Montag, 22. April 2019

image

Driver
© Concorde


zur IMDb

(function(d,s,id){var js,stags=d.getElementsByTagName(s)[0];if(d.getElementById(id)){return;}js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=“http://g-ec2.images-amazon.com/images/G/01/imdb/plugins/rating/js/rating.min.js“;stags.parentNode.insertBefore(js,stags);})(document,’script‘,’imdb-rating-api‘);
|
Trailer | Filmseite (engl.) |

Beitrag teilen

var a2a_config = a2a_config || {};
a2a_config.linkurl = „http://www.screenmagazin.com/post/44547382492/“;
a2a_config.locale = „de“;
a2a_config.color_main = „333“;
a2a_config.color_border = „966“;
a2a_config.color_link_text = „fff“;
a2a_config.color_link_text_hover = „F63“;
a2a_config.color_bg = „000“;
a2a_config.color_arrow = „fff“;
a2a_config.prioritize = [„facebook“, „twitter“, „google_buzz“, „email“];
http://static.addtoany.com/menu/page.js

Gar nicht umworben, keine Vorführung für die Presse, und doch ist er diese Woche im Kino gestartet: Get the Gringo, auch bekannt als How I spent my Summer Vacation (Wie ich meinen Sommerurlaub verbracht habe) – Mel Gibsons Comeback ins Actiongenre. Zehn Jahre nach seinem letzten Actionfilm Wir waren Helden, nach mehreren Eigenproduktionen auf dem Regiestuhl und einem ziemlich deftigen privaten Pöbelskandal (weswegen er auch in den USA keine Kinoerlaubnis bekam) kehrt er nun wieder zu seinen Ursprüngen zurück – als Produzent, Drehbuchautor und Hauptdarsteller.

Adrian Grünberg, mit dem Gibson bereits bei Auftrag Rache (übrigens mit Ray Winstone, der diese Woche mit ►The Crime in die Kinos gekommen ist) und Apocalypto als Assistenzregisseur zusammengearbeitet hat, gibt mit diesem Mix aus Gefängnisthriller und Hochstaplerkrimi mit einer Prise Realismus sein Regiedebüt.

Mel Gibson spielt hier einen als „Driver“ (Fahrer) benannten, sich in einem Clownskostüm gekleideten Flüchtling vor der Polizei. Er hat mit einem fremden Partner einen Millionen schweren Coup gelandet und schafft es gerade noch, die mexikanische Grenze zu durchbrechen. Sein Partner wurde auf der Flucht erschossen und blutete im Auto über all das erbeutete Geld.

Zunächst scheint die mexikanische Polizei kooperativ, den gestellten Verbrecher den US-Kollegen zu übergeben. Doch als sie im Kofferraum des Wagens eine Menge Geld finden, entscheiden sie sich dann doch dafür, den Verbrecher selbst einzubuchten. Korruption steht in Mexico hoch im Kurs, also behalten die Cops das Geld und Driver landet im berüchtigten „El Pueblito“ – einem Gefängnis, das als „Verbrecher-Uni“ bekannt ist, einem Albtraum aus Gewalt, Korruption und Überbelegung, einer Gesellschaft hinter Gittern, in der die Insassen die Kontrolle haben, Drogen innerhalb des Gehöfts verkauft werden und jeder jederzeit Besuch empfangen kann – Hauptsache er hat die Wachen geschmiert.

Für einen Gringo wie Driver verheißt der Ort nichts Gutes, doch Driver weiß sich zu helfen. Mit seiner Beobachtungsgabe findet er schnell heraus, wo der Hase langläuft, klaut sich Geld zusammen für einen vernünftigen Schlafplatz und schmiedet schon bald Pläne für seine Flucht. Dies bekommt ein zehnjähriger Junge mit, der dort, wie so viele andere Kinder, geboren wurde und mit seiner inhaftierten Mutter lebt, die wiederum für das persönliche Wohl des Obergangsters sorgen muss.

Der Jungen steht hinzu unter außergewöhnlichem Schutz: Er ist der einzig kompatible Patient für eine Lebertransplantation, die der Boss braucht. Schließlich kommen sich Driver, der Junge und dessen Mutter immer näher, woraufhin sich Drivers Beschützerinstinkt auf die beiden erweitert. Jetzt muss er eine Gelegenheit finden, um alle Drei aus dem Elend zu befreien. Also schmiedet er einen Plan, um mehrere Fliegen gleichzeitig mit einer Klappe zu schlagen – die korrupten Cops, die Verbrecher, von denen er das Geld gestohlen hat, und natürlich die Flucht aus „El Pueblito“…

Mel Gibson hat nicht viel übrig gelassen von seiner Deprirolle in ►Der Biber. Zusammen mit Adrian Grünberg schrieb er sich die Rolle auf den Leib, ohne zu sehr zu dominieren. Sie haben zu Gunsten der Story dem jungen Kevin Hernandez genug Platz eingeräumt, um eine ordentliche Charakterzeichnung zu etablieren. Dabei wirken Gibson, Hernandez und „Mutter“ Dolores Heredia anfangs noch ein wenig unsympathisch, um dann am Ende die volle Unterstützung des Publikums zu bekommen.

Das Ganze wirkt im Prinzip wie die 3. Staffel der Serie Prison Break, in der die Hauptfigur aus einem ähnlichen Gefängnis in Panama entfliehen muss. Doch Get the Gringo hat einen Bezug zur Realität, denn „El Pueblito“ gab es wirklich. 1956 wurde das Gefängnis unter dem offiziellen Namen Centro de Readaptacion Social de la Mesa in Tijuana erbaut, um ein Experiment mit 2.000 Gefangenen durchzuführen – das ordentlich schiefgelaufen ist.

Es war ein Experiment, bei dem die Verwandten der Insassen in deren Nähe bleiben sollten, um die Reintegration in die Gesellschaft zu erleichtern – so dachte man sich. Ehefrauen, Kinder, Freundinnen, ganze Familien lebten dort innerhalb der Gefängnismauern. Manche lebten dort rund um die Uhr, manche kamen und gingen wie sie wollten. Kinder gingen morgens in die Schule und kehrten nachmittags ins Gefängnis zurück. In dem Gefängnis heirateten Paare, Babys wurden geboren, alte Leute starben…

„El Pueblito“ (übersetzt: Kleinstadt) hatte alles, was man zum Leben brauchte – Läden, Restaurants, Videotheken, Frisöre…und alles, was für einen gewissen Preis erkauft werden konnte. In Gefängnislaboren wurde Crystal Meth hergestellt, das drinnen wie auch draußen verkauft wurde. Am 20. August 2002 belagerte die mexikanische Armee das Gefängnis. In einigen wenigen stürmischen frühen Morgenstunden wurden die Überlebenden ins neue El Hongo überführt. Während der Belagerung zählte man etwa 80 US-Bürger, 600 Frauen, Kinder u.a. Familienmitglieder, die neben den 6.000 Insassen (darunter Anführer des organisierten Verbrechens und einige der gefährlichsten Verbrecher) dort gelebt hatten.

Gedreht wurde bei sengender Hitze in dem 2010 stillgelegten Ignacio Allende Gefängnis in Veracruz, die sich die Hauptakteure kaum anmerken ließen. Mel Gibson (völlig egal, was er privat getan hat) kehrt mit diesem cleveren Ausbruchthriller zurück ins Actiongenre. Sehr schmunzelig ist dabei eine Szene, in der er sich am Telefon als Clint Eastwood ausgibt, um eine Falle für seine Verfolger zu stellen, die (mal wieder) von Peter Stormare angeführt werden.

In dem Film spritzen nicht nur viele Insassen Drogen, sondern auch einigermaßen viel Blut, weshalb der Film auch nur für Erwachsene freigegeben ist. Ob der Film die 20 Millionen Dollar, die Gibson aus eigener Tasche bezahlt hat, einspielt, bleibt mangels US-Kinoauswertung fraglich. Hierzulande läuft er auch nur in wenigen Kinos – also schnell gucken, bevor er wieder verschwindet! mz

OT: Get the Gringo
USA 2012

Drama/Action
96 min
FSK 18

mit
Mel Gibson (Driver)
Kevin Hernandez (Kid)
Daniel Giménez Cacho (Javi)
Jesús Ochoa (Caracas)
Dolores Heredia (Mutter des Jungen)
Peter Gerety (Typ aus der Botschaft)
Roberto Sosa Martinez (Carnal)
Peter Stormare (Frank)
Dean Norris (Bill)
Bob Gunton (Thomas Kaufman)
Patrick Bauchau (Chirurg)
Scott Cohen (Franks Anwalt)
u.a.

drehbuch
Adrian Grünberg
Mel Gibson
Stacy Perskie

musik
Antonio Pinto

kamera
Benoît Debie

regie
Adrian Grünberg

produktion
Airborne Productions
Icon Productions

verleih
Concorde

Kinostart: 28. Februar 2013

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F43f9a35b-9176-4ea2-a03e-2f411548b833&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

04.03.2013 | mz |
Kategorien: Filme | ohne