Mittwoch, 24. Juli 2019

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► Vatertage – Opa über Nacht

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Sebastian Bezzel wurde 1971 in Garmisch-Partenkirchen geboren und absolvierte an der Bayerischen Theaterakademie August Everding seine Schauspielausbildung. Er wurde Ensemblemitglied beim renommierten Residenztheater München und schon früh für Fernsehen und Film entdeckt. Größere Bekanntheit erlangte er ab 2004 als Kommissar Kai Perlmann im Konstanzer Tatort.

2007 gelang ihm mit dem Kinohit Schwere Jungs von Marcus H. Rosenmüller endgültig der große Durchbruch. Mittlerweile gehört er zu den bekanntesten jungen Gesichtern der deutschen Filmlandschaft, ist verstärkt im Kino zu sehen und arbeitete auch bei internationalen Projekten mit, etwa bei Das Massaker von Katyn, der 2008 für einen Oscar® nominiert war.

Jetzt ist er in der deutschen Produktion Vatertage – Opa über Nacht zu sehen, der auf seiner eigenen Idee basiert…

Der Film beruht auf einer Grundidee von Ihnen. Wie kamen Sie auf die Figur des Basti?

Das liegt schon ein paar Jahre zurück. Ich saß damals mit meinem WG-Mitbewohner in unserer Berliner Bude und wir sahen uns eine Dokumentation über jugendliche Mütter an. Ich war schon jenseits der 30 und sagte spontan: „Da könnte ich ja schon Opa sein.“ Ich dachte mir, das wäre eine schöne Idee für eine Komödie, die etwas überspitzt meine eigene Situation thematisiert.

Also: wie soll es weiter gehen, wo willst Du hin? Mit Mitte 30 ist man nicht mehr so jugendlich, wie man gerne wäre. Es sollte um einen Typen in diesem Alter gehen, der sich nicht dazu durchringen kann, eine Familie zu gründen und dann plötzlich mit Kind und Enkel konfrontiert wird. Geht ja rein rechnerisch. Irgendwann habe ich dem Produzenten Jakob Claussen bei einem Kaffee davon erzählt und der sagte mir, dass er zwei Autoren kenne, die ihm eine ähnliche Idee präsentiert hätten und mit denen brachte er mich dann zusammen.

Das waren Thomas Bahmann und Ralf Hertwig. Mit denen habe ich mich über drei Jahre immer mal wieder getroffen und wir haben gemeinsam Brainstorming betrieben. Die beiden haben dann immer weiter geschrieben und irgendwann sagte uns Jakob Claussen, er hätte den richtigen Regisseur für den Stoff und so nahm das dann seinen Lauf.

Wieviel Sebastian Bezzel steckt denn in Basti?

In der Figur stecken viele Sachen von mir. Ich habe eine ähnliche Haltung, aber ich bin dann letztlich doch ein anderer Typ, um das mal so zu sagen. Ich bin nicht so drauf wie Basti, aber es gibt natürlich Parallelen. Das liegt einfach daran, dass wir lange daran gearbeitet haben und dadurch viel von mir eingeflossen ist.

Basti hat einen Haufen Fehler, trotzdem mag man ihn. Was hat Sie daran gereizt, die Figur so anzulegen?

Als Zuschauer mag ich Figuren, die nicht eindeutig sind. Wenn Helden auftauchen, die durch und durch gut sind, finde ich die unsympathisch. Ich denke mir dann immer: Was ist sein Problem? Denken Sie dazu im Gegensatz mal an den Monaco Franze. Der lügt und betrügt, aber man liebt ihn. Es ist halt menschlich und es ist gut, Fehler zu zeigen. Basti baut viel Scheiße, aber er wird dafür auch bestraft und er akzeptiert das.

Auch wenn es eine Komödie ist, gibt es ja ein paar ernsthafte Gedanken. Basti lernt, dass Familie nicht nur grauenhafte Verantwortung bedeutet, sondern auch eine Bereicherung ist. Und man muss sich dafür gar nicht so furchtbar verbiegen. Familie ist das, was man daraus macht und im Herzen zulässt. Das hat nicht zwangsläufig mit Blutsverwandtschaft zu tun. Das begreift Basti, nachdem er seine Chance vom Schicksal bekommt und sie fast versaut.

Basti ist ganz klar ein Typ, wie es ihn nur in München geben kann. Ihr Basti klingt sehr authentisch, aber auch Norddeutsche können ihn verstehen. Wie kriegt man das hin?

Basti ist ein Stadtbayer, keiner vom Land. Da gibt es einfach große Unterschiede und ich hatte da als Vorbild ein wenig den Monaco Franze im Blick. Nicht, dass sich die beiden jetzt so ähnlich wären, aber es sind beides Stadtgewächse. Außerdem hat Basti als Rikschafahrer Kontakt zu Touristen und weiß, wie er mit wem sprechen kann. Wie viel Bayerisch der Moment gerade verträgt sozusagen.

Er kann Hochdeutsch sprechen, es aber so einfärben, dass es immer bayerisch klingt, obwohl es das eigentlich gar nicht mehr ist. Und er ist halt ein Münchner und kein Niederbayer oder ein Bayer aus dem Werdenfelser Land. Außerdem hat uns immer geholfen, dass unser Regisseur Ingo Rasper ein Nicht-Bayer ist. Ein toller Regisseur und ein sehr, sehr genauer Mensch, der sich auf Situationen einlassen kann.

Und Ingo hatte total Lust auf München, das hat man ihm angemerkt und er hatte ein gutes Gespür dafür, wie man diese besondere Stimmung der Stadt und der Menschen einfängt. Er hat es voller Liebe gemacht und wir haben uns schon sehr früh darauf verständigt, dass München einer der Hauptdarsteller des Films werden muss.

Sie haben viele namhafte Kollegen für eher kleinere Rollen gewinnen können. Wie war die Zusammenarbeit?

Grundsätzlich ist es immer schön mit sehr guten Schauspielern zu arbeiten, weil dann wirklich jede Szene gelingt. Heiner Lauterbach zum Beispiel kommt perfekt vorbereitet ans Set, er hat sich die Rolle genau durchdacht und macht deswegen auch gute Vorschläge. Oder Monika Gruber als ältere Schwester ist wunderbar: Das glaubt man einfach sofort. Es macht einfach sehr viel Spaß so zu arbeiten. Und gerade diese kleineren Rollen sind sehr wichtig für den Film, um die Figur des Basti zu erklären.

Und weil es ein Kinofilm war, hatten wir den Luxus ein kleines bisschen mehr Zeit zu haben. Wir konnten viel proben und die Szenen gründlich vorbereiten. Außerdem hat uns Ingo Rasper den Spaß gegönnt, eine Szene einfach mal völlig anders zu drehen und öfter zu wiederholen. Da kommt man wirklich ins Spielen, das macht unglaublich viel Freude – und bringt gute Resultate.

Sarah Horváth, die Ihre Tochter spielt, ist eine echte Entdeckung. Wie war die Zusammenarbeit – sie ist ja noch sehr jung?

Sarah ist talentiert, hat Humor und sie ist eine wirklich schlaue junge Frau. Und ich habe riesigen Respekt vor ihrer Leistung, sie hat sich neben den Dreharbeiten auf ihr Abitur vorbereitet. Das hätte ich nie geschafft. Es war schon beim Casting ziemlich früh klar, dass Sarah die Rolle bekommen wird, aber natürlich macht man sich Gedanken, was passiert, wenn es dann ernst wird und der Dreh beginnt. Aber schon am ersten Drehtag waren alle Zweifel verflogen. Sie war einfach von Anfang an wirklich gut. Das hat sofort gepasst. ■ mz | Quelle: STUDIOCANAL

OT: Vatertage – Opa über Nacht
D 2012
Komödie
FSK: 0
96 min

mit
Sebastian Bezzel (Basti)
Sarah Horváth (Dina)
Monika Gruber (Thea)
Christiane Paul (Vanessa)
Heiner Lauterbach (Lambert)
Adam Bousdoukos (Nektarios)
Matthias Matschke (Ulf)
u.a.

drehbuch
Thomas Bahmann
Ralf Hertwig

musik
Martin Probst
Peter Horn

kamera
Ueli Steiger, A.S.C.

regie
Ingo Rasper

produktion
Claussen Wöbke Putz Filmproduktion
ZDF

verleih
STUDIOCANAL

Kinostart: 13. September 2012

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15.09.2012 | mz |
Kategorien: ohne