
Erkennt Julika in White ihren Ehemann Anatol Stiller?
📷 Aliocha Merker - © STUDIOCANAL
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Bei einer Zugreise durch die Schweiz wird der US-Amerikaner James Larkin White an der Grenze festgenommen. Der Vorwurf: Er sei der vor sieben Jahren verschwundene Bildhauer Anatol Stiller, der wegen seiner Verwicklung in eine dubiose politische Affäre gesucht wird. White bestreitet seine Schuld und beharrt darauf, nicht Stiller zu sein.
Um ihn zu überführen, bittet die Staatsanwaltschaft Stillers Frau Julika um Hilfe. Aber auch sie vermag ihn nicht eindeutig zu identifizieren, in Erinnerungen wird aber mehr und mehr die Beziehung des Ehepaars offengelegt. Auch der Staatsanwalt hat eine überraschende Verbindung zu dem Verschwundenen. Was ist damals genau passiert und wer ist Stiller wirklich?
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Max Frischs Roman „Stiller“ erschien 1954 im Suhrkamp-Verlag. Er wurde bis heute millionenfach verkauft und in 34 Sprachen übersetzt. „Stiller“ war für Max Frisch der Durchbruch als Romanschriftsteller und wurde mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet. Max Frisch (1911-1991) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, neben „Stiller“ sind vor allem seine Werke „Homo Faber“ und „Mein Name sei Gantenbein“ bekannt.
»Vor dem Hintergrund der heute breit diskutierten Genderthematik und in einer Zeit, in der Männlichkeit in einer Krise steckt und zu Recht hinterfragt wird, gibt es somit Gründe genug, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der mit seiner männlichen Identität hadert, der sein eigenes Bild von Männlichkeit hinterfragen muss und auf radikale Weise nach einem neuen sucht«, merkt Regisseur Stefan Haupt an.
In unserer filmischen Adaption geht es aber nicht nur um die Männer, auch die Frauenfiguren wurden gestärkt und ihre Geschichten gleichermaßen hervorgehoben. Letztlich ist Stiller eine Liebesgeschichte. Nicht romantisch, im Sinne von „am Ende kriegen sie sich, und sind glücklich“. Nein, es geht um die Fragen: Wie geht das eigentlich…Liebe? Welche Sehnsüchte sind da im Spiel? Welche Besitzansprüche? Welche fixen Bilder, von uns selbst, vom Mannsein, vom Frausein? Welche Ängste? Und wie sehr kann es gelingen, sich neu zu erfinden, nochmals zu beginnen, alleine – und auch gemeinsam?«
