Dienstag, 23. Juli 2019

Matze (Ronald Zehrfeld), Conny (Alexander Fehling) und Andy (August Diehl) am Rostocker Hafen
© Wild Bunch Germany

► Trailer | IMDb | Filmseite

► Beitrag teilen var a2a_config = a2a_config || {}; a2a_config.linkurl = „http://www.screenmagazin.com/post/31581103445/wir-wollten-aufs-meer“; a2a_config.locale = „de“; a2a_config.color_main = „333“; a2a_config.color_border = „966“; a2a_config.color_link_text = „fff“; a2a_config.color_link_text_hover = „F63“; a2a_config.color_bg = „000“; a2a_config.color_arrow = „fff“; a2a_config.prioritize = [„facebook“, „twitter“, „google_buzz“, „email“]; http://static.addtoany.com/menu/page.js

Am Anfang stand die Idee zu einem Diplomstoff für den Autoren Ronny Schalk an der Filmakademie Baden-Württemberg. Als Student der Ludwigsburger Filmakademie und gerade dabei, seinen Abschlussstoff zu entwickeln, gab er seinem Kommilitonen Toke Constantin Hebbeln, der gerade mit dem Studentenoscar® für seinen Abschlussfilm NimmerMeer ausgezeichnet worden war, sein Exposé zu dem Filmstoff von Wir wollten aufs Meer, eine Geschichte um Freundschaft und Verrat vor dem Hintergrund eines autoritären Staates, der ehemaligen DDR.

Gemeinsam verfassten beide im Frühjahr 2008 innerhalb von drei Monaten den Stoff, der dann als 60seitiges Diplomtreatment an der Akademie eingereicht wurde. Bis zum fertigen Drehbuch war es dann noch ein langer Weg, begleitet von zahlreichen Gesprächen mit Historikern, Fachberatern, Zeitzeugen, wie ehemaligen Insassen im Gefängnis Hohenschönhausen oder vietnamesischen Gastarbeitern.

Erzählt wird die dramatische Geschichte zweier Freunde, Cornelis und Andreas, die bei der Handelsmarine der DDR Anfang der 80er Jahre als Matrosen aufs Meer wollen. Als die Arbeit im Rostocker Hafen als Landratten sich über Jahre hinzieht, verspricht die Stasi die weite Welt auf See, wenn die Zuarbeit klappt.

Ein Freund im Hafen soll ausgehorcht und über seine Fluchtpläne verraten werden. Andreas lässt sich schnell locken, den Verrat zu begehen. Er will aufs Meer, um jeden Preis. Cornelis ist der Preis zu hoch, dafür das Leben seines Freundes und dessen Familie für immer zu ruinieren, nur um die eigenen Ziele zu erreichen. Die Freundschaft der beiden Jungs wird auf die Zerreißprobe gestellt.

Der Film will an vergangene Erfolgsfilme anknüpfen, die das repressive System der DDR zum Thema hatten. Man spürt die Nähe zu Das Leben der Anderen. Ehrgeizig möchte man, laut Pressetext, „möglichst viele Zuschauer begeistern, vor allem die jungen“. Es wird von einem „höchst emotionalen Plädoyer für die Freiheit“ gesprochen.

All das mögen tugendhafte Ziele für diesen Film gewesen sein. Richtig ist sicherlich, dass gerade den jüngeren Zuschauern der Zugang zur Geschichte der DDR vermittelt werden sollte. Leider schafft dieser Film mit all seinen herzzerreißenden Szenen nicht die gewünschte Aufklärung. Die Freundschaftsgeschichte und deren Verrat zu Zeiten der Stasi-DDR zeigt stereotyp einen guten „Robin Hood“, der immer alles richtig macht und dafür ins Gefängnis geht, während der böse Verräter, der im Rollstuhl endet, hinterher von allen verlassen wird.

Für eine neue Oscar®-Nominierung müssen wir wohl den nächsten Stasifilm abwarten. Für alle, die das DDR-Thema sehr interessiert, lohnt sich dieser Film allemal. Mit seinen 116 Minuten bekommt man immerhin einen ausführlichen Kinoabend. ■ bh

OT: Wir wollten aufs Meer
D 2012
Drama
FSK: 12
117 min

mit
Alexander Fehling (Cornelis Schmidt)
August Diehl (Andreas Hornung)
Phuong Thao Vu (Phuong Mai)
Ronald Zehrfeld (Matthias Schönherr)
Annika Blendl (Sabine Schönherr)
Sylvester Groth (Roman)
Rolf Hoppe (Oberst Seler)
u.a.

drehbuch
Ronny Schalk
Toke Constantin Hebbeln

musik
Nic Raine

kamera
Felix Novo de Oliveira

regie
Toke Constantin Hebbeln

produktion
SR/SWR/BR
Frisbeefilms
arte
UFA Cinema
Hahnfilm

verleih
Wild Bunch

Kinostart: 13. September 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F0721bbc7-15a1-428b-a46d-b9f6e239472d&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

15.09.2012 | mz |
Kategorien: ohne