Montag, 22. April 2019


Der Bürgermeister, der Bademeister und Polizist Müller am See
© X Verleih/Warner Brothers


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Friedrichshagen gehört zum Berliner Stadtteil Köpenick, wo gefühlte 80% der Bewohner Müller heißen, und ist sozusagen das Beverly Hills des Ostens, oder wie die Friedrichshagener im Film behaupten: „Friedrichshagen verhält sich zu Köpenick wie Santa Monica zu Hollywood.“„Ich würde eher sagen: Wie der Vatikan zu Rom.“„Der Friedrichshagener ist quasi der Italiener unter den Berlinern!“ Der Bademeister meint: „Der Müggelsee ist nicht gefährlich! Der Halensee ist gefährlich und der Wannsee ist gefährlich und der Lietzensee ist gefährlich und der Weiße See in Weißensee ist gefährlich, aber hier ist gar nichts gefährlich, denn hier wird das gemacht, was der Bademeister sagt, dann kann auch nichts passieren.“

Leander Haußmann und Sven Regener erfinden mit diesem Film ein neues Genre: den Alarm-Film! Es ist kein Hai-Film, davon gibt es ja auch schon so viele, sondern, wie der Titel schon sagt, ein Alarm-Film. In nur 30 Tagen drehten die beiden in Personalunion (Regie, Drehbuch, Musik, verschiedene Figuren) dieses cineastisch wertlose Müllfilmchen am Friedrichshagener Müggelsee – sogar im Originalton, da der neue Flughafen ja noch nicht in Betrieb ist!

Aber was ist Hai-Alarm am Müggelsee aber nun? Ist es ein shakespeareskes Schelmenstück, wie manche sagen? Eine Katastrophenfilm-Actionkomödie, wie andere vermuten? Eine herzhafte Blödelei allererster Kajüte, wie wiederum Dritte mutmaßen? Oder gar eine Trash-Etüde mit schönen Bildern und witzigen Witzen? In manchen Szenen erinnert der Film an den belanglosen Humor eines Helge Schneider, um dann wieder mit hervorragend ausgefeilten Schenkelklopfern aufzufallen.

Snake Müller ist Haijäger auf Hawaii. Seine Greencard läuft ab und man gibt ihm keine neue. Da er überdies von der Haijagd die Nase voll hat, will er dahin, „wo die Sonne immer scheint und die Haie niemals hinkommen“. Er nimmt sein Hausboot und umrundet die halbe Welt, um nach Berlin-Friedrichshagen zu kommen, die kleine Stadt am Ufer des Müggelsees. Dort macht er das Hausboot fest und widmet sich dem Surfpaddeln…

Aber Friedrichshagen hat ein Problem: Die abgebissene Hand des Bademeisters deutet darauf hin, dass ein Sicherheitsrisiko im Wasser schwimmt. Der Bürgermeister und seine Berater, darunter die Städtemarketing-Expertin Vera Baum, ein Fischexperte der Humboldt-Universität, Polizist Müller und natürlich der Bademeister, haben verschiedene Verfahren entwickelt, mit dieser Situation umzugehen, die der Reihe nach durchprobiert werden.

Zunächst soll niemand mehr in den Müggelsee gehen, „aber positiv“, also ohne dass Warnungen ausgesprochen und Ängste geweckt werden, das „Nichtbaden“ wird durch Freibier, Streichelzoo, Pantomime und Hütchenspielen attraktiver gemacht, hartnäckige Fälle durch sophistische Diskussionen und Schönheitsberatung dazu überredet. Das gelingt nur so lange, bis Der reiche Mann von Friedrichshagen, dem das Strandbad gehört, aufbegehrt und Umkehr erzwingt, ungewollt unterstützt von Snake Müller, der sich das Surfpaddeln nicht verbieten lässt.

Aber bald riecht Snake Müller den Braten, denn als er sich wegen der Phantomschmerzen in einem abgetrennten Finger beim Amtsarzt von der Rezeptgebühr befreien lassen will, wird er der abgetrennten Hand des Bademeisters ansichtig und von den städtischen Tauchern über ihre Geschichte aufgeklärt. Er stürmt die Sitzung des Stadtrats und beharrt lautstark und gegen das Votum des Fischexperten darauf, dass ein Hai im See ist. Daraufhin beschließt der Stadtrat eine neue Verfahrensweise, nämlich Plan b), und der heißt: Wir machen weiter wie bisher und tun, als ob nichts gewesen sei.

Aber dieser Plan ist nicht durchführbar, denn wie der Bürgermeister sagt: „Die Zahnpasta der Angst lässt sich nicht mehr in die Tube der Beschwichtigung zurückstopfen!“ Beim großen Müggelseeschwimmen werden (statt wie im Vorjahr 1234) nur noch 10 Teilnehmer gelistet. Snake Müller entdeckt auf einer Luftaufnahme einen haiförmigen dunklen Fleck auf der Wasseroberfläche. Der Bürgermeister fürchtet um seine Wiederwahl und setzt alles daran, dass es zum Hai-Alarm kommt, denn er weiß: In Zeiten der Not und des Alarms ist der Amtsinhaber gegenüber dem Herausforderer im Vorteil.

Deshalb setzt er eine „Arbeitsgruppe Hai-Alarm“ ein, bestehend aus den Fachleuten Vera Baum (Städtemarketing und Meinungsforschung), dem Fischexperten (Mikrobiologische Seewasseranalyse) und Gabi Müller (Annika Kuhl), Snake Müllers Exfrau (Historikerin, historisch-kritische Analyse der Hai-Herkunftsgeschichte). Snake Müller reaktiviert unterdessen seinen alten Unterwasser-Beobachtungskäfig und kann mit dessen Hilfe den Hai entdecken. Seine eidesstattliche Versicherung ist der Strohhalm, der den Rücken des Arbeitsgruppenkamels zerbrechen lässt: Der Hai-Alarm wird ausgerufen.

Und mit dem Hai-Alarm kommt die Freud und das Leid, kommen die Clowns und die Tränen, kommt die Action und das Formular! Zunächst allgemein mit Skepsis und eher lustlos begrüßt, entwickelt der Hai-Alarm binnen kurzer Zeit eine Eigendynamik, wie es nur in der „Partyhauptstadt Friedrichshagen“ möglich ist: Er wird zur rauschenden Orgie, die nach 17 Tagen Bölschefest und Müggelseedammsperrung dem Kater der Bürgerwut und dem Furor des Wutbürgers weichen muss. Ein teuflisches Gemisch aus Intrigen und Zorn, Liebe und Hass, Großzügigkeit und Neid, Macht und Städtemarketing entwickelt einen Druck, unter dem der „Kessel der Friedrichshagener Zivilisation“ in einem Inferno des Wahnsinns zu explodieren droht…

Ein wenig lang ist er ja geraten – der erste Alarm-Film. Das Gedüdel der beiden Filmemacher mit Mundharmonika und Gitarre wirkt auf die Dauer ein wenig nervig – oder einschläfernd – je nachdem. Doch sonst ist der Film schon ein Kleinod im großen Kokowääh des deutschen
Films, eine Herausforderung erster Kajüte, der sich Regener und Haußmann gestellt haben. Leander Haußmann: »Der Alarm-Film könnte das deutsche Kino retten. Auf jeden Fall kann das deutsche Kino den Alarm-Film gut gebrauchen. Wenn Alarm ist, dann gehen die Leute ins Kino, weil sie da sicher sind. Ist doch klar!«

Von anderen Filmen brauchten sie auch nicht viel klauen…
Sven Regener: Das Problem war ja, dass Hai-Alarm am Müggelsee der Prototyp des Alarm-Films ist. Da war mit Klauen nicht viel zu machen. Aber das Hai-Alarm-Thema erinnert ein bisschen an die Filmmusik von Deep Throat, gerade textlich, insofern die da auch immer nur den Titel des Films singen, also die so „Deep throat, deep throat“, wir immer „Hai-Alarm am Müggelsee“. Das ist schon eine auffällige Parallele.
Leander Haußmann: Schon wegen der Mundharmonika erinnert der Film natürlich an Spiel mir das Lied vom Tod. Und wegen der Großaufnahme der Augen von Michael Gwisdek. Das ist ganz klar Sergio Leone. Allerdings kommen bei Spiel mir das Lied vom Tod noch mehr Leute zu Schaden als bei uns. Dafür gibt es bei uns mehr Szenen auf dem Wasser. Im Großen und Ganzen unentschieden. Man hätte den Film auch „Spiel mir das Lied vom Hai“ nennen können.

Da die Kosten so weit wie möglich niedrig gehalten werden konnten, haben sich Henry Hübchen, Michael Gwisdek und Tom Schilling in die Riege namhafter Schauspieler-Produzenten wie Sylvester Stallone, Tom Cruise und Brad Pitt eingereiht: Filme, in denen sie selber mitspielen, mitproduzieren, mitgefangen, mitgehangen, hier kommt keiner lebend raus, wo geht’s nach Friedrichshagen, bitte?! Die schönsten Rollen haben sie sich natürlich selbst gesichert, denn die Axt im Haus erspart den Zimmermann, hier kocht der Chef, jeder Dritte, der sich beschwert, wird erschossen, zwei waren heute schon da.

Ab heute ist also der Hai-Alarm ausgerufen! Wenn genügend Schaulustige hingehen, ist es möglich, dass sich der Alarm-Film als neues Genre durchsetzen kann. Ideen für Fortsetzungen gibt es zur Genüge… Auf der Bölschestraße gibt es z.B. wie bei South Park ein japanisches und ein chinesisches Restaurant direkt nebeneinander – daher die perfekte Spielwiese für „Kung-Fu-Alarm am Müggelsee“, „China-Alarm am Müggelsee“ oder „Schnecken-Alarm am Müggelsee“… Und hey! Michael Gwisdek in kurzen Hosen!!! Und wer weiß, vielleicht wird ja Surfpaddeln zum neuen Kultsport…! mz

OT: Hai-Alarm am Müggelsee
Komödie
D 2013

103 min
FSK 12

mit
Henry Hübchen (Bürgermeister Müller)
Michael Gwisdek (Bademeister)
Uwe Dag Berlin (Snake Müller)
Anna-Maria Hirsch (Vera Baum)
Tom Schilling (Fischexperte von der Humboldt-Universität)
Benno Fürmann (Der reiche Mann von Friedrichshagen)
Annika Kuhl (Gabi Müller)
Detlev Buck (Polizist Müller)
Horst Pinnow (Horst Jablonski)
Leander Haußmann (Taucher, Kreuzberger, Mundharmonikaspieler, Pantomime)
Sven Regener (Taucher, Kreuzberger u.a.)
Katharina Thalbach (Die zynische Irre)
u.a.

drehbuch
Leander Haußmann
Sven Regener

musik
Leander Haußmann
Sven Regener

kamera
Jana Marsik

regie
Leander Haußmann
Sven Regener

produktion
X-Filme Creative Pool
Müggelfilm
CC Medien Filmproduktion
Gerhard Lidl Film
ARRI Film & TV Services

verleih
X Verleih/Warner Brothers

Kinostart: 14. März 2013

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13.03.2013 | mz |
Kategorien: Filme | ohne