Montag, 20. Mai 2019

© Koch Media

The Raid
► Interview mit Sigo Heinisch

Der Begriff des Silat (übersetzt: Tanz) ist eigentlich ein Sammelbegriff für die heimischen Kampfkünste des Malaiischen Archipels, zu dem Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei und Borneo zählen. Der Begriff wird jedoch ebenfalls verwendet, um eine eigenständige Kampfform zu bezeichnen.

Pencak Silat umfasst dabei die indonesische Variante des Kampfstils, wobei sich Pencak auf den Showaspekt des Kämpfens bezieht, während Silat für die Essenz der Selbstverteidigung steht. Nach der Auffassung vieler Kämpfer kann beides für sich genommen nicht existieren, die Verbindung zwischen Silat und Pencak ist unabdingbar. Auf Grund der geographischen Gegebenheiten der indonesischen Inselgruppe umfasst der Begriff aber keine strenge und einheitliche Richtung, sondern vereint mit dem Sammelbegriff Silat verschiedene lokale Traditionen und Eigenheiten.

Große Teile der Kultur des Silat werden in Geschichten und Mythen mündlich überliefert, nur einige Tempelreliefs und archäologische Funde zeugen von der langen Vergangenheit und der Tradition der Kampfkunst. Die Lehre des Silat wird in einer der Entstehungsmythen im Inselköngreich Srivijaya verortet, in dem ein Kampf zwischen Tiger und Raubvogel als Inspirationsquelle genannt wird: Eine Frau eignete sich die Technik der Tiere an und schlug damit eine Gruppe Angreifer in die Flucht. Andere Versionen der Erzählung sprechen von Affen als tierische Vorbilder.

Die mündliche Überlieferung und das häufige Gebot der Geheimhaltung (der Besitz von Waffen und die Ausübung des Silat standen oft unter Strafe) führte dazu, dass sich über die Jahrhunderte zahllose verschiedene Stile entwickelten. Erst mit der Unabhängigkeit Indonesiens entwickelte sich Pencak Silat auch offen weiter und arbeitete dabei Aspekte des europäischen Sportgedankens mit ein.

Grundlegend für das Silat sind verschiedene Grundstellungen, die es ermöglichen sollen, schnell und flexibel zu bleiben, gleichzeitig aber Standfestigkeit in der Bewegung geben. Diese Grundstellungen werden meist in Kombination mit speziellen Schrittfolgen, Langkah genannt, gelehrt. Für jede dieser Schrittfolgen wiederum existieren zahlreiche sogenannte Tapak, mit der die Fußarbeit beschrieben wird.

Geübt werden Grundstellung, Langkah und Tapak in Jurus, Bewegungsabläufen, die alle drei Aspekte zusammenführen und sämtliche Techniken eines Stils vereinen. Neben dem Einsatz des Körpers umfasst Silat Dutzende von Waffen, die sowohl aus benachbarten Kulturen stammen, als auch Varianten heimischer Feldwerkzeuge wie Sichel, Sense und Seil integrieren.

Ähnlich dem Muay Thai werden Silat-Aufführungen und –Kämpfe meist musikalisch begleitet. Bei vielen traditionellen Darbietungen ist die Nähe zum Volkstanz und zum getanzten Geschichtenerzählen sehr offensichtlich. Als eigenständige und vielfältige Kampfsportart hat Silat außerhalb seiner Heimat verhältnismäßig wenige Anhänger. Die starke Verwurzelung in lokalen Traditionen und die mündliche Überlieferung verhinderten eine schnelle Verbreitung. Dennoch treten bei internationalen Turnieren wie der Pencak Silat World Championship über 30 Nationalteams gegeneinander an. ■ mz | Quelle: Koch Media

OT: Serbuan maut
RI 2011
Action/Krimi
FSK: keine Jugendfreigabe
100 min

mit
Iko Uwais (Rama)
Joe Taslim (Jaka)
Doni Alamsyah (Andi)
Yayan Ruhian (Mad Dog) Jesco Wirthgen
Pierre Gruno (Wahyu)
Ray Sahetapy (Tama)
R. Iman Aji (Eko) Tino Kießling
Tegar Satrya (Bowo)
Iang Darmawan (Gofar)
Eka “Piranha” Rahmadia (Dagu)
Verdi Solaiman (Budi)
u.a.

musik
Joseph Trapanese
Aria Prayogi
Fajar Yuskemal

kamera
Matt Flannery

drehbuch
Gareth Evans

regie
Gareth Evans

produktion
Pt. Merantau Films
XYZ Films

verleih
Koch Media

Kinostart: 12. Juli 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F37b79f68-de35-4551-a2d4-5d97add7e683&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

11.07.2012 | mz |
Kategorien: ohne