Montag, 22. April 2019


Tadanobu Asano, Taylor Kitsch
© Universal Pictures

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Angelehnt an das beliebte Spiel „Schiffe versenken“, das man auf dem Brett, Papier oder am PC oder auf dem Handy spielen kann, inszenierte Peter Berg dieses 200 Mio. Dollar teure Actionvehikel u.a. mit der Hilfe von Spielegigant Hasbro, die auch bei Transformers und G.I. Joe ihre Finger in der Kasse haben. Und damit die Filmversion nicht so öde langweilig wird, bekämpfen sich nicht die Schiffe untereinander, sondern müssen sich gegen gigantische Kampfmaschinen einer außerirdischen Macht verteidigen.

Zufälligerweise spielt auch hier Taylor Kitsch die Hauptrolle, der zuletzt in dem unwürdig als Megaflop bezeichneten ►John Carter die führende Spielfigur war. Ob er auch dieses Vehikel versenken kann, wird sich zeigen. An seiner Seite stehen immerhin Liam Neeson, Alexander Skarsgård, Brooklyn Decker und Rihanna. Letztere wird auf Grund ihrer Popularität mit Sicherheit für ausreichend Publikum sorgen.

Kaum ein Offizier hat je in der US-Navy derart schnell Karriere gemacht wie Alex Hopper. Aber dann begeht er einen Fehler, der ihn die Laufbahn kosten könnte: Er verliebt sich ausgerechnet in Sam, die Tochter seines Admirals. Ein Problem, bei dem ihm auch sein älterer Bruder Stone, Kommandeur der USS Samson, nicht helfen kann.

Alex bleibt allerdings wenig Zeit, über sein Schicksal nachzugrübeln, denn bei einem internationalen Seemanöver im Pazifik gerät seine Einheit in eine Situation, auf die sie auch die beste Militärschule nicht vorbereiten konnte: Mitten auf dem Ozean wird die Flotte von außerirdischen Kampfmaschinen angegriffen…

»Zerstörer sind eindrucksvolle Kampfmaschinen, die von unglaublich smarten und mutigen Leuten gesteuert werden. Wir fanden es eine großartige Idee, diese Menschen im Rahmen von diesem populären Spiel vorzustellen«, erklärt Produzentin Sarah Aubrey von Film 44. »Wir bringen die Zuschauer in das Innere dieser enormen Meeresbestien. Wir zeigen die Waffen, die Missiles und das gesamte Zerstörungspotenzial. Wenngleich diese Flotte in unserer Geschichte als Underdog erscheinen mag, präsentieren wir sie so eindrucksvoll, wie man es bislang noch nicht auf der Leinwand gesehen hat.«

Im Prinzip ist Battleship ein Werbefilm für die US Navy. Da die letzten Seeschlachten schon einige Zeit her sind, könnte es sein, dass der Reiz, auf solch einem Schiff zu dienen, verloren gegangen ist. Viele gehen da lieber zur Army oder Air Force, wo es mehr Action gibt. Aber uns Kinogängern sollte das egal sein – Hauptsache es gibt jede Menge Gefechte, Explosionen – und natürlich Außeridische.

Letztes Jahr stand Los Angeles im Mittelpunkt von außerirdischem Kreuzfeuer. Diesmal wird es feucht unter- und oberhalb des Kiels, wenn die Filmhelden gegen die Aliens antreten. Die Dreharbeiten von Battleship begannen in Oahu auf Hawaii. Für Regisseur Peter Berg ein vertrautes Gebiet, diente Hawaii doch bereits 2003 bei seinem Actionhit Welcome to the Jungle als Double für den brasilianischen Dschungel.

Ein Großteil der Szenen konnte auf Schiffen der US Navy auf hoher See gedreht werden, denn dem Filmteam wurde der Zugang auf fünf verschiedene Zerstörer gewährt. Dabei konnten nicht nur die Abläufe an Bord beobachtet werden, sondern die Filmemacher bekamen auch einen Einblick in das Leben der jungen Männer und Frauen, die ihrem Land dienen.

Produzent Duncan Henderson berichtet von der Suche nach dem passenden Drehort: »Wir haben uns an der australischen Goldküste umgesehen und es gab auch Überlegungen, die Szenen auf See komplett in einem Wasserbecken im Studio zu drehen. Doch schließlich entschieden wir uns für den Dreh in Hawaii, denn das brachte einen viel größeren Realismus in den Film. Wir konnten auf die offene See fahren, was den Film enorm geöffnet hat. Diesen Effekt hätten wir im Studio nie erreichen können.«

Für Berg, der als Kind mit seinem Vater oft Schifffahrtsmuseen besuchte, war dieses Actionabenteuer die Erfüllung eines Lebenstraumes: »Battleship ist eine echte Leidenschaft für mich, denn ich habe in meinem Leben schon endlos viel Zeit mit Schiffen verbracht und kenne durch die Erzählungen meines Vaters sehr genau die Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs. Als mir das Projekt angeboten wurde, musste ich nicht lange überlegen, wie der Film aussehen sollte.

Ich wollte eine aktuelle Geschichte über eine internationale Flotte, die in sehr dynamische, heftige und intensive Kämpfe verwickelt wird. Es gibt Seeschlachten voller Action mit großen Schiffen und Konflikten. Auf der ganzen Welt ist „Battleship“ ein vertrauter Begriff. Diese Bekanntheit bedeutet im heutigen Markt einen enormen Vorteil, um aus einer Marke einen Film zu machen.«

Nach dem Blockbustererfolg der Toys-to-Film-Hits Transformers und G.I. Joe – Geheimakte Cobra durchforstete Hasbro seinen Katalog und entschied sich für Battleship als erstes Game-to-Film-Projekt. Dabei war allen Beteiligten klar, dass zuvor ein entscheidendes Problem gelöst werden musste: Wie verwandelt man ein beliebtes Spiel in eine plausible und unterhaltsame Filmhandlung?

Bei ihren Recherchen entdeckten Berg und die Autoren, dass entlang der Küste von Hawaii mit Hilfe von Bojen unregelmäßige Wasserbewegungen gemessen werden, um frühzeitig Tsunamis zu erkennen. Dieses Prinzip fand Eingang in den Film, wie Aubrey erläutert: »Messbojen dienen den Bewohnern der gefährdeten Küsten als Frühwarnsystem vor Tsunamis. Nagata nutzt diese Bojen, um ein Raster auf seinem Radarschirm zu erzeugen, in dem die Angreifer sichtbar werden. Für das Publikum wird es ein besonderes Vergnügen zu entdecken, wie vertraut dieses Raster aussieht, und dass wir „Battleship“ spielen.«

Bis es jedoch soweit ist, müssen erst einmal die Charaktere aufgebaut werden. Taylor Kitsch spielt diesen impulsiv agierenden Typen, der sich immer wieder in irgendein Schlammassel hinein reitet. Gleich zu Beginn des Films versucht er, die den ganzen Film über leicht bekleidete (Sex sells!) Brooklyn Decker (ihre 2. Filmrolle nach Meine erfundene Frau) zu beeindrucken, indem er ihr innerhalb 5 Minuten einen Chicken Burrito bringen will.

Er trägt zwar keine Wassermelone zu einer Party, sorgt jedoch für die ersten Lacher des sonst so reizüberfluteten Films, indem er, mit der Musik vom „rosaroten Panther“ unterlegt, in einen Laden (im wahrsten Sinne des Wortes) einbricht. Die restlichen Lacher des Films bleiben den saumäßig billigen und schlechten Dialogen und Einzeilern vorbehalten, die später selbst mit einem „Wer spricht so?!“ vorgeführt werden.

Als der Film dann nach einer guten halben Stunde die Farbe wechselt, indem die Erde von Außerirdischen angegriffen wird, geht es im Prinzip nur noch darum, das Publikum mit Spezialeffekten zu bombardieren. Und spätestens im letzten Drittel des Films wird einem wieder vor Augen geführt, dass es hier um „Schiffe versenken“ geht – mit all der Strategie und Kampfgeist, die das Spiel ausmacht.

Die außerirdischen Raumschiffe, die mit all ihren Transformationen an die „Transformers“ erinnern, sind mit all ihrer bedrohlichen Gigantität beeindruckend in Szene gesetzt und werden mit den tief blasenden Hörnern von ►Inception-Komponist Steve Jablonsky unterstrichen. Am Ende weiß man nicht mehr, wie man sich aus dem Sitz, in den man hineingepresst wurde, wieder erheben soll.

Fazit: Battleship ist ein Film für schwerhörige, anspruchslose Actionfans (Männer), der mit beeindruckenden Effekten punktet, handlungstechnisch jedoch nicht solch fadenscheinigen Fantasieschwachsinn wie bei Transformers bietet. Wer über die grausigen Dialoge hinweg sehen kann, den erwartet ein Actionspektakel erster Klasse. Und wer den Abspann überlebt, wird sogar noch mit einer zusätzlichen Szene belohnt! ■ mz

OT: Battleship
USA 2012

Action

FSK: 12
131 min

mit
Taylor Kitsch (Alex Hopper) Björn Schalla
Tadanobu Asano (Nagata) Toru Takahashi
Rihanna (Raikes) Anja Stadlober
Jesse Plemons (Ordy)
Brooklyn Decker (Samantha) Nora Kunzendorf
Alexander Skarsgård (Stone Hopper) Frank Schaff
Liam Neeson (Admiral Shane) Bernd Rumpf
Hamish Linklater (Cal)
John Bell (Angus)
John Tui (Beast)
Peter MacNicol (Verteidigungsminister)
u.a.

musik
Steve Jablonsky

kamera
Tobias A. Schliessler

drehbuch
Erich Hoeber
Jon Hoeber

regie
Peter Berg

produktion
Battleship Delta Productions
Film 44
Hasbro
Ponysound
Stuber Productions

verleih
Universal

Kinostart: 12. April 2012

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10.04.2012 | mz |
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