Montag, 22. April 2019


Jeremy Renner am Set
© 2011 MVLFFLLC. TM & © 2011 Marvel./Foto: Zade Rosenthal

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Interview mit Scarlett Johansson

Mit dem erfolgreichen Start von Iron Man im Jahr 2008 gab es bereits erste Anzeichen, dass auch die ambitionierteste Serie von Marvel bald reif für das Kino sein könne – „The Avengers“ ist der heilige Gral des Marvel-Universums, der so viele, seit Jahrzehnten beliebte Figuren auf die Leinwand bringt.

»Wir schauten auf eine Liste aller Charaktere, deren Rechte nicht bei anderen Studios lagen«, erinnert sich Marvel-Chef Kevin Feige, »und stellten fest, dass wir alle Figuren für unsere populärste Comicserie zusammen hatten: „The Avengers“. Dazu bestärkte uns Samuel L. Jackson mit seinem Enthusiasmus, als wir ihm ein Cameo als Nick Fury anboten, und wir drehten mit ihm die Szene nach dem Abspann. Wenn er am Ende zu Tony Stark sagt, dass er Teil eines größeren Universums sei und es nur noch nicht wisse, dann war dies auch ein Hinweis von Marvel an die Fans.«

„The Avengers“ wurden von Stan Lee und Jack Kirby erschaffen und erstmals im September 1963 verlegt. Ursprünglich bestand das Team aus Iron Man, Thor, The Hulk, Ant-Man und Wasp. Captain America stieß in Ausgabe 4 hinzu. »Ich möchte glauben«, erklärt Comic-Legende Stan Lee die ungebrochene Beliebtheit seiner Superhelden, »dass wir ihnen spannende Persönlichkeiten und genug Probleme verliehen haben, um sie als Menschen interessant zu machen. Sie sind in erster Linie dreidimensionale Charaktere – und erst dann Helden und Heroinnen.«

Obwohl die Figuren von Lee und Kirby seit Jahrzehnten die Leser der Comics begeistern, musste Marvel das beträchtliche Risiko eingehen, die Filme Thor und Captain America: The First Avenger fertig zu stellen und in die Kinos zu bringen, während Marvel’s The Avengers bereits in Produktion war. »Doch wir hatten genug Selbstvertrauen«, so Produzent Feige, »um ein Puzzle zu entwerfen, das die Filme sowohl einzeln wunderbar funktionieren lässt als auch in der direkten Verbindung mit dem „Avengers“-Plot.« Tatsächlich ging der Plan perfekt auf. Erst Thor und dann Captain America: The First Avenger wurden 2011 zu Kassenhits und fachten das Feuer der Erwartung für Marvel’s The Avengers massiv an.

Nick Fury, führender Kopf der mächtigen internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D., sieht sich gezwungen, das eine Team zusammenzustellen, das die Welt vor dem Absturz in die Katastrophe bewahren kann und beginnt eine den Erdball umfassende, nie dagewesene Rekrutierungsaktion. Denn Thors rachsüchtiger Bruder Loki, der dank eines kosmischen Würfels über unbegrenzte Macht verfügt, bedroht den Weltfrieden und die globale Sicherheit.

Doch bevor Iron Man, Thor, Black Widow, Hulk, Captain America und Hawkeye als ultimatives Dreamteam auch nur die Chance zur Gegenwehr bekommen, müssen die Superhelden von Fury und seinem Vertrauten Agent Coulson überzeugt werden, miteinander zu arbeiten – und nicht gegeneinander…

Auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur stieß Produzent Feige bald auf Joss Whedon, den er bereits seit 2001 gut kannte: »Es war uns besonders wichtig, dass Marvel’s The Avengers auch ein selbständiger Film ist, den Zuschauer verstehen können, ohne einen der vorangegangenen Marvel-Filme zu kennen. Das Genie von Joss liegt darin, alle Elemente, das Spektakel und die visuellen Effekte eines Superhelden-Actionfilmes zu nutzen, ohne dass sie Story und Figuren übertrumpfen würden. Die Dynamik zwischen den Figuren macht das Herz dieses Filmes aus und am wichtigsten sind Ton, Dramaturgie und Humor. Wie reagiert Tony Stark auf Thor, wie arbeitet Nick Fury als Kopf von S.H.I.E.L.D.? Auf diese Entwicklungen sind die Fans gespannt – und unfassbare Actionsequenzen gibt es als Bonus dazu.«

Robert Downey jr. ergänzt: »Abgesehen vom Casting ist Marvel perfekt darin, den richtigen Regisseur für den jeweiligen Stoff zu wählen. Es ist immer ein aufregender Moment, weil die Namen nie erwartungskonform sind. Joss ist eine perfekte Wahl für The Avengers, weil er auch als Autor vor Talent und Ideen sprüht. Dieses Drehbuch ist wie ein irrsinnig komplexer Mechanismus, in dem acht Figuren Sinn ergeben und einen dramaturgischen Bogen schlagen sollen und am Ende jede ihren großen Moment haben muss.«

Das war gewiss nicht einfach, doch es hat funktioniert! Auch wenn man den Film besser versteht, mit den Figuren vertrauter ist, wenn man die anderen Filme gesehen hat, so schafft es Joss Whedon (Buffy – Im Bann der Dämonen, Firefly) doch, die Zuschauer in den Bann der Geschichte zu bringen, ohne die Iron Man-Filme, Thor oder Captain America: The First Avenger gesehen zu haben, was mit Sicherheit nach diesem Film nachgeholt wird…

Erweitert wird das spektakulärste Superhelden-Stelldichein der Filmgeschichte durch Scarlett Johansson in der Rolle der Black Widow. »Ehrlich gesagt wusste ich nach Iron Man 2 auch nicht, was die Zukunft für Black Widow bereit hält«, sagt die Schauspielerin, »da wir zunächst die Reaktionen der Fans abwarten wollten. Sie ist bisher eine Chiffre mit mysteriöser Vergangenheit und vielen Gesichtern geblieben, von der sich verbindlich nur sagen lässt, dass sie Ärsche so kräftig kickt wie jeder Mann und das Vertrauen von Nick Fury genießt, der eine genuin väterliche Beziehung zu ihr hat.«

»Black Widow ist eine fantastische Figur«, schwärmt Regisseur Whedon, »und mir war stets klar, dass ein rein männlicher Superheldenfilm total inakzeptabel wäre. Doch Scarlett bereichert als Frau nicht nur die Dynamik und Schlagkraft des Teams, sondern spielt hier auch eine deutlich dunklere Inkarnation der Figur als in Iron Man 2. Man erfährt etwas über die Hintergründe von Black Widow, die wahrlich nicht schön sind.«

Nachdem sie in ihrer ersten Szene in Marvel’s The Avengers einer Gang von Schlägern beibringt, dass es bei einem Verhör nicht darauf ankommt, wer gerade an einen Stuhl gefesselt ist, wird Black Widow ausgesandt, um Bruce Banner zu finden. Der Wissenschaftler, der sich bei Wut oder Provokation in den grünen Giganten Hulk zu verwandeln droht, wurde in der Vergangenheit jeweils einmal von Eric Bana und Edward Norton gespielt.

Für Joss Whedon aber begann und endete die Suche bei Mark Ruffalo (Shutter Island), über den er festhält: »Ich wollte einen frischen Ansatz für die Figur und Mark war meine Traumwahl. Neben Robert führte ich mit ihm vielleicht die meisten Gespräche in der Vorproduktion, weil wir eine neue Entwicklungsstufe für Banner finden wollten. Er ist an einem Punkt, an dem er die Hoffnung aufgegeben hat, je geheilt zu werden, und stattdessen fokussiert er all seine Energie darauf, anderen zu helfen.«

Mark Ruffalo fügt ergänzend hinzu: »Joss und ich einigten uns schnell darauf, dass Banner inzwischen etwas abgeklärter, charmanter und humorvoller sein kann als bisher. Am Ende seiner letzten Inkarnation schien es, als könne er zumindest ein wenig Kontrolle über den grünen Koloss gewinnen. Ich selbst habe noch nie in solch einem Genrefilm mitgewirkt, doch Robert Downey jr. ist ein guter Freund und eines meiner schauspielerischen Idole. Er hat im Alleingang neu erfunden, wie Comics im Kino interpretiert werden können und in diesem kreativen Raum fühle ich mich auch sehr wohl.«

Hinsichtlich der Verwandlung Bruce Banners in den gewaltigen Hulk wählten die Macher des Films einen völlig neuen Weg. »Wir wollten einen Hulk schaffen, wie es ihn noch nie gegeben hat«, formuliert Joss Whedon, »und ließen Mark Ruffalo erstmals beide Seiten der Figur spielen. Möglich ist das erst seit der Entwicklung der Motion Capture Technologie. Während sich also Bruce Banner und der Hulk bisher weder in den Comics noch in den Verfilmungen ähnelten, fließt bei uns auch Ruffalos Performance in die Figur ein. Etwa die Struktur der Gesichtsknochen, die Konturen der Augen und des Mundes. Wir wollten bei der Verwandlung die bisherige Lücke zwischen Real- und CGI-Charakter schließen. Stattdessen werden die Leute angesichts des Hulk sagen: „Oh Gott, das ist Bruce Banner – er ist nur sehr grün und sehr wütend.“«

»Es war interessant, zu sehen«, so Ruffalo, »wie nah meine Arbeit als Hulk nachher an den Traditionen des Theaters lag. Es ist die älteste Form der Schauspielerei, auf eine leere Bühne zu gehen und die eigene Vorstellungskraft zu bemühen, um das Publikum damit in den Bann zu ziehen. Im Fall von Marvel’s The Avengers war diese Bühne ein Warenhaus mit Tonnen von Kameras und ILM-Leuten, die mich in einen Motion-Capture-Anzug steckten.«

Ruffalo fährt fort: »Dazu sieht man sich selbst auf einem Monitor – bereits umgewandelt als Hulk, der dir zurück ins Gesicht schaut und jede deiner Bewegungen macht. Auf diese Art die Figur zu entwickeln war bemerkenswert, ein zugleich traditioneller und hochmoderner Prozess.«

Der Energiewürfel, präziser: der Tesserakt, um den es in der Geschichte geht, wurde bereits in Thor vorgestellt und wird zu Beginn des Films von Cliff Barton alias Hawkeye beschützt, den Jeremy Renner verkörpert. »Mir gefällt besonders«, sagt der schon zwei Mal für den Oscar® nominierte Shooting Star, »dass Hawkeye kein Superwesen, sondern ein menschliches Wesen mit überdurchschnittlichen Talenten ist. Er ist ein Einzelgänger und erinnert mich an Scharfschützen, die ich im Laufe der Jahre spielte. Scharfschützen entwickeln eine interessante Mentalität. Auch Hawkeye ist sehr intensiv und nimmt Pflichten verdammt ernst. Doch als er den Tesserakt bewachen soll und ihm auf einmal Loki gegenüber steht, kann er im Alleingang die katastrophalen Folgen unmöglich verhindern.«

Produzent Feige fügt hinzu: »Hawkeye ist der größte neue Charakter in Marvel’s The Avengers, was uns alle sehr froh macht. Er war immer ein Favorit der Fans, hat eine der coolsten Waffen des Marvel-Universums und wird von einem extrem talentierten Schauspieler verkörpert, der gerade erst für The Hurt Locker – Tödliches Kommando und The Town – Stadt ohne Gnade für den Oscar® nominiert wurde.«

Marvel’s The Avengers übertrifft sämtliche Erwartungen und beseitigt jegliche Skepsis der Fans, dass das Projekt zu überkandidelt daher und die Charakterzeichnung der Figuren zu kurz kommt. Als i-Tüpfelchen gibt es auch ein Wiedersehen mit Gwyneth Paltrow als Pepper Potts, die Tony Stark erneut verbal Paroli bietet – eines der vielen Highlights des Films. Mit Hot Pants und ihrer neuen Haarpracht zeigt sie sich auch gleichzeitig so sexy wie noch nie! Es macht einfach Spaß, den Figuren zuzusehen, wie sie sich zusammenraufen, um die Menschheit zu retten. Die Symbiose von Comic und Actionfilm ist Joss Whedon vollends gelungen. Da freut man sich schon auf das nächste Abenteuer der „Rächer“… ■ mz

OT: Marvel’s The Avengers
USA 2012

Action/Fantasy
FSK: 12
142 min
3D

mit
Chris Hemsworth (Thor) Tommy Morgenstern
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff/Black Widow) Luise Helm
Robert Downey jr. (Tony Stark/Iron Man) Tobias Meister
Chris Evans (Steve Rogers/Captain America) Dennis Schmidt-Foß
Samuel L. Jackson (Nick Fury) Engelbert von Nordhausen
Mark Ruffalo (Bruce Banner/Hulk) Norman Matt
Tom Hiddleston (Loki) Peter Lontzek
Clark Gregg (Agent Phil Coulson) Till Hagen
Jeremy Renner (Clint Barton/Hawkeye)
Cobie Smulders (Agent Maria Hill)
Stellan Skarsgård (Selvig)
Gwyneth Paltrow (Pepper Potts)
Paul Bettany (Jarvis’ Stimme)
Alexis Denisof (Der Andere)
Harry Dean Stanton (Wachmann)
Enver Gjokaj (junger Polizist)
u.a.

musik
Alan Silvestri

kamera
Seamus McGarvey

drehbuch
Joss Whedon
Zak Penn
basierend auf den Comics von Stan Lee und Jack Kirby

regie
Joss Whedon

produktion
Marvel Enterprises
Marvel Studios

verleih
Disney

Kinostart: 26. April 2012

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25.04.2012 | mz |
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