzen aber legt The Expendables 2 die Messlatte noch ein wenig höher. Einige Handlungsnebenstränge wurden weitergeführt, um die Kontinuität der Hauptcharaktere zu stärken. Die Action ist noch einen Zacken bombastischer, ebenso die Actionstarpower. Bei so vielen Schauspielsöldnern hat es Jean-Claude van Damme schon schwer, aufzutrumpfen. Das erinnert in Sachen Heldenanzahl schon mal an das letzte Actionhighlight des Jahres, ►The Avengers.

Zum Schluss philosophiert Stallone noch über die Eigenschaften großer Actionhelden: »Die Muskeln sind es nicht, auch nicht die unglaublichen sportlichen Fähigkeiten. Ich glaube, es muss immer eine Bezugsperson geben, in die die Zuschauer sich hineinversetzen können. Der Held muss ein Mensch zum Anfassen sein, real wirken, nachvollziehbar handeln. Vielleicht hat er sogar Schwächen. Der Held muss Teil des Publikums sein. Die Zuschauer müssen mit ihm mitfiebern wollen. Was einen Actionstar wirklich ausmacht? Im Grunde treiben ihn die Zuschauer selbst vorwärts.« ■ mz

OT: The Expendables 2
USA 2012
Action
FSK: keine Jugendfreigabe
104 min

mit
Sylvester Stallone (Barney Ross) Thomas Danneberg
Jason Statham (Lee Christmas) Thomas Nero Wolff
Dolph Lundgren (Gunner Jensen) Oliver Stritzel
Terry Crews (Hale Caesar) Tobias Kluckert
Jean-Claude van Damme (Jean Vilain) Charles Rettinghaus
Jet Li (Yin Yang) Simon Jäger
Liam Hemsworth (Bill „The Kid“ Timmons) Nico Sablik
Scott Adkins (Hector) Jan-David Rönfeldt
Randy Couture (Toll Road)
Chuck Norris (Booker)
Bruce Willis (Church)
Arnold Schwarzenegger (Trench)
Nan Yu (Maggie)
Amanda Ooms (Pilar)
Charisma Carpenter (Lacy)
u.a.

drehbuch
Richard Wenk
Sylvester Stallone
Ken Kaufman
David Agosto
basierend auf den Figuren von David Callaham

musik
Brian Tyler

kamera
Shelly Johnson

regie
Simon West

produktion
Millennium Films
Nu Image Films

verleih
20th Century Fox/splendid

Kinostart: 30. August 2012

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29.08.2012 | mz |
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