Paris, in der nahen Zukunft. Die Stadt der Lichter ist Vergangenheit. Geblieben ist eine in drei Zonen geteilte Metropole, die ihre Bewohner in privilegierte und ausgegrenzte Menschen teilt. Im Zentrum dieser dystopischen Gesellschaft steht ALMA, eine allgegenwärtige Künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe die Polizei Recht und Ordnung durchsetzt.
Als ALMAs Schöpfer ermordet wird, sollen Salia, eine Elitepolizistin aus Zone 2, und Zem, ein desillusionierter Polizist aus Zone 3, die Ermittlungen aufnehmen. Doch je tiefer sie in den Fall einsteigen, umso mehr dringen auch die dunklen Geheimnisse des Systems ans Licht und bringen die scheinbar perfekte Welt ins Wanken.
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Zone 3 ist ein packender Actionkrimi, der eine düstere Zukunft zeigt und damit die Themen und Abgründe der jetzigen Welt widerspiegelt. Vergleiche mit Genreklassikern wie Blade Runner, Minority Report oder Strange Days oder dem ebenfalls gerade erst gestarteten Running Man kommen da auf.
»Philip K. Dick bleibt der unangefochtene Meister des Genres«, sagt Drehbuchautor Olivier Demangel. »In unserem bescheideneren Rahmen haben wir uns dafür entschieden, künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt der Erzählung zu stellen. So wollten wir eine Brücke zwischen Zukunft und Gegenwart bauen, denn KI-bezogene Themen sind im Film diejenigen, mit denen sich unsere Epoche auf unterschiedlichen Ebenen auseinandersetzt.
China beispielsweise nutzt bereits Gesichtserkennung. Das Militär verfügt über Werkzeuge, die mindestens so leistungsfähig sind wie ALMA in Zone 3. Wir befinden uns also sowohl in der nahen Zukunft als auch in der Gegenwart. Es ist diese Verbindung zwischen Gegenwart und Zukunft, die die richtige Dystopie schafft.«
Aber auch Überwachungsdrohnen oder alltägliche Dinge wie eine virtuelle Karaoke-Arena, in der Salia und Zem „What’s going on?“ von den 4 Non Blondes zum Besten geben, zeigen ein Bild, das sich ziemlich nah an unserer Realität befindet. »Außerdem gibt es in Paris bereits heute „Zonen“«, erzählt der Drehbuchautor. »Die Stadtautobahn, der Périphérique, umschließt Paris wie ein Ring. Es ist fast eine natürliche Grenze zwischen Arm und Reich. Sie ist zwar durchlässiger, aber in gewisser Weise existiert dieses System bereits. Das haben wir dann weitergedacht, wenn es um das Militär an Checkpoints oder die Überwachung durch Drohnen geht.«
Dabei hat der Film nicht mehr viel mit der literarischen Vorlage zu tun. Der Originaltitel bezieht sich auf Zems Berufsbezeichnung, die im Film praktisch nicht vorkommt. »Ich liebe den Roman und doch haben mein Mitdrehbuchautor Olivier Demangel und ich uns beträchtlich von der Vorlage entfernt«, sagt Regisseur Cédric Jimenez. »Nicht, weil uns einige Aspekte nicht gefallen hätten, sondern weil Literatur und Kino zwei ganz unterschiedliche Kunstformen sind. Man muss versuchen, zentrale Elemente des Buches wie die Hauptfiguren und ihre Beweggründe in eine Kinodramaturgie zu übersetzen.«
»In dem Roman wird die Stadt beispielsweise wegen des sauren Regens durch eine Kuppel geschützt, aber wir konnten im Film Paris nicht mit einer Kuppel versehen«, erläutert Olivier Demangel. »Und der Roman spielt in Griechenland, aber wir haben die Geschichte nach Frankreich verlegt, damit sich das französische Publikum besser damit identifizieren kann. Grundsätzlich kommt künstliche Intelligenz im Roman gar nicht vor. Dort geht es vor allem um medizinische Transplantationen im Kontext eines Wahlkampfs.
Wir wollten aber keinen politischen Film drehen, und das Thema schien uns filmisch weniger reizvoll. Durch die Einführung künstlicher Intelligenz in das Drehbuch haben wir uns allmählich von der Erzählung des Romans entfernt. Dennoch sind viele emotionale Kernelemente aus dem Buch erhalten geblieben, darunter auch die Begegnung zwischen den zwei Einzelgängern Zem und Salia.«
Trotz aller Abweichungen bleiben sie den Figuren treu, die sich „zusammenraufen“ müssen, um den Fall aufzuklären. Mit Romain Duris und Valeria Bruni Tedeschi in Nebenrollen prominent besetzt besticht der Film von seinen Hauptdarstellern, seiner eingehenden Musik wie auch Kostümen und Bauten und führt uns in eine Welt, die wir zum Glück nach gut 100 Minuten wieder verlassen können…


















