
📷 Justin Lubin - © Amazon Content Services LLC | Sony Pictures
Stellen Sie sich vor, Sie wachen an einen Stuhl gefesselt auf. Gegenüber befindet sich eine Richterin, die Ihnen mitteilt, dass Sie des Mordes angeklagt sind. Und wenn Sie sich nicht innerhalb von 90 Minuten entlasten können, werden Sie sofort hingerichtet. Sie haben Zugriff auf alle Kameraaufnahmen im Internet, um Ihren Fall zu beweisen, und Sie können diese nutzen, um die Richterin von Ihrer Unschuld zu überzeugen. Doch all diese privaten und öffentlichen Überwachungsaufnahmen könnten Sie auch einem Schuldspruch näher bringen…
Es ist ein Alptraumszenario. Und in dem spannenden, revolutionären und visuell dynamischen Actionreißer Mercy nimmt es futuristische Züge an, da eine künstliche Intelligenz als Richter, Geschworener und Henker fungiert.
Wir schreiben das Jahr 2029 (praktisch gleich um die Ecke). LAPD-Ermittler Chris Raven wacht in dieser Realität auf. Der Richter, vor dem er steht, ist eine künstliche Intelligenz, für die er sich einst stark gemacht hat und die in Gestalt eines Menschen auftritt – genauer gesagt, der beeindruckenden Richterin Maddox.
Er wird beschuldigt, seine Frau Nicole getötet zu haben. Und während er versucht, in den fast rund um die Uhr aufgenommenen Aufnahmen von sich selbst Zweifel zu finden, entscheidet Maddox, ob die Alibis, an die er sich klammert, für seinen Fall hilfreich oder schädlich sind.
Chris muss eine Schuldwahrscheinlichkeit von 92 Prozent erreichen… Doch je näher er sich der 98-prozentigen Schuldwahrscheinlichkeit nähert, desto wahrscheinlicher ist es, dass er auf der Stelle in dem sogenannten „Gnadenstuhl” hingerichtet wird.
Die Richterin legt Polizeikameras, Türklingelkameras, Handybilder, Social-Media-Konten und öffentliche Überwachungskameras vor, um die Argumente für seine Unschuld zu widerlegen… obwohl er sich nicht daran erinnern kann, was am Morgen vor seinem Erwachen im Gnadenstuhl passiert ist.
Jeder Schritt, den er unternommen hat, wurde in der Cloud gespeichert und ist für ein Rechtssystem zugänglich, das sich in einer zunehmend gewalttätigen Gesellschaft bei der Verfolgung mutmaßlicher Straftäter auf KI stützt. Raven versucht, seine jugendliche Tochter Britt zu erreichen, und bittet seine neue Partnerin Jacqueline „Jaq“ Diallo sowie seinen AA-Sponsor und Familienfreund Rob Nelson um Hilfe.
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Ähnlich wie bei Krieg der Welten (2025) und Missing (2023) besteht ein Großteil des Films aus Überwachungsaufnahmen, die der kasachische Filmvisionär Timur Bekmambetow zu gern in von ihm produzierten Filmen verwendet – siehe Unknown User (2014), Searching (2018) und Profile (2018).
»Mercy ist ein Multi-Genre-Film – es ist ein Gerichtsdrama, ein Thriller, ein Krimi und ein Actionfilm«, sagt Hauptdarsteller Chris Pratt. »Und er nutzt Bildschirmleben — ein von Timur kuratiertes Genre. Mercy hebt all das wirklich auf die nächste Stufe.«
»Mercy zeigt die Mängel einer Welt auf, in der künstliche Intelligenz zwar immer mehr Verbreitung findet, aber immer noch sehr begrenzt ist, wenn es darum geht, die Wahrheit aufzudecken«, sagt Rebecca Ferguson. »Das Problem ist, dass wir Genauigkeit erwarten und zunehmend hinterfragen müssen, was uns die Online-Welt erzählt.«
Ähnlich wie beim letztjährigen französischen Beitrag zum Thema „KI in der Verbrechensbekämpfung“, Zone 3, oder auch in der Kultserie Person of Interest geht es um natürliche Menschen gegen künstliche digitale Konstrukte, die die Überhand zu gewinnen scheinen.
»Chris Ravens Geschichte ist sein Versuch, seine Unschuld zu beweisen, während er gezwungen ist, sich mit seinen Dämonen auseinanderzusetzen«, erläutert Chris Pratt, »aber eine ebenso unglaubliche Entwicklung durchläuft die Figur der Richterin Maddox, die wie ein kaltes, berechnendes Computerprogramm wirkt, im Laufe des Films jedoch immer mehr Gefühl zeigt. Sie ist eine Figur, die im Grunde versucht, die Menschlichkeit zu verbergen, die sich in ihrer Programmierung einschleicht.«
»Ich hoffe, dass die Menschen KI und die Beziehung zwischen Mensch und KI hinterfragen«, sagt Rebecca Ferguson. »Künstliche Intelligenz ist ein fantastisches Werkzeug, aber sie sollte immer nur das sein – ein Werkzeug, das den Menschen unterstützt, und keine Alternative zum Menschen. Dieser Film zeigt auf narrative Weise einige der Möglichkeiten auf, wie das Vertrauen in KI sehr schiefgehen kann.«
Produzent Charles Roven empfiehlt, sich den Film im IMAX©-Kino anzusehen, damit man auch gar kein Detail verpasst. Zudem läuft der Film auch in 3D, damit das Ganze so immersiv wie möglich aufgesogen werden kann.
