Predator | Badlands führt uns als erstes zum Heimatplaneten der Yautja. So nennen sich die Prädatoren, die unsere Erde schon mehrmals heimgesucht haben, um ihre Kräfte zu messen und auf die Jagd gegangen sind.
Aber kurz zur Predator-Reihe: Neben John McTiernans ikonischen ersten Predator-Film, der in Lateinamerika spielt, verschlug es die titelgebende Kreatur nach Los Angeles, in die Antarktis und in diverse andere Settings. Im letzten, zu Recht gefeierten Film Prey, der leider nicht ins Kino kam und nur bei Disney+ zu sehen ist, reiste der Zuschauer in die Vergangenheit des 18. Jahrhunderts zu einer Komantschen-Siedlung, um dort einer Protagonistin zu folgen, die damals schon am Ende so clever war, den Jäger zu erlegen. Regie führte hier Dan Trachtenberg, der auch den toll animierten Predator | Killer of Killers (ebenfalls bei Disney+) inszenierte, und in dem man episodenhaft mehrere Figuren über verschiedene Zeitalter (Wikinger, Samurai….) folgt, die sich dann auf dem Heimatplaneten der Prädatoren wiederfinden.
In Dan Trachtenbergs Predator | Badlands starten wir nun gleich auf dem Heimatplaneten Yautja Prime, um 2 Brüder zu sehen, die gegeneinander kämpfen und sich doch sehr nahe stehen. Unsere Hauptperson ist der Prädator Dek, der etwas kleiner ist und damit als scheinbar schwächstes Glied in seinem Clan vom Vater und Klanführer Njohrr missachtet wird. Daher will er mit dem Raumschiff seines Bruders zum Planeten Genna fliegen, der durch seine aggressive Flora und Fauna als der tödlichste gilt. Dort will Dek die legendäre Kreatur Kalisk erlegen, um die Gunst seines Vaters wiederzuerlangen.
Mit dem Kopf des Kalisks, den bisher noch niemand besiegen konnte, würde er einen Status erreichen, der ihn weit nach oben katapultieren könnte. Kurz vor dem Abflug wird Dek von seinem Vater gestellt, der ihn loswerden will. Sein Bruder aber verteidigt ihn, schleudert Dek ins Raumschiff und der Autopilot startet…
Den Planeten Genna umkreist ein Asteroidenfeld, und mit Glück und einer Notfallkaspel landet Dek halbwegs unversehrt und macht sich auf die Jagd nach dem Kalisk. Kurz danach trifft er die Androidin Thia, die von Elle Fanning verkörpert wird. An dieser Stelle soll über den weiteren Verlauf der Geschichte nichts weiter verraten werden, denn auf der Reise zu seinem Ziel passieren so viele Dinge, die einem komplett die Überraschungen nehmen würden, die der Film für das Publikum bereithält! Umso weniger man vorher gesehen oder gelesen hat, um so besser ist es, den Film in seinen Einzelheiten zu genießen, wenn man sich darauf einlässt.
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Neben der Action lebt der Film in erster Linie von den Hauptpersonen, deren Taten und den Situationen, in denen sie sich wiederfinden, und wie sie sie lösen. Dabei nutzen sie das ein oder andere Mal die planeteneigene Fauna und Flora für sich. Unser Prädator Dek muss einiges über sich selbst lernen, um zu überleben und um weiterzukommen. Als Zuschauer begleitet man diesen Weg, der einige Hürden und Wendungen bereithält!
Regisseur Dan Trachtenberg erzählt: »Einen Film über eine der im Horror-und-Sci-Fi-Genre ikonischesten Kreaturen zu machen war ein delikater Tanz, denn das was den Prädator so besonders macht, ist das Mysterium, welches ihn umgibt. Im ersten Predator-Film, wenn wir den Jäger am Ende im Dschungel sehen, sehen wir, was er trägt und man kann sich ein bisschen seine Kultur vorstellen und den Fakt, dass es nicht nur eine stumpfsinnige oder übersinnliche böse Macht ist. Dort ist offensichtlich eine Intelligenz vorhanden.
Sie können von Planet zu Planet schneller als Licht reisen und haben ein Waffenarsenal, was in Richtung technische Ausrüstung an James Bond in Böse erinnert. Und dies ist natürlich auch der Spaß daran. Deshalb wollte ich den Leuten eine Erfahrung geben, die jetzt viel mehr auf die eigentliche Rasse der Prädatoren und deren Kultur fokussiert. Ich wollte, dass man eine Verbindung zu den Bösewichten des Universums aufbaut. Es ist eine harsche, brutale und Klan-basierte Kultur. Zum ersten Mal gehen wir zu ihren Heimatplaneten und sehen ein bisschen mehr darüber, wie sie existieren, aber einiges bleibt weiterhin ein Mysterium.«
Wer anfangs keine zu großen Erwartungen und nicht zu viel vorher von diesem Kinostreifen gesehen hat, bekommt einen Genre-Film geliefert, der sicherlich anders ist, als man vermuten würde — dies allerdings sehr positiv gemeint, wenn man sich darauf einlässt, denn der Film beweist Witz, neue technische Spielereien, interessante Kreaturen und Wendungen, die man nicht unbedingt voraussagen kann. Predator | Badlands ist weit, weit besser als der 2018 in die Kinos gekommene Predator | Upgrade. Er vermischt zusätzlich noch zwei verschiedene Film-Universen, die Fans gleich entdecken werden, wenn die Kamera bestimmte Bilder einfängt und zeigt. Dies wird im Laufe der Handlung weiter sinnvoll ausgebaut.
Neben teils kuriosen Action- und Kampfsequenzen bleibt der Film trotzdem nah an seinen beiden Hauptfiguren, die voneinander lernen auf dem Planeten Genna zu überleben, ohne ihre Ziele aus den Augen zu lassen — auch wenn es bedeutet, andere Wege einzuschlagen und möglicherweise bestimmte Vorhaben zu ändern. Daher eine klare Empfehlung für alle, die das Genre mögen, mehr als nur einen Blick zu riskieren. Abschließend sei noch gesagt, dass diverse Stellen untertitelt sind, denn wir bekommen einige Zeit, die Sprache der Yautja zu hören, was grundsätzlich noch immersiver wirkt!





















