Montag, 17. Juni 2019

Fünf Freunde allein in einer Hütte im Wald – Curt (Chris Hemsworth), Holden (Jesse Williams), Jules (Anna Hutchison), Marty (Fran Kranz) und Dana (Kristen Connolly)
© Universum Film

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Ein entspanntes Wochenende in einer Hütte im Wald, in der Mitte von Nirgendwo soll es werden, fernab der Zivilisation und jeglicher Beobachtung, kein Handyempfang, kein Internet, kein Mensch weit und breit. Nur fünf Freunde und die Natur – ein Abenteuer, ein großer Spaß. Selbst die Warnungen eines bedrohlich wirkenden Tankwarts können die Vorfreude nicht dämpfen.

Zunächst wirkt die Hütte auch wie die Erfüllung aller Verheißungen. Doch dann entdecken die Freunde den verborgenen Zugang zu einem Keller, und als die Neugier gegen die Vernunft siegt, gehen sie zu fünft die knarzende Treppe hinab ins Dunkel. Gleichzeitig sitzen zwei Wissenschaftler weit entfernt in einem geheimen Labor tief unter der Erde und drücken ein paar Knöpfe…

Der Film entspringt der lebhaften Fantasie der Kultfilmemacher Joss Whedon und Drew Goddard, aus dessen Feder bereits u.a. Cloverfield stammt und der mit The Cabin in the Woods seinen Einstand als Regisseur feiert. Die Geschichte beginnt, wie schon so unendlich viele andere Genrefilme vor ihm: Eine bunt zusammen gewürfelte und zu allem bereite Gruppe von fünf Collegefreunden bricht auf zu einem ausgelassenen Wochenende in einer entlegenen Waldhütte, nur um dort in einer schier endlosen Nacht unbeschreiblicher Schrecken von grauenhaften übernatürlichen Kreaturen angegriffen zu werden.

Klingt bekannt? Einen Moment… Während sich die Kids verhalten, wie man es von ihnen in Horrorfilmen gewohnt ist, sitzt eine Gruppe von Technikern in einem Kontrolllabor und beobachtet jeden ihrer Schritte. Manchmal greifen sie sogar in die Geschehnisse ein und beeinflussen, was als Nächstes passieren wird.

Der Grund ihrer Handlungen ist indes nur die Spitze des Eisbergs in dieser fantastischen Odyssee, die einem die Augen förmlich übergehen lässt mit Überraschungen und unerwarteten Wendungen im Minutentakt: Die Konventionen des Horrorgenres werden nach allen Regeln der Kunst auf den Kopf gestellt, während der Film mit einem mitreißenden Zuckerschock aus blutigem Gemetzel, wilden Ideen und augenzwinkerndem Humor Vollgas gibt.

Chris Hemsworth erinnert sich noch genau, was in ihm vorging, als er das Drehbuch von Goddard und Whedon erstmals las: »Erst dachte ich: Okay, das ist ein ganz geradliniger Schocker. Was soll daran besonders sein? Kapier ich nicht. Und dann schlug die Geschichte auf einmal eine ganz andere Richtung ein und hörte nicht auf, immer wieder andere Wendungen zu nehmen.

Das haute mich völlig um. Es wurde immer verrückter und verrückter und verrückter, bis… naja, eben nicht. Es hört einfach nicht auf. Man glaubt, den Weg zu kennen, und dann stellt man fest, dass alles, was man bislang zu wissen glaubte, auf einmal von einer ganz neuen Seite beleuchtet wird.«

Goddard und Whedon haben einen Liebesbrief an das Horrorgenre geschaffen, eine Hommage an Gänsehautklassiker wie Sam Raimis Tanz der Teufel oder Dario Argentos Suspiria. Es besteht nicht der Hauch eines Zweifels, dass The Cabin in the Woods tiefen Respekt vor seinen Vorbildern empfindet. Dennoch stellt der Film auch all die typischen Versatzstücke in Frage, während er sichtbar auch Spaß daran hat, sie ganz geradlinig nachzustellen.

Und genau das ist der Haken bei der Geschichte. Man weiß eigentlich im Voraus, was geschieht. Horrorfilmfans kann der Film nichts Neues aufzeigen. Es sind Versatzstücke aus den verschiedensten Filmen vorhanden, die allerdings höchst interessant miteinander verwoben sind. Es wird zum Ende hin immer blutiger, was die Freigabe ab 16 Jahre ein wenig in Frage stellt. Mag sein, dass es Fantasiefiguren sind, die losgelassen werden, doch unterm Strich gibt es doch immer wieder welche, die Fiktion und Realität durcheinander bringen.

»Ich liebe Horror«, sagt Joss Whedon. »Aber die Geschichten werden immer noch vorhersehbarer. Die Morde werden immer noch abstoßender. Die Kids werden immer noch austauschbarer. Alle Anstrengungen der Filmemacher richten sich auf die Ausgestaltung der Folterinstrumente, keinerlei Mühe macht man sich beim Aufmöbeln der Dialoge. Damit entwertet man aber nach und nach das Ritual.«

Die Dialoge und der morbide Humor sind es dann auch, die den Film vor der Farce retten. »Die Gefahr bei Horrorfilmen besteht oft darin, dass sie ihr Publikum als Idioten betrachten«, sagt Chris Hemsworth. »Unser Film hat Respekt vor dem Publikum, allein schon wenn er die Frage stellt, warum wir ein so großes Verlangen nach dem Kitzel dieses Genres haben.«

Drew Goddard und Joss Whedon lernten sich kennen, als Goddard als Autor bei Whedons bahnbrechender Fernsehserie Buffy – Im Bann der Dämonen anheuerte, was der Startschuss für eine ungemein fruchtbare Kreativpartnerschaft sowie eine starke Freundschaft war. Die beiden Filmemacher haben seither ständig miteinander gearbeitet. Unterwegs kamen sie irgendwann auf die Idee für The Cabin in the Woods.

Ihr Ziel war es, bei der Besetzung eine Mischung aus etablierten Schauspielern, neuen Gesichtern und Veteranen des „Whedonverse“ zu erzielen. Genau darauf legten es die beiden Casterinnen Amy Britt und Anya Coldoff an, die beide schon bei Buffy – Im Bann der Dämonen und Angel an Bord gewesen waren. Doch diese Besetzung ging nicht ohne Probleme über die Bühne.

»Wir fordern viel von unseren Darstellern«, berichtet Goddard. »Wir verlangten von ihnen, ständig zwischen breit angelegter Komödie und intensivem emotionalen Drama zu schwanken, oftmals in ein und derselben Szene, manchmal sogar in ein und demselben Satz. Es ist gar nicht so einfach, Schauspieler zu finden, die so schnell verschiedene Gänge einlegen können, wie wir uns das vorstellten.«

Von Anfang an träumte Goddard davon, Richard Jenkins in der Rolle des Kontrollraumchefs Sitterson zu besetzen. Nachdem er Jenkins das Drehbuch an einem Freitagabend hatte zukommen lassen, klingelte am Montagmorgen sein Telefon. Jenkins war am anderen Ende der Leitung und sagte seine Mitwirkung begeistert zu.

»Mir gefallen ganz einfach die vielen Wendungen und der erzählerische Ansatz. Es ist furchtlos«, meint Richard Jenkins. »Der Kontrollraum ist ziemlich alltäglich. Das ist einfach so, wie das ist, wenn man zwei ganz normale Typen im Büro sitzen hat. Und dann entdeckt man, woran sie arbeiten, und das ist schon ganz schön bizarr. Die Idee, diese zwei so gegensätzlichen Welten in einen Film zusammenzuwerfen, ist großartig.«

Schauspieler Fran Kranz, der schon zusammen mit Amy Acker in Whedons Serie Dollhouse mitgemacht hatte, überzeugte die Filmemacher mit der Intensität seines Vorsprechens für die Rolle des Marty. »Die meisten Schauspieler kamen zum Vorsprechen und waren ziemlich eindimensional. Sie spielten einfach den Typen, der Pot raucht«, erklärt Goddard. »Aber Fran brachte mehr mit. Er entdeckte auch eine Einsamkeit und Unschuld in der Figur, die wir für ungemein wichtig für unseren Film hielten.«

Mit Marty stellten die Filmemacher eine klassische Regel des Horrorfilms auf den Kopf, die besagt, dass der Drogenkopf ein einfaches, wehrloses Opfer ist. Hier war es so, dass ihm die typische Paranoia eines Haschrauchers entgegen kommt, das Geheimnis der Hütte zu lüften. »Er durchschaut als erster die Manipulation der Männer im Kontrollraum«, sagt Kranz. »Er spürt förmlich, dass merkwürdige Dinge vorgehen.«

Whedon fügt hinzu: »Marty wird von den anderen nicht ernst genommen. Sie winken ab. Über den Narr macht man sich lustig, er wird erniedrigt. Er ist der Hofnarr, der umhergeschubst wird. Aber tatsächlich ist er derjenige, der erkennt, was in der Hütte vor sich geht.« Auch hinter der Kamera griffen die beiden Filmemacher auf eine Reihe von vertrauten Mitstreitern zurück.

Neben den Besetzungsspezialistinnen Amy Britt und Anya Colloff stießen Schnittmeisterin Lisa Lassek, Kostümdesignerin Shawna Trpcic und Ausstatter Martin Whist zu dem Team. Als Kameramann holte sich Goddard den erfahrenen Peter Deming, der in Filmen wie Scream, Tanz der Teufel 2 oder Mulholland Drive sein Können unter Beweis gestellt hat.

Was dürfen Horrorfans und Fans von Joss Whedon von dem Film erwarten? Drew Goddard lächelt: »Man wird ein paar Dinge zu sehen bekommen, die man noch niemals zuvor gesehen hat. Und manche Orte, an die wir unser Publikum mitnehmen, kann man fast nicht begreifen. Aber gerade das macht Spaß. Außerdem ist der Film blutig und zornig und toll. Aber vor allem macht er Spaß.« Für die Zuschauer ist der Film also entweder ein müder Abklatsch oder eine wahnsinnige Hüttengaudi. ■ mz

OT: The Cabin in the Woods
USA 2011
Fantasy/Horror
FSK: 16
95 min

mit
Kristen Connolly (Dana Polk) Sonja Spuhl
Chris Hemsworth (Curt) Tommy Morgenstern
Anna Hutchison (Jules Louden) Esra Vural
Fran Kranz (Marty) Jesco Wirthgen
Jesse Williams (Holden) Sascha Rotermund
Richard Jenkins (Sitterson) Frank-Otto Schenk
Bradley Whitford (Hadley) Hans-Jürgen Dittberner
Brian J. White (Truman) Julien Haggége
Amy Acker (Lin) Ursula Hugo
Sigourney Weaver (Direktorin) Karin Buchholz
u.a.

drehbuch
Joss Whedon
Drew Goddard

musik
David Julyan

kamera
Peter Deming

regie
Drew Goddard

produktion
Mutant Enemy
MGM
United Artists

verleih
Universum Film

Kinostart: 6. September 2012

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05.09.2012 | mz |
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