Mittwoch, 26. Juni 2019

Dave Bautista, RZA
© Universal Pictures

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Quentin Tarantino präsentiert mit The Man with the Iron Fists ein actiongeladenes Abenteuer, bei dem der kreative Kopf des Wu-Tang Clans, der Rapper und Produzent RZA, sein Regiedebüt feiert. Er ließ sich von Tarantino eigens im Filmemachen ausbilden. Das Multitalent fungiert gleichzeitig als Regisseur, Hauptdarsteller und schrieb zusammen mit Eli Roth auch das Drehbuch.

RZA, ausgewiesener Kenner und Martial-Arts-Fan seit Kindertagen, drückt dem Film seinen unnachahmlichen Stempel auf und erschafft auf diese Weise ein virtuoses Kung-Fu-Epos mit bildgewaltigen Kampfchoreografien und spektakulären Actionszenen, die in dieser Form womöglich noch nie auf der großen Leinwand zu sehen waren.

Ein abgelegenes Dorf im feudalen China des 19. Jahrhunderts: rivalisierende Clans zwingen einen geheimnisvollen Fremden, seine besonderen Fertigkeiten in der Schmiedekunst einzusetzen, um ausgefallene Waffen anzufertigen. Als eines Tages der berüchtigte Jack Knife im Dorf auftaucht, eskaliert die Situation.

Eine große Ladung Gold führt zum offenen Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, bei dem ebenfalls Madame Blossom und ihre Freudenmädchen ein gehöriges Wort mitreden. Dem Schmied bleibt nun keine andere Wahl, als all sein Können einzusetzen, um sich und die Dorfbewohner gegen eine übermächtige Bedrohung zu verteidigen.

Nach Soundtracks zu Quentin Tarantinos Kill Bill und Jim Jarmuschs Ghost Dog – Der Weg des Samurais ist RZA auch für die Musik seines Kung-Fu-Actionepos verantwortlich, bei dem er u.a. von Größen wie Kayne West, Talib Kweli, Wiz Khalifa oder den Rockern von The Black Keys unterstützt wurde. Auf diese Weise sprengt RZA mit seiner außergewöhnlichen Vision alle Grenzen und hebt The Man with the Iron Fists auch musikalisch auf eine neue Ebene.

Bevor er die Welt unter dem Pseudonym RZA eroberte, wuchs Robert „Bobby“ Fitzgerald Diggs in New York City als begeisterter Fan von Kung-Fu-Filmen auf. In den späten 70er- und frühen 80er Jahren ließ er sich keinen Film entgehen, die dem Wuxia-Genre (Filme mit chinesischen Kampfkünstlern in den Hauptrollen) und des Jidaigeki-Genre (japanische Historienfilme, in denen Geschichten über Handwerker, Bauern, Samurais und Händler erzählt werden) zuzuordnen waren. Man könnte so weit gehen, zu sagen, dass der Junge, der später der Grammy-Award-prämierte Anführer des berüchtigten Wu-Tang Clan werden sollte, die Martial-Arts-Filme der Shaw Brothers über einen Großteil seiner Kindheit hinweg förmlich in sich aufsaugte.

RZA erklärt, was ihm dieses alternative Universum bedeutete: »Martial-Arts-Filme beeinflussen mich, seitdem ich neun Jahre alt war. Damals sah ich erstmals Kung-Fu-Filme und Karatestreifen im St. George Theatre in Staten Island. Es war ein Double-Feature, das sich unauslöschlich in meine Erinnerung eingebrannt hat. Der erste Film nannte sich Bruce Lee – Die Faust des Drachen mit Bruce Lee als Kato, der andere war Black Samurai mit Jim Kelly.«

Der Autor und Regisseur gesteht freimütig, dass seine Familie damals arm war und Martial-Arts-Filme ihm die Flucht aus dem tristen Alltag ermöglichten, und in der Folge sein künstlerisches Selbstverständnis zu formen begannen. RZA erinnert sich:

»Später dann pilgerte ich in die 42nd Street und sah mir Filme wie The Godfather from Hong Kong, Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache oder Die unbesiegbaren Fünf an. Von da an war ich süchtig nach diesen Filmen. Wenn man damals in New York groß wurde, dann beschäftigte man sich mit Breakdance, Hip-Hop, Graffiti, all diese Dinge. Und wir gingen dazu noch regelmäßig ins Kino und sahen uns Kung-Fu-Filme an.«

Für die meisten Kids war es purer Eskapismus, Unterhaltung, Zeitvertreib. RZA hingegen entdeckte tiefere Zusammenhänge und fühlte sich unmittelbar angesprochen. »Manche der Namen, die wir benutzten, wie „Grand Master“, hatten wir aus den Filmen«, berichtet er. »Als ich mich stärker mit damit zu befassen begann, ein Hip-Hop-Deejay-Rapper zu werden, nahmen die Klangwelten und die Spiritualität der Filme immer größeren Einfluss auf meine Wahrnehmung.

Als ich 1993 den Wu-Tang Clan entstehen ließ, waren es die Martial-Arts-Filme und das Genre, die mir eine Vorstellung gaben, wie ich mich ausdrücken sollte. Der Zusammenhalt, den sie schildern, die Loyalität, die Spiritualität (sowie die Schwertkämpfe und die wüsten Kung-Fu-Keilereien) entsprachen ziemlich genau unserem Empfinden als MCs und Produzenten. Und ich machte Alben, um das widerzuspiegeln.«

Es kann niemanden überraschen, dass RZA bei der Namensgebung des Wu-Tang Clans auf einen seiner absoluten Lieblingsfilme zurückgriff: Shaolin and Wu Tang (Das Grabmal des Shaolin). Als die Gruppe ihr Debüt „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ veröffentlichte, war der Titel als Hommage an Gordon Lius bahnbrechenden Kung-Fu-Klassiker Die 36 Kammern der Shaolin gedacht.

An der Seite der anderen Gründungsmitglieder des Clans (GZA, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, Inspectah Deck, U-God, Masta Killa und Ol’ Dirty Bastard), der vom Rolling Stone als „beste Rapgruppe aller Zeiten“ gepriesen wurde, waren RZAs künstlerische Entscheidungen unverkennbar geprägt von den Filmen, die einst mit ihren Geschichten über den Triumph des Guten über das Böse die Fantasie eines Jungen aus Brooklyn beflügelt hatten. Was er als Musiker machte, war immer als aufrichtige Hommage gedacht.

RZAs Leinwanddebüt kam 1999: In dem Kultklassiker Ghost Dog – Der Weg des Samurai von Jim Jarmusch spielte er eine kleine Nebenrolle, die im Lauf der Jahre weitere beachtliche Filmauftritte nach sich zog. Vor allem aber war es seine Arbeit als Komponist der Filmmusik von Ghost Dog, die im Jahr 2003 zu einer weiteren fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Regisseur in dessen Episodenfilm Coffee and Cigarettes führte.

Über seine immer häufigeren Ausflüge hinter die Filmkamera erzählt RZA: »Vor Jahren holte mich Jim an Bord, um den Score für Ghost Dog zu schreiben. Damals konnte ich bei ihm reinschmecken, wie sich Filmemachen anfühlt. Als ich aber schließlich Quentin Tarantino am Set von Kill Bill kennenlernte, haute es mich förmlich um, wie er die Sache anpackte, sein filmemacherisches Talent und seine Ideen. Ich fragte ihn, ob er mich als Schüler akzeptieren würde.«

Was dabei herausgekommen ist, kann man nun in diesem kleinen Kunstwerk exploitierender Action bewundern. Dass das Kampfspektakel ab 16 Jahre freigegeben wurde, ist allerdings eine martiale Entscheidung! Es fliegen Augen, Köpfe, Körperteile, Eingeweide, und jede Menge Blut spritzt. Sicher, man könnte jetzt mit dem Fantasyfaktor kommen, denn die Figuren und dessen Kampfkünste sind doch recht (sinn)frei. Trotzdem sollten sich irrational gefährdete Jugendliche diesen Film nicht antun.

Natürlich gibt es neben der Action auch ruhigere Momente um Liebe, Sex und Erotik, die zwar spärlilch gesät sind, dafür aber die Stimmung auflockern. So richtig amüsant anzüglich ist es dann, wenn Jack Knife und Madame Blossom ihre Dialoge haben – das macht einfach Spaß. Untermahlt wird das Ganze vom eindringlich ungewöhnlichen Soundtrack, der chinesische Klänge mit Hip-Hop vermischt und dadurch eher wie ein überlanges Musikvideo des Wu-Tang Clans wirkt.

Wer sich nicht an Martial-Arts-Kämpfen erfreuen kann, wird sich wohl bei solchen Szenen eher langweilen. Einzig die Figur des ultimativen Gegenspielers Blacksmiths, gespielt von WWE-Superstar und aktuellen MMA-Schwergewichtskämpfer David Bautista, vermag Spannung aufkommen lassen, denn Brass Body ist schier unbesiegbar!

Der Darsteller erklärt, dass seine nahezu unbesiegbare Figur, die sich gegen jede Waffe zur Wehr setzen kann, indem sie ihren Körper nach Belieben in Kupfer verwandeln kann, durch und durch brutal ist: »Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, dann ist Brass Body einfach nur ein Söldner. In seiner ersten Szene sieht man, wie er Kinder trägt und rettet, aber im Grunde will er einfach nur Geld. Für Geld würde er seine eigene Mutter töten.«

Es war entscheidend für RZA, den legendären Meistern, deren Filme ein Teil seines Lebens sind, seitdem er ein kleiner Junge war, seine Ehrerbietung zu erweisen: »Ich hoffe, die Fans wissen den Film genauso zu schätzen, wie ich die Filme meiner Vorbilder schätze.«

Die Fans von Hip-Hop-Musik und Eastern, in denen die Kämpfer fliegen und über Dächer springen können, kommen garantiert auf ihre Kosten, auch wenn der ungewöhnliche Mix etwas gewöhnungsbedürftig ist. The Man with the Iron Fists ist einerseits brutales Actionkino und andererseits eine künstlerische Verneigung gegenüber den Filmklassikern des Genres und dessen Mitwirkenden bzw. Schöpfern. ■ mz

OT: The Man with the Iron Fists
USA/HK 2012
Action/Eastern/Fantasy
FSK: 16
95 min

mit
RZA (Blacksmith) Jan-David Rönfeldt
Rick Yune (Zen Yi, The X-Blade) Frank Schaff
Russell Crowe (Jack Knife) Martin Umbach
Lucy Liu (Madame Blossom) Claudia Lehmann
Dave Bautista (Brass Body) Tilo Schmitz
Jamie Chung (Lady Silk) Kalpna Joshi
Cung Le (Bronzener Löwe) Robin Kahnmeyer
Byron Mann (Silberner Löwe) Axel Malzacher
Daniel Wu (Poison Dagger) Thomas Petruo
Telly Liu (Eiserner Löwe) Nick Mockridge
Pam Grier (Jane) Martina Treger
u.a.

drehbuch
RZA
Eli Roth

musik
Howard Drossin

kamera
Chi Ying Chan

regie
RZA

produktion
Arcade Pictures
Iron Fists

verleih
UPI

Kinostart: 29. November 2012

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29.11.2012 | mz |
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