Samstag, 20. April 2019


Mark Wahlberg
© Universal Studios

► Trailer |
IMDb |
Filmseite

2008 erschufen Autor Arnaldur Indridason und Autor/Regisseur Óskar Jónasson den skandinavischen Gangsterthriller Reykjavik-Rotterdam: Tödliche Lieferung, entwickelt und finanziert von Baltasar Kormákur, der damalige Star des Films, der gleichzeitig auch als verantwortlicher Produzent zeichnete. Zwei Jahre später legte Kormákur einem seiner Agenten die Idee vor, ein Remake für das englischsprachige Publikum zu drehen.

Chris Farraday ist in Schmugglerkreisen eine Legende. Doch seine kriminelle Karriere hat er schon seit geraumer Zeit beendet. Längst hat er sich mit seiner Ehefrau Kate und den zwei gemeinsamen Söhnen häuslich niedergelassen. Doch nachdem sein Schwager Andy ein Drogengeschäft vermasselt, zwingt dessen skrupelloser Boss Tim Briggs Chris nun, Andys Schulden zu begleichen und das zu tun, was er am besten kann: schmuggeln.

Mit Unterstützung durch seinen besten Freund Sebastian Abney stellt Chris notgedrungen eine Crew auf die Beine, darunter ist auch sein Jugendfreund Danny Raymer. Der Plan ist mit dem Schiff nach Panama überzusetzen, um Millionen Dollar Falschgeld in die USA zu holen. Alles soll unter dem wachsamen Blick des Schiffskapitäns über die Bühne gehen, der schon viele abenteuerliche Erfahrungen mit Chris‘ Vater gemacht hatte – und den jüngeren Farraday nun umso misstrauischer im Auge behält.

Aber der Coup misslingt. Und Chris bleiben nur wenige Stunden, um doch noch an das Geld zu kommen. Er muss all seine Fähigkeiten einsetzen, um das brandgefährliche Verbrechernetzwerk der brutalen Panama-Drogenbosse mit Gonzalo an der Spitze samt Polizei und Auftragskillern auszumanövrieren – und so seine Frau und Söhne auszulösen, die als nächstes auf der Abschussliste stehen…

Neben den souverän agierenden Mark Wahlberg und Kate Beckinsale liefern Ben Foster und Giovanni Ribisi eine hervorragende Darstellung als Mit- bzw. Gegenspieler. Ribisi nennt seine Rolle als Briggs den furchteinflößenden „bogeyman“: »Er ist genau der Kerl, den man auf keinen Fall Nachts vor der eigenen Haustür treffen will. Er hat gerade fünf Jahre in Angola verbracht und entspricht deinem allerschlimmsten Alptraum.«

Ribisi fügt hinzu, er sei beeindruckt gewesen von den Methoden, nach denen der Regisseur diesen Film drehte: »Balt erweitert wirklich die Grenzen des herkömmlichen Filmemachens, denn dieser Film ist unglaublich realistisch. Er beschönigt das schmutzige Geschäft mit dem Schmuggel kein bisschen, sondern zeigt die harte Realität.«

Vielleicht ist es auch genau das, was an dem Film stört. Bis auf wenige Actionelemente ist der Film nur mäßig spannend, da vorhersehbar. Hier und da wird mit knapp bemessener Zeit die Spannung ein wenig angeheizt. Die Figuren und deren Handlungsweise kennt man bereits aus zahlreichen anderen Filmen des Genres, daher birgt der Film auch kaum Überraschungen.

Für lockere Abwechslung mit einer Mischung aus Autorität und Humor sorgt J.K. Simmons als augenzwinkernd korrupter Schiffskapitän. Simmons erzählt davon, wie die Schiffkameraden sich ständig über seine Staubsaugsucht lustig machten, und lacht: »In diesem Kapitän steckt ein bisschen Felix Unger, denn er hält sein Schiff gerne sauber. Nur dann fühlt er sich an Bord wie zuhause.

Ich halte gerne die Fassade des noblen Kapitäns aufrecht, bin aber eigentlich ein ziemlicher Dreckskerl. Wenn etwas auf meinem Schiff geschmuggelt werden soll, weiht man mich einfach ein und ich kriege meinen Anteil. Doch Bud Farraday, der Vater von Chris, war daran nicht interessiert – also habe ich Vorkehrungen getroffen, um ihn auf einen sehr langen Urlaub zu schicken…«

Gedreht wurde in den unterschiedlichen Gegenden von New Orleans sowie ausgewählte Szenen auch in Panama City. Kameramann Barry Ackroyd sorgte mit akkuratem Blick und kreativen Einstellungen für den Einsatz von unterschiedlichen Kameras beim Dreh der Actionszenen in Echtzeit. Ackroyds Entscheidung, gleichzeitig mehrere Kameras einzusetzen, gab den Schauspielern mehr Spielraum für Improvisationen, ohne dass sie dabei an spezifische Markierungen gebunden waren.

Wahlberg wünscht sich abschließend, dass das Publikum diesen Actiontrip genießt: »Ich hoffe, die Zuschauer spüren die Spannung und Aufregung. Doch letztendlich stützt sich alles auf die Beziehung zwischen Chris und Kate. Wenn das Publikum sich von Anfang an engagiert, dann wird es sich für sie mehr als lohnen. Ich hoffe, dass es sie dabei kaum auf den Sitzen hält, dass sie zuschauen, hoffen, emotional mitgehen und dieses Puzzle dann zusammensetzen können.«

Es heißt ja bekanntlich: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ob bzw. wie spannend ein Jeder diesen Film findet, ist natürlich jedem selbst überlassen. Wer jedoch Dixiemusik und Geschichten um Drogenhandel und die dunklen Gestalten drum herum nicht mag, der sollte sich diesen Langweiler sparen.
■ mz

OT: Contraband
USA/GB/F 2012
Drama/Action
FSK: 16
109 min

mit
Mark Wahlberg (Chris Farraday) Oliver Mink
Kate Beckinsale (Kate Farraday) Marie Bierstedt
Ben Foster (Sebastian Abney) Marcel Collé
Giovanni Ribisi (Tim Briggs) Gerrit Schmidt-Foß
Lukas Haas (Danny Raymer) Norman Matt
Caleb Landry Jones (Andy) Ricardo Richter
Diego Luna (Gonzalo) Nico Mamone
J.K. Simmons (Kapitän Camp) Joachim Kerzel
Robert Wahlberg (John Bryce)
u.a.

musik
Clinton Shorter

kamera
Barry Ackroyd

drehbuch
Aaron Guzikowski
nach dem Drehbuch zu „Reykjavik-Rotterdam“ von
Arnaldur Indridason
Óskar Jónasson

regie
Baltasar Kormákur

produktion
Universal Pictures
Relativity Media
Working Title Films
Blueeyes Productions
Leverage Entertainment
Closest to the Hole Productions
Farraday Films
Studio Canal

verleih
UPI

Kinostart: 15. März 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F34da9bc3-5718-4e28-87cf-c7aefdc2afaa&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

15.03.2012 | mz |
Kategorien: ohne
Schlagwörter: | | |