Dienstag, 24. März 2026
In the Blink of an Eye
In the Blink of an Eye
Coakley (Kate McKinnon) mit V (Yeji Kim)
📷 Kimberley French - © Searchlight Pictures
Ende Januar lief der Film noch auf dem Sundance Filmfestival. Nun wurde der von Disneys Tochter Searchlight Pictures produzierte Film im Handumdrehen via hulu auf Disney+ veröffentlicht – still und heimlich. Ein einziger Satz beschreibt den Inhalt des Films – mehr wurde seitens Disney nicht preisgegeben. All das sind Warnzeichen für einen Flop, und die meisten Kritiken behandeln ihn auch so.
Gut, drehbuchtechnisch hätte da schon weitaus mehr drin sein können – aber was will man von einem Drehbuchautoren erwarten, der hauptsächlich Kurzfilme produziert? Ob es Glück oder Unglück ist, dass Andrew Stanton den Film gedreht hat, kann man so oder so sehen. Der Pixar-Regisseur von WALL•E, Findet Nemo sowie dessen Fortsetzung Findet Dorie oder Das große Krabbeln war nach seinem Realfilmflop John Carter (der zwar unter den Fans des Stoffes größtenteils wohlwollend aufgenommen wurde, aber an den Kinokassen gnadenlos versagte) in Ungnade gefallen, konnte dann aber als Drehbuchautor von Toy Story 4 punkten und fand zwischenzeitlich Arbeit bei Serien wie Stranger Things, For all Mankind oder 3 Body Problem.
Immerhin schafft er es, das dünne Drehbuch von Colby Day mit visuellen Spirenzchen aufzupeppen. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass Kate McKinnon, die eigentlich für ihr komödiantisches Talent bekannt ist, eine emotionelle Tiefe zeigt, die sogar zu Tränen rührt!
Aber kommen wir zur Handlung: In drei Zeitebenen erzählt der Film die Geschichten von einer Neandertal-Familie um 45.000 v.Chr., einer Anthropologin im Jahr 2024 und einer genetisch manipulierten, nicht alternden Pilotin, auf dem Weg zu einem fremden Planeten, den sie mit Hilfe von Embryos besiedeln soll, im Jahr 2417. Nach und nach werden die Figuren vorgestellt, und es wird immer wieder zwischen den Zeitebenen hin und her geschnitten, um zu sehen, wie die jeweils anderen Protagonisten mit den verschiedenen Situationen und Gefühlen umgehen.
Das ist alles nicht neu, aber dennoch gut gemacht. Allerdings fehlt der Handlung Tiefe. Man kann nicht in die Figuren eintauchen, sie bleiben oberflächlich und man bleibt Betrachter von außen – hier wäre es angebracht gewesen, daraus eine Miniserie zu machen, um die Figuren tiefer zu beleuchten. Der Film lässt sich gelassen betrachten und sorgt unter Umständen am Ende für die einen oder anderen Tränen.
Für die einen ist der Film Esotherik-Schrott, für die anderen eine Metapher für den Kreislauf des Lebens. Es ist ein ruhiger Film, der schön anzusehen ist, zum Entspannen gut geeignet – aber auch nicht mehr. Im Film spielt übrigens eine Haselnuss eine Rolle, die wiederum themenbezogen an eine gewisse 20th-Century-Reihe erinnert, in der ein animiertes Wildhörnchen selbige horten will. Das könnte zum Disney-Effekt gehören, wo bekanntlich in diversen Disney-Filmen z.B. Mickey-Mouse-Ohren oder -Konturen oder andere Lizenzprodukte auftauchen – nur halt hier von der Tochterfirma 20th Century, zu der auch Searchlight gehört…

04.03.2026 | mz | Quelle: Disney
Kategorien: Disney+
Genres: Drama | Science Fiction