Montag, 20. Mai 2019
† Martin Böttcher
Martin Hermann Böttcher
(1927 - 2019)

IMDB | Wikipedia


Der Komponist und Arrangeur Martin Böttcher ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 91 Jahren. Der Schöpfer der Winnetou-Melodien zählte zu den wichtigsten Komponisten des deutschen Films.
Der Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur schrieb die Musik zu über 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen, darunter Sonderdezernat K1, Forsthaus Falkenau und Pfarrer Braun. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Seine musikalische Heimat war der Jazz. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Luftwaffe eingezogen und kam in Kriegsgefangenschaft. Dort begann er mit dem Gitarrenspiel, übte jeden Tag an die 16 Stunden. Nach der Gefangenschaft startete er seine professionelle musikalische Laufbahn als Gitarrist im Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg. Bereits 1952 schrieb er für einen Dokumentarfilm eine erste Filmmusik.
1954 verabschiedete er sich von seinem Tanzorchester und gab die Gitarristentätigkeit auf, um sich dem Komponieren und Arrangieren zu widmen. Sein Debüt als Komponist bei einer Spielfilm-Produktion gab er 1955 in Der Hauptmann und sein Held. Schon der zweite Film mit seiner Filmmusik wurde ein großer Erfolg: Die Halbstarken mit Horst Buchholz.
Danach vertonte Martin Böttcher zahlreiche neue Geschichten – zunächst für das Kino, später vor allem für das Fernsehen. Dazu gehörten 13 kleine Esel mit Hans Albers, Heinz Rühmanns Pater Brown-Filme und und die insgesamt zehn Winnetou-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker in den Hauptrollen. Diese Melodien bescherten dem Komponisten in den 1960er-Jahren internationale Berühmtheit. Das Old Shatterhand-Thema von 1962 stieg in die Charts ein und wurde mehr als 100.000 Mal verkauft – damals eine Sensation.

22.04.2019 | mz |
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