Montag, 22. April 2019

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Präsident F.D. Roosevelt (Bill Murray)
© Tobis/Focus Features


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Hyde Park wurde im 18. Jahrhundert besiedelt und liegt ca. 145 km nördlich von New York City, in der Gemeinde Dutchess County, am Hudson River. Das größte Kino der Stadt trägt den Namen Hyde Park Roosevelt Cinemas und die Schule ist die Franklin Delano Roosevelt High School. Beide wurden nach dem berühmtesten Bürger der Stadt benannt, der auf dem Anwesen der Familie im Jahre 1882 das Licht der Welt erblickte.

Das Roosevelt-Anwesen wird oft als „Hyde Park am Hudson“ bezeichnet, während das von vielen kleinen Cottages umgebene Haupthaus „Springwood“ heißt. Roosevelts Frau Eleanor wandelte ein kleines Landhaus auf dem Gelände in ein Atelier um, in der Künstler und Handwerker Interessierte in kunsthandwerklichen Berufen unterrichteten. Franklin Roosevelt war von dem Konzept so beeindruckt, dass er es in sein Wirtschaftsaufbauprogramm aufnahm.

Vor den Dreharbeiten zu Hyde Park am Hudson betrieb Regisseur und Produzent Roger Michell akribische Recherchen in der auf dem Gelände gelegenen Museumsbibliothek. Auch die Stars Bill Murray, Laura Linney und der Drehbuchautor Richard Nelson verbrachten dort viel Zeit, wanderten über das Gelände und durchstöberten sämtliche Gebäude. Auf der Veranda von einem dieser Cottages wurde im Juni 1939 ein Picknick zu Ehren des Königs und der Königin von England abgehalten. Auf der Speisekarte standen grüner Salat, Erdbeerkuchen und Hot Dogs. Davon handelt die Geschichte.

An einem Juniwochenende im Jahr 1939, die große Wirtschaftsdepression ist gerade erst überwunden und der Zweite Weltkrieg steht kurz bevor, erwarten US-Präsident Franklin Delano Roosevelt (auch, wie im Film, kurz F.D.R. genannt) und seine Gattin Eleanor auf ihrem Landsitz Hyde Park am Hudson hohen Besuch: Als erste britische Monarchen überhaupt beehren King George VI und seine Gemahlin Queen Elizabeth die USA mit einer geschichtsträchtigen Stippvisite.

Und noch ein weiterer Gast weilt an diesem Wochenende auf dem Familienanwesen der Roosevelts: Margaret „Daisy“ Suckley, eine entfernte Cousine des Präsidenten, mit der er eine Liebesaffäre unterhält. Es bahnt sich ein stürmisches Wochenende mit allerhand Heimlichtuereien, verkrampften Picknicks, politischen Differenzen, Hot Dogs, britischem High-End-Snobismus und nächtlichen Eskapaden an, das die Befürchtungen aller Beteiligten weit übertreffen wird und am Ende doch die beiden Nationen näher aneinander rücken lässt…

Drehbuchautor Richard Nelson besuchte Ende der 80er Jahre auf Einladung eines Freundes das Suckley-Anwesen „Wilderstein“, das sich in Nelsons Heimatstadt Rhinebeck im Staate New York befindet. Dort traf er auf Daisy, die kurze Zeit später im Alter von 100 Jahren verstarb. In einem Koffer unter ihrem Bett fand man dann neben intimen Briefen an und von ihrem Cousin fünften Grades, Franklin D. Roosevelt, auch ihre Tagebücher, in denen sie die Details ihrer Beziehung festgehalten hatte – einer Beziehung, die bis zu ihrem Tode geheim blieb.

„Die Briefe waren unvollständig und aus den Tagebüchern fehlten ebenfalls Seiten – vielleicht wurden sie verbrannt – aber was blieb, zeichnete ein reichhaltiges und bewegendes Portrait einer Liebesgeschichte zwischen einer Frau, die sich selbst als ,Teil des Mobiliars’ sah und einem der größten, mächtigsten und charismatischen Männer des 20. Jahrhunderts“, erzählt Nelson in seinen Notizen.

„Beim Lesen dieser Briefe und Tagebucheinträge öffnet sich ein Fenster in eine Welt, die man sich bislang nur ausmalen konnte, eine Welt hinter der Fassade einer Präsidentschaft, in der alle konspirierten, um die Schwächen und Gebrechen ihres Oberhauptes zu verbergen. Daisy, soviel scheint inzwischen klar, war die einzige Person, in deren Gegenwart Franklin D. Roosevelt sich entspannen konnte. Mit ihr konnte er die Welt, seinen Job und seine Probleme vergessen und einfach nur er selbst sein. Es ist sicher kein Zufall, dass die einzigen existierenden Fotos von Roosevelt in seinem Rollstuhl von Daisy Suckley aufgenommen wurden.

Die Entdeckung dieser Briefe und Tagebücher gab den Anstoß zum Film Hyde Park am Hudson. Ein einziger Tagebucheintrag lieferte die Story für den Film: Daisy schreibt 1939 von dem Besuch des Königs und der Königin von England in Roosevelts Privatresidenz Hyde Park. Dies war der erste Besuch eines regierenden britischen Monarchen in der westlichen Hemisphäre. Daisy schreibt davon, wie aufregend es war, als Gast bei der Veranstaltung zugegen zu sein, die andere später als das ,Hot Dog Picknick’ bezeichnen würden.“

Dass der Film als Komödie kategorisiert wird, ist jedenfalls nur bedingt nachvollziehbar. Der Humor beschränkt sich auf die eigentliche Situation, in der das britische Königspaar erstmals die USA besucht. Da gibt es dann auch so brillant-komische Situationen über Gebräuche, die beide Parteien allesamt nur vom Hören-Sagen kannten. Der Rest ist eine Romanze zwischen der entfernten Cousine und F.D.R., was dann doch eher ein Drama ist.

Es ist schon witzig, wenn man die Queen im Nachthemd nach „Bertie“ rufen sieht und sich beide über das nächtliche Treiben auf dem Anwesen wundern, das sie aus ihrem Fenster beobachten. Man könnte den Film auch als eine Art historisches Sequel zu ►The King’s Speech betrachten. Samuel West: »Bertie hat zu dem Zeitpunkt seine Sprachstörung beinah überwunden, aber sie kann immer noch auftreten. Daher fällt es ihm schwer, ohne Scheu in der Öffentlichkeit zu reden. Wenn er aber mit jemandem zusammen ist, den er mag und dem er vertraut, stottert er weniger.«

West und „Königsgattin“ Olivia Colman sind einfach herrlich in dem Film. Man fühlt sich wie sie in einem fernen Land. Alles ist neu und aufregend, und dann muss man sich auch noch in seinen Äußerungen zurückhalten, da dies ja ein Arbeitsbesuch ist. Samuel West: »Sie hatten zwei Jahrhunderte zuvor dieses kleine Problem mit der entfernten Kolonie und seitdem war niemand mehr offiziell zu Besuch. Aber nun stand ein zweiter Weltkrieg bevor und Großbritannien musste erfahren, ob Amerika auf seiner Seite sein würde.«

Was Bill Murray betrifft, kann ich nur sagen: Hut ab! Er hat sich nicht nur intensiv mit der Rolle beschäftigt, sondern kann auch darin überzeugen, auch wenn er so gut wie keine Ähnlichkeit mit dem echten Roosevelt besitzt und eine Prise Humor darin einbezieht. »Meine Schwester hatte Polio und musste während unserer Kindheit Beinschienen tragen«, erzählt er. »Sie hatte das, was man als Polio-Nachwirkungen bezeichnet, die eigentlich erst im späten Alter auftreten. Es ist außergewöhnlich, dass Franklin D. Roosevelts Willen so stark war, dass er sich später darüber hinwegsetzen konnte. Man sah ihn nie im Selbstmitleid ergehen.«

Olivia Williams spielt die Präsidentengattin mit einer aufdringlichen Ernsthaftigkeit und ist im Film diejenige, die alle immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück bringt. Genauso auch ihr Statement dazu: »Dies soll eine aufschlussreiche, liebevoll erzählte Geschichte sein und kein Versuch, dreckige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen. In den letzten Jahren sind einige Tatsachen über das Privatleben beider Staatsoberhäupter ans Licht gekommen und ich denke, das Publikum wird sich dafür interessieren. Richard packt hier großes Weltgeschehen in den Kontext eines Wochenendes auf dem Lande und scheut nicht davor zurück, menschliche Unbeholfenheit zu zeigen. Er hat Ikonen des 20ten Jahrhunderts in dreidimensionale Charaktere verwandelt und erforscht ihren politischen Einfluss.«

Bei der Synchronisation ist das immer so eine Sache, wenn ein Komiker ins Dramafach wechselt. Bill Murrays Synchronstimme Arne Elsholtz klingt halt immer nach Komödie und vermag es, hier auch Roosevelt ein wenig mehr Komik zu verleihen, als es Murray getan hat – ganz einfach aus klanglichen Gründen, weil man da immer den Komiker vor Augen hat, der Erdhörnchen jagt. Doch trotz alledem kann sich der Film nicht so recht entscheiden zwischen Liebesgeschichte und Staatsbesuchskomödie. Im Grunde ist der Film nicht mehr als eine gut gespielte Doku… mz

OT: Hyde Park on Hudson
GB 2012

Drama/Komödie
96 min
FSK 0

mit
Bill Murray (F.D.R.) Arne Elsholtz
Laura Linney (Daisy) Katrin Fröhlich
Samuel West (Bertie) Axel Malzacher
Olivia Colman (Elizabeth) Christin Marquitan
Elizabeth Marvel (Missy) Katharina Koschny
Olivia Williams (Eleanor) Katrin Decker
Elizabeth Wilson (Mrs. Roosevelt) Barbara Adolph
Martin McDougall (Tommy) Tim Moeseritz
Andrew Havill (Cameron) Florian Halm
Eleanor Bron (Daisys Tante) Sonja Deutsch
Nancy Baldwin (Mrs. Astor)
u.a.

drehbuch
Richard Nelson

musik
Jeremy Sams

kamera
Lol Crawley

regie
Roger Michell

produktion
Daybreak Pictures
Film Four
Free Range Films

verleih
Tobis

Kinostart: 28. Februar 2013

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05.03.2013 | mz |
Kategorien: Filme | ohne