Regisseur Ric Roman Waugh führt die Geschichte der Familie Garrity konsequent fort: Fünf Jahre nach dem verheerenden Einschlag des Kometen Clarke leben John, Allison und ihr Sohn Nathan noch immer in Grönland in dem Bunker, der ihr Überleben sicherte.
Doch Frieden finden sie hier nicht: Luft und Wasser sind verseucht, Strahlungsstürme wüten über die Oberfläche und Fragmente des Kometen schweben noch immer in der Umlaufbahn und drohen auf die Erde zu stürzen. Als ein verheerendes Beben den Bunker zerstört, muss die Familie erneut aufbrechen und sich durch ein verwüstetes Europa bis zum einzig sicher scheinenden Ort auf dem Planeten durchschlagen – dem gigantischen Hauptkrater des Clarke-Kometen in Südfrankreich.
»You gotta be kiddin‘ me!«
John Garrity
In zahlreichen Filmen und Serien wurden bereits diverse Überlebensszenarien porträtiert — wie die Menschen mit der veränderten Heimat zurechtkommen, wie sie sich neu organisieren und wie sie miteinander auskommen. Prinzipiell kann man die Handlung mit der von Fallout vergleichen, auch wenn hier nur fünf Jahre verstrichen sind, nachdem unsere Helden aus dem Bunker herauskommen.
Wir haben zunächst die teils strahlungsverseuchte Luft, der die Bunkerflüchtigen nach dem Kollaps desselbigen durch Kontinentalverschiebungen durch die Kometen- und Asteroideneinschläge ausgesetzt sind. Als nächstes sortiert eine Flutwelle die Spreu vom Weizen. Dann verschiebt sich das Ganze auf’s Meer, wo Hungersnot und Benzinmangel plagen. Dann an Land geht es wieder Schlag auf Schlag.
Sie treffen auf Überlebende, die sich freundlich und feindlich arrangieren. Doch damit nicht genug. Auch nach fünf Jahren stürzen immer noch kleine Teile von Clarke auf die Erde! Aber es gibt Hoffnung: Im Hauptkrater in Südfrankreich soll neues Leben entstanden sein, genauso wie damals, als die Dinosaurier nach einem Kometeneinschlag verschwanden und neues Leben entstand. Doch der Weg ist unwirsch, Milizen kämpfen um das Gebiet…man kommt sich ein wenig wie bei Indiana Jones vor.
Es passiert so viel, die Flüchtlinge bekommen kaum Ruhe. Da ist es nicht verwunderlich, wenn John dann plötzlich am Verzweifeln ist, dass eine Katastrofe nach der anderen folgt, die drei immer nur gerade so überleben und ein Rückweg nach dem anderen verschwindet und dann sagt: „Wollt ihr mich verarschen?!“
Aber trotz all der Action schafft es auch diesmal Drehbuchautor Chris Sparling, die volle Gefühlspalette zu bedienen, auch wenn man als Zuschauer irgendwann die Tüte voll hat, weil gefühlt jede Randgruppe bedient werden muss, und mit John im Kanon spricht: „Wollt ihr uns verarschen?!“. Es ist einfach zu viel Tempo drin! Kaum hat man eine neue Figur kennengelernt, ist sie auch schon wieder weg — als würde man bei TikTok, Insta & Co. weiterrollen… ah ja, niedlich… weiter… ah ja, och nö… weiter…
☄️🌊
Selbst mit dem Einsatz modernster visueller Effekte, um die fantastische Massenzerstörung zu verstärken, ziehen jedoch die in Island gedrehten europäischen Landschaften die Zuschauenden durch atemberaubende Bilder und die authentischen, mitreißenden Interaktionen der Schauspieler mit dem Klima und der Geografie in ihren Bann.
Und auch wenn die Handlung ein wenig zu überkandidelt wirkt und Roman Griffin Davis nicht gerade besonders seinem jüngeren Ich aus dem ersten Film ähnelt, so ist Greenland mit der 2 doch ein solides Endzeit-Überlebensdrama, das einen bis zum bittersüßen Ende mitreißt.