Poppy ist eine quirlige Reisemagazinautorin, die jedoch ein Problem hat: keine Freunde. Als sie eines Tages kreativ auf dem Nullpunkt gelandet ist, bekommt sie die Gelegenheit, zur Hochzeit des Bruders ihrer Urlaubsbekanntschaft Alex nach Barcelona zu reisen — und das gleich noch als Dienstreise zu verbuchen, denn ihre Chefin Swapna ist ihr größter Fan und hofft, dass Poppy dadurch endlich wieder zu ihrem alten Schreibstil zurückfindet.
Mit gemischten Gefühlen macht sie sich auf die Reise und lässt zwischendurch für uns die letzten neun Jahre revuepassieren: Auf einer Autoreise von der Bostoner Uni nach Hause nach Linfield, Ohio, lernen sich die beiden völlig gegensätzlichen Typen Poppy und Alex näher kennen und schließen Urlaubsfreundschaft. Fortan sollen sie sich jedes Jahr zu einer Urlaubsreise treffen, teilweise sogar mit ihren derzeitigen Lebenspartnern.
Als es jedoch im letzten Urlaub zu einem Vorfall kam, ist Poppy nun etwas hin- und hergerissen, nach Barcelona zu reisen, um Alex wiederzusehen. Eins ist jedenfalls klar: In ihrer Zukunft muss sie doch ihren Freigeist zähmen und Kompromisse eingehen…
»Your process is quite disturbing.«
Swapna Bakshi-Highsmith
Spätestens seit Harry & Sally wissen wir, dass sich bei der Freundschaft zwischen Männern und Frauen stets das unterschiedliche Geschlecht dazwischen stellt und beide nur Sex haben wollen. Ähnlich ist es auch hier zwischen Alex und Poppy — sie ein Freigeist und er ein konservativer Langweiler. Doch nach dem altbekannten Sprichwort ziehen sich auch hier die Gegensätze an — allerdings brauchen die beiden ein paar Jahre, da sie nur den Urlaub miteinander verbringen.
Die noch relativ unbekannte Emily Bader schafft es als Poppy, nicht nur Alex verrückt zu machen, der von Tom Blyth gespielt wird, bei dem man die ganze Zeit überlegt, woher man ihn denn kennt. Tom Blyth war auf der Leinwand als junger Coriolanus Snow in der Tribute von Panem-Vorgeschichte The Ballad of Songbirds and Snakes zu sehen und im TV in der Titelrolle als Billy the Kid.
Ähnlich wie bei Harry & Sally ist bei People we meet on Vacation auch der Weg das Ziel. Man ahnt sofort, worauf es hinausläuft, aber es gibt im Verlauf des Films immer wieder Szenen, die im Gedächtnis hängen bleiben — ähnlich wie das Spucken von Kirschkernen gegen das geschlossene Autofenster. Zwar wirkt der Film nicht ganz so gesellschaftlich fundamental tiefgründig, hat aber jede Menge toller Musik, die zum Mitwippen einlädt. Ich weiß nur nicht, ob Kenny G Provisionen bekommen hat…