Montag, 22. Juli 2024
Inside out
Disney-Pixars „Alles steht Kopf“ entführt uns an den bisher außergewöhnlichsten Ort - in den Kopf von Riley. Wie jeder von uns wird Riley von ihren Gefühlen gesteuert - Wut, Ekel, Freude, Angst und Kummert. Die Gefühle leben im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum in Rileys Kopf, wo sie ihr helfen, sich im Alltag zurechtzufinden.
Wut, Angst, Freude, Kummer und Ekel blicken auf Rileys Persönlichkeitsinseln.
Angst, Kummer, Freude, Ekel und Wut führen die 11-jährige Riley vom Hauptquartier aus, dem Kontrollzentrum in ihrem Kopf.
Freude und Kummer
Ekel, Wut und Angst müssen damit klarkommen, unerwartet die Kontrolle über das Hauptquartier zu besitzen.
Wut dreht frei.
Angst, Freude und Ekel
Freude blickt auf Kummer.
Kummer, Angst, Wut, Ekel und Freude an der Konsole.
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Die elfjährige Riley hat es nicht leicht. Als wäre es nicht schon anstrengend genug, sich unentwegt mit ihren Eltern herumzuschlagen, muss sich das Mädchen mit einem neuen Zuhause in einer neuen Stadt und einer neuen Schule arrangieren. Und dann sind da noch ganz neue Gefühle, die ihr fremd sind und sie verunsichern. Unterstützt wird sie dabei von fünf Gefühlen, die in ihrem Verstand arbeiten – Freude, Angst, Wut, Ekel und Traurigkeit. Aber auch denen fällt es nicht leicht, immer an einem Strang zu ziehen.
Zwei Jahre gab es keinen neuen Film aus dem Hause Pixar und fulminant meldet sich das berühmte Animationsstudio nach diversen Fortsetzungen nun mit einer neuen und originellen Idee zurück! Wut, Ekel, Angst, Kummer und natürlich Freude sind die Gefühle, die im neuen Film zu Figuren in der Schaltzentrale des Verstandes im Kopf des kleinen Mädchens Riley zum Leben erwachen und dessen Erinnerungen geschickt sortieren und Erfahrungen sammeln. Verstärkte Erfahrungen und Erinnerungen werden auf sogenannten Gedanken- bzw. Persönlichkeitsinseln gespeichert, wie zum Beispiel Familienzusammenhalt oder -erlebnisse, Eishockey spielen und einfach nur Quatsch machen.
»Die Gefühle kann man sich ein bisschen als die Stimmen in unserem Kopf vorstellen«, sagt Regisseur Pete Docter»Als wir mit der Arbeit an diesem Film begannen, warfen wir alle einen Blick um uns – auf unsere Kinder, Freunde, Arbeitskollegen. Und wir stellten fest, dass jeder von uns ein vorab eingestelltes Temperament hat. Wir alle machen Abschnitte mit, in denen wir glücklich sind oder traurig, aber manche Leute sind einfach automatisch glücklich oder wütend oder sonst etwas. Riley ist eines der glücklichen Kinder.«
Alles in allem wächst Riley geborgen und behütet auf bis es eine große Veränderung in ihrem Leben gibt: Ihr Vater hat einen Job in San Francisco angenommen, und dies bedeutet für die Familie Umzug. Und damit müssen Riley, ihre Eltern und natürlich deren Gedankenwelten erst einmal klar kommen und sich bestmöglich auf die neue Situation einstellen.
In der kalifornischen Metropole angekommen, erfährt die Familie, dass der Wagen mit den Möbeln erst ein paar Tage später am Zielpunkt auftauchen wird. Frust macht sich breit. Allerdings versucht man, das Beste daraus zu machen, und bei Riley behält Freude noch kurz die Oberhand, als es einen Zwischenfall mit Kummer gibt und beide in einem sehr entlegenem Bereich in Rileys Kopf landen, der weit weg von der eigentliche Gedanken-/ Erinnerungs-/ Handlungsschaltzentrale ist.
Die Reise, die Freude mit Kummer unternimmt, fördert wichtige Erkenntnisse zu Tage. »Freude realisiert, dass Kummer womöglich doch eine wichtige Rolle in Rileys Leben spielt«, meint Pete Docter, der auch sagt, dass der Schlüssel zum Glück (im Film wie im wahren Leben) davon abhängig ist, wie man Glück für sich selbst definiert. »Freude ist in der Lage, zu lernen und zu wachsen, und sich neue Gedanken dazu zu machen, was Glück für sie bedeutet. Am Anfang des Films geht es ihr nur um Spaß und Eiscreme – und daran ist ja auch nichts falsch. Aber das Leben zeigt uns, dass da noch wesentlich mehr ist.«
Rileys erster Tag in ihrer neuen Schule in San Francisco wird zu einem Einstandsdisaster, so dass sie am liebsten abhauen und zu ihrem alten Zuhause zurückkehren möchte. In der Zwischenzeit schlagen sich Kummer und Freude durch die verschiedenen Wirrungen und abenteuerlichen Abteilungen des Langzeitgdächtnisses, während die anderen Gefühle versuchen, die Stellung zu halten.
Das Ziel von Freude ist immer, Riley glücklich zu sehen. »In dem Moment, in dem Riley geboren wird, ist Freude da. Sie ist die Erste«, sagt Pete Docter»Sie verspürt eine ganz besondere Verbindung zu Riley – diese Verbindung ist ihr heilig.« Er berichtet weiter, dass Freude als Hauptgefühl Rileys gewählt wurde, weil die Filmemacher den Eindruck hatten, dass das Mädchen die Art von Mensch sei, der einfach immer glücklich ist – von ein paar Holperern auf dem Weg einmal abgesehen. »Das Leben läuft nur leider nicht immer, wie man sich das wünscht, und wir müssen uns anpassen und auf Veränderungen einstellen. Das ist eine Lektion, die wir alle lernen müssen. Freude ergeht es nicht anders.«
An dieser Stelle soll nicht verraten werden, was weiterhin im Film passiert, denn der Zuschauer lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Reise der Gefühle ein, die in der Art noch nicht zu sehen war und Pixar zeigt, zu welcher Umsetzung sie von originellen Ideen fähig sind. Der Erfolg gibt Pixar Recht. In den USA hat deren neuster Streich bereits mehr als 350 Millionen US-Dollar eingespielt. Mal schauen, wie sich der Film in unseren Landen an der Kinokasse schlägt. Ein kurzes Wort zur Synchronisation: Wie bei Disney üblich sind die Stimmen hervorragend gewählt.
Was man dem Film höchstens „vorwerfen“ kann, ist, dass er am Ende nach einer möglichen Fortsetzung riecht. Allerdings kann man sich hier bei Pixar höchstgradig vorstellen, dass für eine neue Geschichte weiter in die Richtung zum Erwachsenwerden von Riley (und ihren bildlich zum „Leben“ erwachten Gefühlen) noch das ein oder andere originelle Schmankerl zu erwarten ist – daher beide Daumen kräftig nach oben!

20.06.2024 | mh
Kategorien: Kino