Sonntag, 30. November 2025

Now you see me

Now you don’t

Für June (Ariana Greenblatt), Charlie (Justice Smith) und Bosco (Dominic Sessa) könnte es nicht besser laufen: Sie treffen auf ihr magisches Idol J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg)
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2013 verblüfften die „Vier Reiter“ das Kinopublikum mit ihren magischen Tricks. Das war mal etwas ganz Anderes, was man so noch nicht im Kino gesehen hat. Thematisch kann man diese Filmreihe (Bei 3 Filmen kann man schon von einer sprechen) mit der von Mission: Impossible vergleichen — minus Maskerade. Was die „Reiter“ von der IMF unterscheidet, ist, dass sie Anarcho-Magier sind, die zunächst nicht für eine Organisation oder Staat agieren, aber dennoch mit einem Geheimbund namens „Das Auge“ verbandelt sind, der die Hauptfiguren mit Tarot-Karten beauftragt.
»Help me, Ricky Bobby! Help me!«
Bosco Leroy
Zwar gibt es auch in diesem Teil wieder Action, doch Hauptaugenmerk bleiben wieder die verblüffenden Tricks und wie sie dem Publikum erklärt werden. Beim zweiten Teil musste man schon ein (oder beide) Augen zudrücken, um das zu glauben. Hier nun wird einem etwas weisgemacht, das jeglicher physischer und physikalischer Logik entzieht.
Dieser Abschnitt kann Inhalte verraten!
Wenn jemand in eine Fahrstuhlkabine steigt und sich diese seitwärts bewegt, ist es nicht nur unmöglich, in der kurzen Zeit, die sie hatten, eine Vorrichtung zu bauen, die es ihnen ermöglicht, einen Fahrstuhl auf ein Gefährt zu transportieren, das die Kabine an einen anderen Ort bringt, sondern auch, dass man, wenn man sich in der Kabine befindet, das nicht mitbekommt! Da gibt es gewisse Naturgesetze, die auch die Reiter nicht aushebeln können.
An der Stelle hatten sie mich verloren, da war aber der Film auch am Ende angelangt. Aber worum geht’s? Im Prolog sehen wir die originalen Vier Reiter (J. Daniel Atlas, Henley Reeves, Merritt McKinney und Jack Wilder), wie sie in einer abgehalfterten New Yorker Halle ihre Fans mit einem Trick unterhalten, der erstmal einen Yuppie entlarvt und getreu des ersten Films entmachtet, indem dessen Geld auf das Hallenpublikum umverteilt wird.
Dass die Vorstellung an sich auch nur ein haarsträubender Trick ist, zeigt schon mal, wohin die Reise geht. So treffen wir mit J. Daniel Atlas unsere drei Neuzugänge: Bosco, Charlie und June. Das Anwerben neuer Fachkräfte, weil sich die alten Mitstreitenden zurückgezogen hatten, führt zunächst zu einem Hahnenkampf zwischen Bosco und Atlas. Zusammen reisen die Vier durch die Welt — über Belgien, Frankreich bis nach Abu Dhabi, um die restlichen Reiter aufzusammeln und dort einen Blutdiamanten von einer südafrikanischen Chefin eines global agierenden Verbrechersyndikats mit jeder Menge Hokus Pokus abzuluchsen.
Justice Smith macht deutlich, dass der Film eine Brücke schlägt: »Es geht um die Kluft zwischen den Generationen. Ich glaube, die ursprünglichen Reiter zögern, die jüngeren Magier anzuleiten. Im Lauf der Zeit lernen sie aber viel von den Neulingen, die sich in dieser Welt zurechtfinden und ihr Handwerk in der Zauberszene entwickeln müssen.«
Die drei Neuzugänge machen ihre Arbeit dabei ganz ordentlich, wobei Dominic Sessa, der vor zwei Jahren in The Holdovers seinen Einstand gab, als Bosco ein wenig nervt — was wiederum zu Jesse Eisenberg passt. Da haben sich Zwei gefunden. Während June [die von Ariana Greenblatt gespielt wird, die man aus Borderlands als Tiny Tina oder als junge Versionen von Ahsoka und Gamora aus dem Disney-Universum kennen könnte] und Charlie [den Justice Smith (nicht mit Will Smith verwandt) mimt, der in Baz Luhrmans The Get Down (Netflix) seinen grandiosen Einstieg hatte] gespannt den Vorschlägen und Tipps von Atlas aufgeschlossen sind, ist Bosco von Wut und Groll getrieben und ein Unruhestifter, der sich mit seiner passiven Aggression und Unsicherheit in Szene setzt.
Entfesselungskünstlerin Henley Reeves ist diesmal auch wieder dabei. Im zweiten Film musste ihre Rolle gegen Lula May ausgetauscht werden, da Schauspielerin Isla Fisher schwanger war. Da die originalen Vier Reiter nach Henleys Mutterschaft nun wieder vereint sind, musste Lula (respektive Lizzy Kaplan) ausweichen und findet sich nun als fünftes Rad am magischen Wagen wieder. Zählen wir einmal durch, kommen wir auf acht (!) Illusionisten. Zählen wir Thaddeus Bradley und Dylan Rhodes hinzu, kommen wir auf satte 10!
Inzwischen ist auch bekannt, dass es einen vierten Teil geben wird. Ob wir dann mehr oder weniger Zauberer auf der Leinwand zählen werden, ist noch nicht bekannt. Zumindest eins ist klar: Ohne Schauwerte und flotte Sprüche wäre die Zaubershow gähnend langweilig. Und da die Tricks immer ausgefallener und unfassbarer werden, muss da schon ein ordentliches Drehbuch ran! Denn ein Panoptikum der Kuriositäten allein reicht nicht aus, um das Publikum bei der Stange zu halten.

26.11.2025 | mz
Kategorien: Kino
Genres AbenteuerActionKrimi