Mittwoch, 24. Juli 2019

Em ist von einem Dämon besessen.
© StudioCanal/Diyah Pera

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Stephanie und Clyde Brenek leben in Scheidung. Während die kleine Em in ihrer Sorgerechtszeit bei ihrem Vater lebt, ersteht sie auf einem Flohmarkt ein antikes Kästchen. Das Mädchen ist begeistert von ihrem neuen „Schatz“. Ihre Eltern schenken der neuen Obsession zunächst keine große Beachtung, bis Em sich zunehmend sonderbar verhält und immer aggressiver wird.

Bei seinen Nachforschungen, was es mit dem geheimnisvollen Kästchen auf sich hat, stößt Clyde auf einen alten, jüdischen Volksglauben, nach dem in dem Kästchen ein Dibbuk gefangen sein soll. Ein Totengeist, der von den Seelen der Lebenden zehrt. Es besteht keine Gefahr, so lange der Dibbuk in seiner Kiste gefangen ist. Doch Em hat den Deckel geöffnet und einem Parasiten gleich, hat sich der teuflische Insasse bereits tief in seinen unschuldigen Wirtsorganismus gebohrt…

Der Dibbuk hat nach dem jüdischen Volksglauben keine metaphorische, sondern eine konkrete Bedeutung. Der böse Geist, der in einen lebenden Menschen fährt, klammert sich an seine Seele, ruft Geisteskrankheit hervor, spricht durch seinen Mund und stellt eine von ihm getrennte und fremde Person dar. Er ähnelt den Dämonen und Geistern, die in der katholischen Kirche beim Exorzismus auszutreiben sind.

Die Auswirkungen des Dibbuk entsprechen demnach der Besessenheit, was sich auch in seinem Namen widerspiegelt, der „Umklammerung“ oder „Anhaftung“ bedeutet. Es wird angenommen, dass eine Seele, die zu Lebzeiten ihre Funktion nicht erfüllen konnte, eine weitere Möglichkeit dazu in Form eines Dibbuk erhält. Diese Vorstellung verschmolz im 16. Jahrhundert mit der Lehre des Gilgul und Ibbur („Seelenwanderung“ und „Reinkarnation“) aus der lurianischen Kabbala und fand große Verbreitung vor allem im ostjüdischen Raum.

Der Dibbukglauben scheint in Verbindung mit weiblicher Religiosität zu stehen. Laut den Erzählungen waren die Mehrzahl der von einem Dibbuk besessenen Personen Frauen. Die Dibbukim selber waren jedoch zu 95% Männer. Nur ein kleiner Teil der männlichen Dibbukim wählte gleichgeschlechtliche Opfer aus. Der Dibbuk wird in der Regel durch einen Zaddik (hebräisch für „Gerechter“) sowie zehn weitere Mitglieder der Gemeinschaft („Minjan“), welche im Totenhemd gekleidet sind, ausgetrieben. Dabei wird Räucherwerk verbrannt, Gebete gesungen und auf dem Schofar geblasen.

Es gibt Dibbuk-Geschichten, die bis ins biblische Zeitalter zurückreichen. Doch eine Geschichte wurde erst vor kurzem offenbart: Journalist Leslie Gornstein von der Los Angeles Times schrieb 2004 in einem Artikel über einen jungen Mann, der bei eBay eine authentische Dibbuk-Box ersteigerte, die jeden ihrer Eigentümer besessen hatte, ihn mitgerechnet, und dass dieser froh war, sie wieder los zu sein.

Dessen Geschichte zählte die vielen plagenden Effekte auf, welche die Box auf ihre Eigentümer hatte: Haare fielen aus, Albträume überfielen ganze Haushalte, einige wurden von plötzlichen Krankheiten niedergeschlagen, während andere wiederum eigenartige Visionen bekamen und unerklärbare Stimmen hörten. Und jeder einzelne Eigentümer berichtete über eine Kette von unendlichem Pech, das der Verkäufer mit „losbrechender Hölle“ kommentierte.

Diese Box zog das Interesse zahlreicher Detektive des Übernatürlichen aus aller Welt auf sich und wurde schließlich an den Museumskurator Jason Haxton verkauft. Haxton begann, mit Hilfe von jüdischen Mystikern die makabren Geschichten als auch die Gegenstände und Relikte der Box genauer zu untersuchen. Die Suche nach der Herkunft führte letztlich zu einer 103-jährigen Überlebenden des Holocaust, die das versiegelte Gefäß nach dem Krieg mit nach Amerika brachte und ihre Familie wissen ließ, die Box niemals zu öffnen, geschweige denn, es versuchen zu wollen.

Horrorfilmemacher Sam Raimi, der mit seiner Firma Ghost House den Film produzierte, fand in dem dänischen Horror-Thriller-Experten Ole Bornedal (Nightwatch, Bedingungslos, Deliver us from Evil) den passenden Regisseur für diesen Stoff. Dieser war von Anfang an begeistert von der Geschichte. Ihm war jedoch bewusst, dass die Produktion ohne die echte Box stattfinden sollte: »Ich wurde von einer Familie eingeladen, die eine Dibbuk-Box besaß, doch ich lehnte die Einladung ab«, gibt er zu. »Ich hatte zu viele Gerüchte gehört, dass es keine gute Idee sei, in der Nähe der echten Box zu sein.«

Sam Raimi war fasziniert von Bornedals Film Alien Teacher (The Substitute), einer Horrorkomödie über einen Austauschlehrer, der buchstäblich von einem anderen Planeten kommt. »Wir waren ohnehin schon Fans von Ole. Als er dann seine Betrachtungsweise von The Possession vorstellte, waren wir begeistert«, erinnert er sich.

»Ole sah, dass all die Angst und Spannung von der Geschichte der Familie abhängt. Er hat einen sagenhaften Sinn für Figuren und baute die Atmosphäre um die bedrohte Familie auf, wie sie zerbricht und wie sie den Mut findet, liebend gern die Dunkelheit des Dämons zurückzuschlagen. Er bemühte sich sehr, das, was jede Person erfuhr, psychologisch echt erscheinen zu lassen.«

Bornedal berichtet, dass die das Genre etwas anders interpretieren wollten: »In erster Linie haben wir mit dem Film versucht, die Figuren echt wirken zu lassen, und dann aufzuzeigen, wie eine authentische, moderne Familie auf diese schrecklichen, unerklärlichen Dinge wahrhaft reagieren könnte. Wir wollten den Zuschauern nicht einfach nur die Besessenheit von Em zeigen, sondern vielmehr die Erfahrung darbieten, wie ein kleines Mädchen emotionell auf die verheerende Erkenntnis reagiert, dass sie in ihrem eigenen Körper einen Dämon beherbergt.«

Die echte Dibbuk-Box wurde zwar weit vom Set ferngehalten, doch dessen gespenstische Präsenz war trotzdem zu spüren. »Merkwürdige Sachen sind während der Dreharbeiten passiert«, sagt Produznet J.R. Young. »Einmal waren wir auf der Suche nach einem Ort, wo der Exorzismus am Ende des Films stattfinden sollte, als es plötzlich einen Knall gab und eine Glühlampe explodierte. Wir hatten schon von Behauptungen gehört, dass die Dibbuk-Box Glühbirnen zum Explodieren bringen könne – und dann passierte es!

Einer der vorherigen Besitzer des Kästchens, ein Antiquitätenhändler, berichtete, dass, nachdem er den Laden verlassen hatte, seine Angestellte ihn anrief und sagte „Hier ist irgendjemand, hier ist irgendjemand!“ Als er zurückkehrte war jede Glühbirne im Laden zerschmettert. Wenn man anfängt, diese Verbindungen herzustellen, beginnt man sich zu wundern: Womit haben wir es uns verdient, bei diesem Film mitzuwirken?«

Wie man sieht, kann da nicht nur im Kinosaal Gänsehaut entstehen. Und in der Tat handelt es sich bei dem Film zunächst um ein Familiendrama, das flugs in einen Horrorfilm übergeht, bei dem es jedoch eher um die allseits bekannten Schockmomente geht als um den Horror an sich, der bereits in so zahlreichen Fällen aufgeführt wurde. In dieser hinsicht gibt es also nicht viel Neues zu sehen.

Jeffrey Dean Morgan, durch die Serie Supernatural auf diesem Gebiet geprüft, vermag zwar Sympathien besitzen, kann aber nicht so recht überzeugen wie seine Mitstreiterinnen. Natasha Calis’ beunruhigende Darstellung und Kyra Sedgwicks leicht überagierende Mutterrolle geben jedoch dem seichten Spiel Morgans Paroli. Im Endeffekt ist der Film zwar schaurig nett anzusehen, doch außer teilweise verstörenden Bildern und Soundeffekten bleibt der Film eher blass in Erinnerung. ■ mz

OT: Possession
USA 2012
Drama/Horror
92 min
FSK: 16

mit
Jeffrey Dean Morgan (Clyde Brenek) Jörg Hengstler
Natasha Calis (Emily Brenek) Jodie Blank
Kyra Sedgwick (Stephanie Brenek) Ghadah Al-Akel
Jay Brazeau (Professor McMannis)
Madison Davenport (Hannah)
Matisyahu (Tzadok)
Grant Show (Brett) Philipp Moog
Nana Gbewonyo (Darius) Bastian Sierich
u.a.

drehbuch
Juliet Snowden
Stiles White
nach dem Artikel „Jinx in a Box“ von Leslie Gornstein

musik
Anton Sanko

kamera
Dan Laustsen

regie
Ole Bornedal

produktion
Ghost House Pictures
North Box Productions

verleih
StudioCanal

Kinostart: 8. Movember 2012

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12.11.2012 | mz |
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